Hardheim

Bund der Selbstständigen zog Bilanz Corona-bedingte Absage von mehreren Märkten Thema / „Wendelinus-Schnitzeljagd-Gewinnspiel“ läuft / Weitere Aktionen geplant

Gemeinschaftsgefühl soll weiterentwickelt werden

Archivartikel

Hardheim.Die Mitgliederversammlung des BdS Hardheim fand am Dienstag unter der Leitung des Vorsitzenden Elmar Günther in der Erftalhalle statt.

Dabei blieben nach der Behandlung der üblichen Tagesordnungspunkte Betrachtungen zu den unerfreulichen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Arbeit der Geschäftsleute nicht aus: Einmal in Form von Berichten und Erfahrungen der Gewerbetreibenden. Und zum anderen auch in Anbetracht der Notwendigkeit des Verzichtes von geplanten Vorhaben, wie dem beliebten Weihnachtsmarkt. In Verbindung damit wurden aber auch manche richtungweisenden Gedanken geäußert.

Bewegtes Jahr

Der Begrüßung schloss BdS-Vorsitzender Elmar Günther nach seinem Hinweis auf ein bewegtes Jahr den Geschäftsbericht des Vorstandes über das Geschehen seit der Mitgliederversammlung im Juni 2019 an.

Er erinnerte an die in Fortsetzung der früheren BdS-Stammtische eingeführten Treffen und die dabei behandelten Leitthemen. Zu diesen gehörte das Bemühen um die Weiterführung des traditionellen Josefsmarktes unter der Regie des BdS, nachdem die Gemeinde bei diesem Markt nicht mehr federführend tätig sein wollte.

Weil die Gewerbetreibenden die Traditionsveranstaltung aber erhalten wollten, wurde der BdS mit der Gründung eines Arbeitskreises entsprechend aktiv.

Weitere Betrachtungen Günthers galten der Durchführung der letztjährigen Märkte – und der Situation der durch die Corona-Pandemie beeinträchtigten Veranstaltungen im laufenden Jahr.

Als eine Art Ersatz für den Corona-bedingt abgesagten Wendelinusmarkt wird von Hardheimer Gewerbetreibenden ein bis zum 31. Oktober laufendes „Schnitzeljagd-Gewinnspiel“ durchgeführt, ließ der Vorsitzende wissen. Er lobte die diesbezüglich gestartete Aktivität von BdS-Aktiven, darunter Simone Richter und Victoria Mühling-Koslowski.

Darüber hinaus erwähnte der Vorsitzende, dass man sich bei einem BdS-Treffen mit dem Wiedereinzug der Soldaten in die Carl-Schurz-Kaserne und die daraus resultierenden Chancen und Hoffnungen für die Ortsgruppe befasst hatte.

Vier neue Mitglieder

Dann informierte Günther die Versammlung über den Beitritt von vier neuen Mitgliedern: dem Kosmetikstudio Christina Quint, Hosting BW Victor Pfeffer, PWP Print Work Pfeffer sowie Pflege Hand in Hand (Mazlum Oktay/Kathrin Götzelmann).

Einfallsreich und kreativ

Simone Richter berichtete von der Arbeit einer besonderen BdS-Gruppe, die einfallsreich und kreativ verschiedene Themen bearbeite und ein stimmiges Konzept mit verschiedenen Vorhaben für die Märkte erstelle.

Dass dann allerdings deren Absage frustrierend gewesen sei, betonte sie ebenso, wie sie bedauernd hinzufügte: „was wäre gewesen, wenn…“. Mit aller Empathie und Begeisterung widmete sie sich daher der Ankündigung und Vorstellung des an Stelle des in diesem Jahr ausfallenden Wendelinusmarktes „Schnitzeljagd-Gewinnspiels“: Bis zum 31. Oktober dürfen Interessierte eine Entdeckungstour durch 14 Hardheimer Geschäfte unternehmen, dort nach Lösungsworten Ausschau halten und mit diesen die Lösung herausfinden. Die Gewinne werden Preise in Höhe von 200, 300 und 500 Euro in Form von BdS-Gutscheinen sein.

Norbert Wörner informierte mit dem Kassenbericht noch einmal über Einnahmen, Ausgaben und die derzeit positive finanzielle Situation des BdS; dies auf Wunsch der als Nachfolgerin in dieses Amt gewählten Victoria Mühling-Koslowski.

