Hardheim

Amphibien in Hardheim Lang erhoffter Regen setzte ein / Bis 4. Mai kamen 877 Tiere zurück

Frühlingswanderung abgeschlossen

Archivartikel

Hardheim.Der lange erhoffte Regen brachte den Abschluss der Frühjahrswanderung der Amphibien. Längst waren die Kaulquappen nach dem Ablaichen geschlüpft, aber es hatten sich wegen der Trockenheit und der kühlen Nächte noch zu wenige Alttiere zur Rückwanderung in ihren Sommerlebensraum entschieden.

So waren am Bücholdsee in der Zeit vom 28. März bis zum 25. April an 22 Abenden gerade einmal 89 Tiere vom Laichgewässer zurückgewandert.

Kontrolle sehr frustrierend

Aus der Erfahrung von 32 Jahren Amphibienbetreuung war den Verantwortlichen des NABU Hardheim klar, dass bei über 1800 Hinwanderern zum Laichgewässer mindestens 800 zurückgewandert sein sollten, bevor man die Zäune abbauen lassen konnte.

Sehr oft in der Vergangenheit kam der erlösende Regen erst Anfang Mai. Die allabendlich notwendige Kontrolle war bei immer höherer Vegetation sehr frustrierend.

Der geringe Niederschlag am 28. und 30. April reichte schon aus, um hunderte Tiere zur Rückwanderung zu veranlassen. In der Nacht vom 1. auf den 2. Mai wurden am Bücholdsee zwischen 21.30 Uhr und 23.30 Uhr und 4.30 Uhr bis 5.00 Uhr 428 Tiere am Rückwanderzaun eingesammelt. Bis zum 4. Mai waren dann 877 Amphibien zurückgewandert, und der Zaun konnte abgebaut werden.

In der Breitenau ist dank der Amphibienschutzanlagen und rund 1000 Metern vom NABU aufgestellter und regelmäßig kontrollierter Bleche keine Betreuung der Rückwanderer nötig. Bei Stichproben wurden an diesen Blechen an nur fünf Abenden etwa 1000 Tiere festgestellt, darunter 35 Feuersalamander. Viele tausend Tiere an den Schutzanlagen selbst wurden nicht gezählt.

Beschilderung bleibt

Beim nächsten Regen werden sich eventuell weitere Tiere auf den Weg in ihren Sommerlebensraum machen. Deshalb bleibt die Beschilderung am Bücholdsee bis dahin stehen, um bei Bedarf die Geschwindigkeit vorübergehend auf Tempo 40 reduzieren zu können.

Die Entwicklung der von Algen lebenden Kaulquappen wird bis in den Juni andauern. Bis dahin sorgen Kaulquappen oft für klare Gewässer und dienen beispielsweise Libellen- und Gelbrandkäferlarven als Nahrung.

Auch räuberische Fische wie Forellen, Zander oder aber illegal in Gewässer eingebrachte Goldfische dezimieren die Bestände.

Kaulquappen schmecken nicht

Karpfen verschmähen die Kaulquappen, solange sie über Kiemen atmen. Sobald Kaulquappen auf Lungenatmung umstellen und Beinchen haben, schmecken sie auch den Karpfen.

Das massenhafte Abwandern der Jungamphibien („Froschregen“) vollzieht sich in der Zeit zwischen Mitte Juni bis oftmals in den September. Bei einsetzendem Regen nach einer längeren Trockenheitsperiode kann das spektakulär sein.