Hardheim

Abwasserzweckverband Hardheim-Höpfingen Haushalt bei Verbandsversammlung auf der Tagesordnung / Mit den Rodungsarbeiten wurde bereits begonnen / Zufahrt soll im Frühjahr verlegt werden

Grünes Licht für die Kläranlagenerweiterung

Archivartikel

Hardheim.Zufriedenheit über den endgültigen Beginn der Maßnahmen zur Erweiterung der Verbandskläranlage herrschte am Mittwoch in der Verbandsversammlung des Abwasserzweckverbands Hardheim-Höpfingen sowohl beim Vorsitzenden Bürgermeister Volker Rohm als auch bei den Mitgliedern. Dies wurde gleich im ersten Tagesordnungspunkt der Sitzung bei der Einbringung, Beratung und Verabschiedung des Haushalts deutlich.

Tiefgreifende Maßnahmen

Zunächst wurde bei der Einbringung ersichtlich, dass der Haushalt 2020 in ersten Linie von den tiefgreifenden Maßnahmen in der Kläranlage geprägt sein wird. Bereits zur Vergabe steht die Ausbildung einer Retentionsfläche an.

Der Maßnahmenbeginn ist der Bewilligungsstelle zum 1. Dezember anzuzeigen. Mit den Rodungsarbeiten wurde bereits begonnen. Als weitere Maßnahme, mit Baubeginn im Frühjahr 2020, ist zunächst die Verlegung der Zufahrt zur Kläranlage vorgesehen.

Zweites Klärbecken

Zeitgleich sollen die Errichtung eines zweiten Klärbeckens sowie einer Gebläsestation erfolgen. Damit können insbesondere die Betriebssicherheit erhöht und die Anlage an die errechnete Kapazitätserhöhung angepasst werden.

Beim Rückblick auf das laufende Jahr gab es Hinweise auf die wasserrechtliche Genehmigung der Kläranlagenweiterung und das Benehmen für den Bau und Betrieb durch die Fachbehörden. Ein Förderbescheid des Landes liegt inzwischen vor, so dass die Voraussetzungen für den Maßnahmenbeginn gegeben sind.

Die bisher noch nicht ausgerüsteten Regenüberlaufbecken wurden zwischenzeitlich mit Fernwirkeinrichtungen ausgestattet, so dass diese nun von der Kläranlage aus gesteuert und das Entlastungsverhalten nach dem Stand der Technik dokumentiert werden kann. Die Arbeiten sind bis auf Restmaßnahmen abgeschlossen.

Der Überblick über das Haushaltsjahr 2020 ließ ersehen, dass sich das Gesamtvolumen des Ergebnishaushaltes 2020 auf 1 494 700 Euro beläuft und sich in der Größenordnung des Vorjahres bewegt.

Die Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit im Finanzhaushalt belaufen sich auf 1 294 200 Euro, während die Ausgaben 889 700 Euro betragen. Der Überschuss steht zur Finanzierung von Investitionsmaßnahmen zur Verfügung, insbesondere sind damit die Tilgungsleistungen für laufende Darlehen abzudecken.

Gegenüber dem laufenden Haushaltsjahr ist mit Mehraufwendungen für die Schlammbeseitigung und mit höheren Stromkosten zu rechnen.

Als erfreulich wird angesehen, dass die Zahlungen aus Abwasserabgaben an das Land lediglich noch bei 104 600 Euro liegen. Für Auszahlungen aus Investitionstätigkeit sind 4 617 000 Euro hauptsächlich für die Erweiterung der Kläranlage veranschlagt. Tilgungsumlagen der Verbandsgemeinden werden im Haushaltsjahr 2020 wohl nicht benötigt.

Dem gegenüber stehen Einzahlungen von 3 326 000 Euro aus Zuwendungen beziehungsweise Baukostenumlagen. Daraus resultiert ein Finanzmittelbedarf von 1 291 000 Euro, der größtenteils durch eine Kreditermächtigung abzudecken ist.

