Hardheim

Seelsorgeeinheit Hardheim-Höpfingen Kinderkirchenteams veranschaulichen den Kindern das Wirken des Heiligen Geistes

„Klingt für dich vielleicht komisch, war aber so“

Hardheim/Höpfingen.Im Gespräch mit den Kinderkirchenteams wird deutlich, dass der „Heilige Geist“ selbst für Erwachsene ein schwierig zu fassendes Thema ist. Wenn Passanten auf der Straße zum Geschehen um das Pfingstfest befragt werden, bleiben viele eine Antwort schuldig. Die Mitarbeiterinnen der fünf Kindergottesdienstteams der Seelsorgeeinheit haben sich dieser Herausforderung gestellt. Sie haben gerade jetzt, wo die Möglichkeit sich darüber im Religionsunterricht oder in Kindergottesdiensten auszutauschen entfällt, eine für alle zugängliche Form der Darstellung gefunden.

„An den Kirchen in Erfeld, Gerichtstetten, Hardheim, Höpfingen und Schweinberg wurden Bäume ausgewählt, die als Anschauungsobjekte für eine der Wirkweisen des Heiligen Geistes dienen sollen. In den Wochen vor dem Pfingstfest lädt eine Infotafel die Kinder ein, zu Hause Windspiele zu erstellen. Diese können gerne mit Namen versehen sein, da sie nach Ablauf der Aktion wieder mitgenommen werden dürfen“, erklärt Gemeindereferentin Claudia Beger. Diese Windspiele werden in der Zeit bis Pfingsten von den Familien selbstständig an dem Baum aufgehängt.

Windspiele erstellen

Für die Hardheimer Kinderkirche bastelt Familie Seeber ein Anschauungsobjekt, das sich mit der Angst der Jünger beschäftigt, die sich nach der Heimkehr Jesu zum Vater hinter verschlossenen Türen versteckt hatten. Ein solches Objekt wird den Baum in der Woche vor Pfingsten in allen Orten ergänzen. „Zu den Feiertagen hängt darüber hinaus die Pfingstgeschichte in kindgerechter Form erzählt, an den Bäumen aus und kann selbst erlesen werden“, beschreiben die Mitarbeiterinnen aus Höpfingen ihre Aktion und ergänzen: „So wird auf kreative Weise eine Möglichkeit geschaffen, dem Versammlungsverbot zu entsprechen, den Familien aber eine Hilfestellung zu geben, sich mit den Kindern darüber zu unterhalten, wie der Heilige Geist im Alltag erfahren werden kann.“

Christiane Weihbrecht aus Schweinberg ergänzt: „Die Windspiele sollen verdeutlichen: Kein Wind – keine Bewegung; Wind – farbenfrohes Wehen, vielstimmiges Klingen“. Übertragen auf das Wirken des Heiligen Geistes deuten die Mitarbeiterinnen aus Erfeld dies so: „Wo der Heilige Geist wirken kann und Angriffsfläche bekommt, da gerät etwas in Bewegung, da klingt etwas auf, da wird es bunt und geschieht Veränderung.“

Beispiele im eigenen Leben oder in der Gesellschaft zu suchen, wo „Be-Geist-erung“ sich ausgebreitet und schier unmögliches möglich gemacht hat, und sich darüber auszutauschen, dazu lädt die Installation ein. Wie der Heilige Geist wirkt, das erleben die Kinderkirchenteams oftmals selbst beim Vorbereiten der Gottesdienste für die Kleinen, weiß das KIKI-Team aus Gerichtstetten zu berichten: „Man setzt sich mit der biblischen Geschichte oder der Glaubensbotschaft auseinander und sucht den eigenen Zugang. Ein Gedanke wird von vielen aufgenommen, Idee fügt sich zu Idee und am Ende des Abends steht oftmals ein Gottesdienst, der mehr ist, als die Summe der einzelnen Gedanken, sondern geist-lich gefüllt ist.“ So kann nach dem Wunsch der Initiatorinnen dieser Baum gerne auch von den erwachsenen Spaziergängern und Gottesdienstbesuchern als Impuls aufgegriffen werden, sich über den persönlichen Zugang und die Erfahrung des Heiligen Geistes im eigenen Leben Gedanken zu machen oder dafür sensibilisiert zu werden. Denn: Ein „Heiliger Geist“, so die einhellige Meinung der Mitarbeiterinnen, ist für einen guten Umgang mit den Auswirkungen der Pandemie, in unserer Gesellschaft und der ganzen Welt dringend nötig. Wer den Mut findet, sich mit anderen über Momente auszutauschen, in denen der Heilige Geist im eigenen Leben spürbar war, wird vielleicht auch zu der Formulierung greifen: „Klingt für dich vielleicht komisch, war aber so!“