Hardheim

„Geras Seniorenpflege“ Die 90-jährige Maria Schell hat die erste Schutzimpfung gegen das Coronavirus im Neckar-Odenwald-Kreis erhalten / FN fragten nach, wie es ihr geht

„Ich würde es auf jeden Fall wieder tun“

Vor knapp drei Wochen wurde im Pflegeheim in Höpfingen die erste Corona-Schutzimpfung im Neckar-Odenwald-Kreis durchgeführt. Die FN haben nachgefragt, wie es den Geimpften geht.

Höpfingen. Am Montag – und somit auf den Tag genau zwei Wochen, nachdem Maria Schell im neuen Pflegeheim in Höpfingen die erste Schutzimpfung gegen das Coronavirus im Neckar-Odenwald-Kreis erhalten hat – wollten die Fränkischen Nachrichten wissen, wie es der 90-Jährigen geht. „Unserer Frau Schell geht es gut“, lautete die freudige Antwort von Janina Baier, der Leiterin der „Geras Seniorenpflege Höpfingen“.

Unsere Zeitung war am 28. Dezember vor Ort, als das mobile Impfteam des Zentralen Impfzentrums Heidelberg unter strenger Einhaltung der Hygienevorschriften die vorbereiteten Räumlichkeiten im Pflegeheim „bezog“ – und nach und nach 25 Bewohner sowie 27 Mitarbeiter impfte.

„Standen unter Strom“

„Wir standen den ganzen Tag unter Strom“, erinnert sich Janina Baiers Bruder Dominik, der – wie sein Vater Klaus Baier – Geschäftsführer der „Geras Seniorenpflege GmbH“ ist.

Gemeinsam mit ihrem Team haben die Baiers am Weihnachtswochenende die Vorarbeit geleistet – und dafür gesorgt, dass die Impfungen am darauf folgenden Montag reibungslos ablaufen konnten. Viel Zeit dafür blieb nicht, denn: Die E-Mail vom Impfzentrum ist am ersten Weihnachtstag im Posteingang des „Familienbetriebs Baier“ gelandet.

Gelaufen ist dann am 28. Dezember tatsächlich alles wie am Schnürchen. Ein dickes Lob war die Folge. Und zwar von der Heimaufsicht, die noch am gleichen Nachmittag angerufen habe, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. „Wir waren ja schließlich die ersten im Kreis.“

Das Telefon klingelte kurz nach 15.30 Uhr. „Da hatte sich das mobile Impfteam gerade wieder auf den Rückweg nach Heidelberg gemacht“, erinnert sich Janina Baier. „Alle waren happy, weil bei uns alles so gut geklappt hat und wir gut vorbereitet waren.“

Insgesamt betrachtet hätten die Bewohner die erste Impfung gut vertragen, so die Bilanz der Einrichtungsleiterin. „Die meisten hatten nicht mal Schmerzen in dem Arm, an dem die Impfung vorgenommen wurde“. Allerdings habe eine Mitarbeiterin Schüttelfrost bekommen, einhergehend mit einer erhöhten Temperatur.

Von der 90-jährigen Maria Schell wollten die FN am Mittwoch wissen, ob sie lange überlegt habe, bevor sie ihr „Ok“ zur Impfung gab. „Nein, ich habe sofort gesagt: Ich lasse mich impfen.“ Da sie zur Risikogruppe gehöre, habe ihr auch ihre Enkelin, die Ärztin ist, dazu geraten. Nebenwirkungen? „Ich hatte keine, außer vielleicht etwas Schlappheit am nächsten Tag“, erinnert sich Maria Schell und fügt entschieden hinzu: „Ich würde es wieder tun.“

Wie für die Heimbewohnerin war es auch für Pflegefachkraft Claudia Nikolov „sofort klar, dass ich mich impfen lasse“, denn: „So können wir unsere Mitmenschen, unsere Bewohner, unsere Familien und uns selbst schützen. Zusammenhalt in der Pandemie ist wichtig.“ Auch wenn ihr die Impfung „ein bisschen das Gefühl von Sicherheit“ gebe, appelliert sie an alle, auch weiterhin die Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Klaus Baier, Geschäftsführer der Geras Seniorenpflege GmbH, erklärt auf die Frage, warum er sich gegen das Covid-19-Virus impfen ließ: „Natürlich zum Selbstschutz, aber auch, weil ich es als Selbstverständlichkeit ansehe, meinen Beitrag zum Allgemeinwohl und meinen Anteil für einen Weg zurück zu einem ,normalen’ Leben zu leisten.“

Dem schließt sich seine Tochter Janina Baier, die das Seniorenheim in Höpfingen leitet, gerne an. Für sie sei es „selbstverständlich“ gewesen, sich impfen zu lassen. Wie ihr Vater erhofft sich die Mutter von drei kleinen Kindern „ein normales Leben zurück“ und sieht in der Impfung „den einzigen Ausweg“.

Stolz fügt sie hinzu: „Ich sehe es als Privileg an, dass wir für unsere Einrichtung den ersten Impftermin im Kreis bekommen haben.“