Hardheim

Erfolgreicher Aufruf Zahlreiche Sach- und Geldspenden im Sportheim des TV Hardheim gesammelt / Familie Roso freut sich über Solidarität

Große Welle der Hilfsbereitschaft für Erdbebenopfer

Hardheim.Ein starkes Erdbeben erschütterte Kroatien zum Jahresbeginn. Robert Roso als Wirt der Hardheimer Pizzeria „Dolce Vita“ – selbst Kroate – und seine Familie wurden bei den ersten Meldungen in Nachrichten und sozialen Netzwerken hellhörig: „Sofort war uns klar, dass wir in irgendeiner Weise helfen müssen“, erklärt der Gastronom, der eine beispielhafte Aktion in die Wege leitete.

„Unser Gedanke war, dass wir die Not in der Heimat vielleicht mit einer kleinen privaten Hilfswelle zumindest etwas lindern können“, schildert er. Aus der „kleinen privaten Hilfswelle“ wurde ein Selbstläufer. „Abends war der Spendenaufruf bei Facebook und WhatsApp ins Netz gegangen, morgens wurden bereits die ersten Spenden bei uns abgegeben“, blickt Ehefrau Antonia Roso zurück. Binnen weniger Tage waren mehr als 40 Kubikmeter an Warenspenden eingetrudelt – zum Beispiel Kleidung, Schuhe, Hygieneartikel aller Art, Windeln für Babys und Nahrungsmittel.

Die Lagerung erfolgte in den Umkleidekabinen und Duschräumen des Sportheims, dessen Gaststätte die Familie Roso seit Mitte vergangenen Jahres als Pächter bewirtschaftet. Was sich wiederum über die räumliche und menschliche Nähe zum TV Hardheim ergab: „Der Vorstand stellte uns die Räumlichkeiten ohne Weiteres zur Verfügung“, freut sich Robert Roso. Freilich ging dieser Beistand noch weiter: Beim Sortieren und Verpacken der gespendeten Güter gingen der Familie Aktive aus dem TVH-Vorstand zur Hand. „Ohne diese großartige Unterstützung wäre das alles so kaum möglich gewesen“, erklärt der Familienvater und hebt hervor, dass nicht nur aus Hardheim Spenden erfolgten. Auch aus Schweinberg, Bretzingen, Erfeld, Höpfingen, Walldürn, Glashofen, Buchen, Seckach, Osterburken sowie über die Landes- und Kreisgrenzen aus Miltenberg, Tauberbischofsheim, Wertheim und Ahorn seien zahlreiche Hilfswillige mit Spenden im Gepäck an die Pizzeria gekommen. Zu den Sachspenden kommen des weiteren noch 1500 Euro, die Robert Roso über die katholische Mission in sein Heimatland leitet: „Dieses Geld ist für den Wiederaufbau beschädigter Häuser gedacht“, betont er. Kartonagen und Klebemittel wurden von Stephan Eirich bereitgestellt. Auch seien es längst nicht nur Stammgäste gewesen, die Herz gezeigt hatten: „Wir haben viele Menschen zum ersten Mal gesehen und möchten einfach nur Danke sagen. Wir sind immer noch total überwältigt“, erklärt Antonia Roso.

Nun steht lediglich noch die Abholung der Waren aus, was jedoch aufgrund der rein privaten, parallel zum Liefer- und Abholservice des Restaurants bewerkstelligten Organisation durch die Familie Roso kein leichtes Unterfangen darstellt. „Auch die Ausfuhr nach Kroatien koordinieren wir selbst mit Bekannten und können deswegen die Dauer des Transports nicht abschätzen“, gibt Antonia Roso zu bedenken.

Was bleibt, sind gemischte Gefühle. Einerseits bedauert die Familie das große Leid ihrer Landsleute, andererseits freut sie sich über die vielen Zeichen der großen Hilfsbereitschaft. „Das ist eine gute Botschaft und zeigt uns, dass auch oder vielleicht gerade in diesen ohnehin nicht einfachen Zeiten an Schwächere gedacht und ihnen unter die Arme gegriffen wird. Letztlich sind doch alle Menschen eine große Familie, die zusammen halten muss“, fasst Robert Roso seine Gedanken zusammen.

Dem Lob schließt sich TVH-Vorstandsmitglied Tobias Künzig an: „Es handelt sich um eine ganz tolle Aktion, die aller Ehren wert ist und für sich spricht“, betont er. ad