Im Bereich der Kläranlagenunterhaltung ist ein Tauchereinsatz vorgesehen, bei der Unterhaltung der Regenüberlaufbecken sind Mittel von 10 000 Euro für die Reparatur der Umzäunung am Regenüberlaufbecken Höpfingen enthalten.

Überprüft werden soll die Effektivität der Desintegrationsanlage, Wartungsarbeiten am Gasmotor sollen vorgenommen werden. Hinweise erfolgten zur Schlammbeseitigung, zur Phosphatfällung, zur erfreulichen Entwicklung bei der Fremdkapitalverzinsung.

Der Zweckverband tierische Nebenprodukte (ztn) ist an den Betriebskosten mit 329 900 Euro beteiligt. Die Finanzkosten sind ausschließlich durch die beiden Verbandsmitgliedsgemeinden Hardheim und Höpfingen aufzubringen.

Auf die Gemeinde Hardheim entfallen Betriebs- und Finanzkostenumlagen von 669 200 Euro, auf die Gemeinde Höpfingen 295 100 Euro. Die Betriebskosten steigen gegenüber dem Vorjahr um rund 21 000 Euro.

Investitionsmaßnahmen stehen an für die Ersatzbeschaffung eines Rasenmähers, für die Erweiterung der Verbandskläranlage sowie für Planungsaufwendungen zur Errichtung eines Regenüberlaufbeckens an der Querspange in Hardheim.

Der Verbandsvorsitzende fasste die Einzelheiten abschließend zusammen und gab einen Ausblick auf den Finanzierungszeitraum. Dabei verwies er auf die der nach den Vorgaben der Eigenkontrollverordnung sanierten Sammelkanäle, so dass das Augenmerk kurz- und mittelfristig auf die Kläranlage selbst zu legen ist.

Der Ausbau wurde nach 30-jährigem Betrieb und wegen der aufgetretenen Mängel als unumgänglich bezeichnet. Verschiedene Varianten wurden untersucht, deren Praktikabilität und Durchführbarkeit untersucht, die vorliegende Entwurfsplanung und das bisherige Vorgehen beschrieben. Die beantragte Förderung wurde für den ersten Realisierungsabschnitt zur Errichtung eines Klärbeckens bewilligt. Die Haushaltsplanung enthält für das Jahr 2020 sowie für die Bauphase des Finanzplanungszeitraums der Jahre 2021 bis 2023 entsprechende Planansätze zum Ausbau.

Der Aufbaus einer Zweistraßigkeit kann die Betriebssicherheit entscheidend verbessern, das fehlende Beckenvolumen kann zur Verfügung gestellt und die Anlage sowohl baulich wie in technischer Hinsicht ertüchtigt werden.

Planungen für 2020

In der Haushaltsplanung für den ersten Teilabschnitt der Kläranlagenerweiterung im Haushaltsjahr 2020 sind berücksichtigt: 1 700 000 Euro für den Neubau eines Kombibeckens, 465 000 Euro für das Verteilerbauwerk, 546 000 Euro für die Gebläsestation, 75 000 Euro für Brauchwasserversorgung, 314 000 Euro für die Zufahrt zur Kläranlage, 88 000 Euro für Lagerplatz und Freiflächen, 590 000 Euro für Böschungssicherung der Erfa, 165 000 Euro für Unvorhergesehenes, 320 000 Euro für Nebenkosten, 318 000 Euro für Preissteigerungen.

Dem Beschlussvorschlag zur Haushaltssatzung mit Haushaltsplan 2020 mit der Gesamtsumme der Bauausgaben in Höhe von 4 581 000 Euro und der vorgelegten Finanzplanung für die Jahre 2021 bis 2023 wurde zugestimmt.

Danach ebenfalls zugestimmt wurde der Vergabe des Auftrags zur Durchführung der Erdarbeiten an der Erfa als erste Teilmaßnahme der Kläranlagenerweiterung an die Firma Boller-Bau GmbH zum Bruttoangebotspreis von 63 203 Euro.

Verabschiedung verschoben

Die in der Sitzung vorgesehene Verabschiedung des bisherigen langjährigen Betriebsleiters Rolf Kaufmann musste wegen dessen Erkrankung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.