Als Kassenprüfer ließ Frank Müller die Versammlung wissen, dass die Kassenführung einwandfrei und anerkennenswert war und empfahl Entlastung auch im Namen seines Kollegen Michael Gärtner.

Bürgermeister Volker Rohm befasste sich in seinem Grußwort zunächst mit Betrachtungen zur Situation und den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hardheimer Märkte und Feste. Und er dankte allen, insbesondere Einzelhandel und Gastronomie, für die Einhaltung der erlassenen Vorschriften. Nun gelte es, einen weiteren Lockdown zu vermeiden.

Rege Diskussion

Zu sprechen kam er unter anderem auf Rettungsschirme und die Erwartungen der BdS-Mitglieder bezüglich des Wiederbezugs der Kaserne. Er empfahl den Geschäftsleuten, auf die Verantwortlichen bei der Bundeswehr zuzugehen – und regte die Bereitschaft zu weiteren Aktionen und künftiger Aktivität mit dem Ziel an, besser zu sein als andere.

Er wünschte sich „ein Mehr an Gemeinschaft“ und war bemüht, mit seiner „Hoffnung auf eine neue Zeit“ Aufbruchstimmung zu vermitteln und die Erarbeitung gemeinsamer Ergebnisse zu empfehlen.

Rohms Antrag auf Entlastung des Vorstands entsprach die Versammlung. Anschließend wurden Frank Müller und Michael Gärtner als Kassenprüfer wiedergewählt.

Im weiteren Verlauf der Tagesordnung regten verschiedene Themen zu Aussprache, Diskussion und Vorschlägen an.

Zunächst waren die Corona-Pandemie, deren Folgen, aber auch erfreuliche Gegebenheiten Thema. Die Rede war beim Bürgermeister von dem durch alle Gemeindemitarbeiter erbrachten Normalmaß an Arbeit und die jederzeit mögliche Ansprechbarkeit – und von der Situation im Pflegedienst.

Anerkennung gab es für die Verlässlichkeit der Information durch die Presse, die Bemühungen um die Selbstständigen und deren Zukunftssicherung, ebenso für verstärkte Internetnutzung und die erfreuliche Entwicklung bei kontaktloser Geschäftsabwicklung sowie um die erfreulichen Bringdienste.

Mit Blick auf den abgesagten Weihnachtsmarkt wollen Gewerbetreibende in Anbetracht des fehlenden Ambientes des weihnachtlichen Dorfes auf dem Schlossplatz ihre Ideen – wie die Gestaltung von „Weihnachtsfenstern“ – realisieren.

Vor allem soll in der Vorweihnachtszeit auch das Gemeinschaftsgefühl weiter entwickelt und durch lokalen Einkauf Solidarität unter Beweis gestellt werden. Diesbezüglich warteten auch FN-Geschäftsführer Jochen Eichelmann und der für Media und Vermarktung bei den Fränkischen Nachrichten zuständige Peter Hellerbrand mit Vorschlägen auf.

Weitere Gedanken geäußert wurden zu den Themen „Bauprojekt rund um den Erfapark“ und zur Situation bei den Gewerbeflächen. In diesem Zusammenhang wurden Chancen durch die Entwicklung bei der Bundeswehr gesehen. Und die Notwendigkeit von Impulsen betont. Mit diesen solle auch verdeutlicht werden, was in Hardheim notwendigerweise noch dazu gehöre.

Leerstände vermeiden

Vor allem gelte es, alle Chancen zu nutzen, Geschäftsleerstände zu vermeiden und die Kaufkraft zu erhalten. Wenn die viel versprechende Wiederbelebung des Erfaparks samt des geplanten Rewe-Neubaus im Zentrum gelinge – und dieses Zentrum mit Aldi gestärkt und Hardheim für weitere Unternehmen interessant werde, eröffne man der Erftalgemeinde gemäß der Ansicht von Bürgermeister Volker Rohm positive Perspektiven.

Schließlich empfahl Johannes Sitterberg von der Hardheimer „Apotheke an der Post“ die Nutzung von Synergien mit Wissensteilung untereinander und die Bündelung und Weitergabe des Know-how, bevor der BdS-Vorsitzende die Sitzung schloss.