Hardheim

DRK-Kreisverband Hilfsaktion trat kurz vor Weihnachten in eine entscheidende Phase / Engagement der Helfer und Spender gewürdigt

Hilfsgüter sind auf dem Weg in den Kongo

Archivartikel

Hardheim/Buchen.Die Hilfsaktion für Kongo des mit dem DRK-Kreisverband Buchen partnerschaftlich verbundenen Kreisverbandes Geithain in Sachsen trat kurz vor Weihnachten in eine entscheidende Phase.

Die Verladung von medizinischen Geräten, einem Rettungswagens, Medikamenten, Krankenhausbedarf, Kinderbekleidung und Schulsachen in einen Seecontainer erforderte von den ehrenamtlichen Rotkreuzlern in Geithain Können und Fingerspitzengefühl.

Millimeter-Arbeit

Der Rettungswagen war bis unter das Dach mit Hilfsgütern vollgestopft. Für seine Verladung in den Seecontainer war Millimeter-Arbeit angesagt. Der Ausstieg des Fahrers und das Abklemmen der Batterie waren alles andere als ein Kinderspiel. Und natürlich musste alles fest verzurrt werden, damit die Ladung nicht verrutscht.

Das Aufsetzen des Containers auf den Lkw war die nächste technische Hochleistung bei Dunkelheit und per Kran.

Am 18. Dezember ging die Ladung auf die Reise nach Hamburg und sollte dort eigentlich am 23. Dezember an Bord eines Containerschiffs in See stechen. Aber wie das immer so ist: Theorie und Praxis sind häufig zwei Paar Stiefel. Der für den Kongo bestimmte Container aus Sachsen blieb aus unerfindlichen Gründen einfach im Hamburger Hafen stehen.

Wenn nichts dazwischenkommt, wird er am 30. Dezember im „Eurogate Terminal“ auf das Containerschiff Cap San Lorenzo verladen. In Spanien soll der Container umgeladen werden und am 24. Januar in Pointe Noire, der Hafenstadt der Demokratischen Republik Kongo, ankommen.

Von dort geht die Fahrt mit Lkw über die Nationalstraße N 1 durch die rund 550 Kilometer entfernte Hauptstadt Kinshasa und dann 80 Kilometer weiter in die über 100-Tausend Einwohner zählenden Buschgemeinde Makulu, direkt am Ufer des Kongoflusses.

Dort hat das Ehepaar Jürgen und Dr. Christine Hauskeller mit Spenden aus Deutschland bereits zwei Kinderheime, eine Grundschule und im April 2019 ein neues Gesundheitszentrum mit Entbindungsstation gegründet.

Und: Dort soll der Rettungswagen aus Geithain als mobile Arztpraxis und als Transportmittel für Notfallpatienten zum Einsatz kommen.

DRK-Kreisbereitschaftsleiter Peter Winter (Geithain) kann über eine „Tracking Nummer“ den weiteren Weg des Containers verfolgen. „Aber vor Überraschungen ist man niemals gefeit“, meint Winter, der mit einem Kollegen im April 2020 nach Kinshasa reisen wird, um vor Ort Rettungswagen, Notfallgeräte und Medikamente zu übergeben und fachkundig das Personal einzuweisen und zu schulen. Zehn Tage vor Ort sind eingeplant, auch wegen der anderen Sprache (im Kongo wird seit der belgischen Kolonialzeit französisch gesprochen, daneben sind eine Vielzahl lokaler Dialekte und Sprachen im Gebrauch).

Begleitet wird das Team zudem von einem Arzt sowie dem Theologenehepaar Hauskeller (Leipzig), das über viele Jahre Missionsarbeit im Kongo leistete, dort Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten aufbaute und sowohl Mentalität wie Sprachen kennt.

Mit an Bord sind auch die rund 500 Kilogramm Hilfsgüter aus Hardheim. Vornehmlich Kinderbekleidung, Wäsche und Schulsachen, die von den Organisatoren gewünscht waren und von der Bevölkerung des hiesigen Raumes dem DRK Hardheim übergeben wurden.

Peter Winter vom DRK-Kreisverband Geithain hält seine DRK-Freunde in Hardheim stets auf dem Laufenden und bedankte sich an Weihnachten ausdrücklich nochmals bei seinen Rotkreuzkameraden und den Spendern für die Hilfe aus Baden.