Hardheim

Geprobt wird auf dem Laurentiusberg Dem Akustik-Trio gehören neben Robin Stolzenberger aus Hardheim auch Tobias Karges aus Tauberbischofsheim sowie Mike Höger an

„Es handelt sich um Musik von Fans für Fans“

Archivartikel

In einem ehemaligen Stabsgebäude auf dem Laurentiusberg in Tauberbischofsheim probt ein Akustik-Trio namens „Laurent Hill Burial“.

Hardheim/Tauberbischofsheim. Laurent Hill als Kunstwort steht buchstäblich für den Laurentiusberg, „Burial“ im Englischen für „Beerdigung“, da bereits einige Projekte und Träume in diesem Proberaum beerdigt liegen. Der Bandnamen beruht auf einer Idee des Sängers Tobias Karges. „Es galt eine Prämisse: Kein Auftritt der Band, bis ein Name für das Projekt gefunden ist“, erklärt er, der das Trio mit Mike Höger (Rhythmusgitarre) und dem Hardheimer Robin Stolzenberger (Rhythmus- und Sologitarre) bildet.

Der 41-Jährige wurde im Rahmen einer Geburtstagsfeier gefragt, ob er in einer Bluesrockband singen will. Da ihm aber die Richtung nicht zusagte, lehnte er zunächst höflich ab, ging aber nach etlichen Nachfragen doch auf eine Bandprobe. Und stieg unter dem Vorzeichen ein, ein gewisses Mitspracherecht in Bezug auf die Songauswahl zu erhalten.

Aus diesem anfänglichen Bandprojekt namens „Simon 59“ formierte sich die seit 2016 bestehende Formation „Laurent Hill Burial“.

Robin Stolzenberger kam über die Gitarren-AG der Hardheimer Realschule im Walter-Hohmann-Schulzentrum zur Gitarre und verfeinerte sein schulisch erlangtes Wissen im Gitarrenunterricht bei der Hardheimer Musiker-Legende German Loser.

Sänger Tobias Karges kam durch einen Lehrer über die Gitarre zum Singen. Gesungen wurde vornehmlich zuhause und in Karaokebars, um Gesangsart und Stimme nach und nach auszuarbeiten.

Gitarrist Mike Höger fühlt sich bereits im zarten Alter von sieben Jahren zur Gitarre hingezogen, inspiriert von der deutschen Band „Ihre Kinder“ und deren Gitarrist Muck Groh. „So will ich mal spielen können“, dachte er sich damals.

Und Muck Groh ist natürlich erklärtes Vorbild von Mike Höger. Der Schulunterricht war damals nicht sehr ergiebig, lediglich der evangelische Vikar Arno Schröter bot Gitarrenunterricht an. Unter dem Motto „Gitarre spielen ohne Noten“ war es um Mike schließlich geschehen – natürlich musste sofort eine Gitarre her.

So war auch jeder der beteiligten Musiker vor „Laurent Hill Burial“ bereits in anderen Projekten beteiligt: Der heute 55-jährige Mike Höger hat bei „Orchestra Heinz Schenk“, „ORA“, „Sir Quickly“ und „Simon 59“ die Gitarre akustisch wie elektrisch gespielt.

Auch Robin Stolzenberger und Tobias Karges wirkten in verschiedenen Projekten.

Darüber hinaus gibt es musikalische Vorbilder. Für Robin Stolzenberger ist es eindeutig Gary Moore. Bei Mike Höger steht „Muck Groh“ ganz vorn; Tobias Karges nennt als Vorbilder Corey Taylor, Aaron Lewis und George Michael.

Geprobt wird meist einmal wöchentlich, vor Auftritten auch mehrmals. Aber aufgrund der erworbenen Routine darf gern mal die eine oder andere Probe ausfallen und man lässt den Abend mit einem Bierchen entspannt ausklingen.

„Reden tut immer gut, unsere Freundschaft ist uns sehr wichtig“, freuen sich die Musiker. Wird dann doch geprobt, stehen Stücke von Social Distortion, Corey Taylor, Eric Clapton, Johnny Cash, Lynyrd Skynyrd auf den Plan. Eigene Songs gibt es noch keine, aber es mangelt nicht an Ideen.

Als Trio aufzutreten – diese Idee wurde eigentlich aus der Not heraus geboren, wobei sich nach den ersten Versuchen aber recht schnell herausstellte, dass jenes musikalische Konzept durchaus funktioniert. Tobias Karges sucht die Songs aus und bespricht mit Robin Stolzenberger die musikalische Umsetzung. Werden die ausgesuchten Songs tatsächlich ins Repertoire aufgenommen, arbeiten beide Gitarristen die einzelnen Parts entsprechend aus.

Obwohl sich einige der Songs in der akustischen Version deutlich vom Original unterscheiden, hält man sich so nah wie möglich an die Vorlage. „Jeder Song hat eine Message, ein bestimmtes Gefühl, das erhalten bleiben soll“, fügt Tobias Karges hinzu.

Es soll alles so perfekt wie möglich sein, jeder in der Band und im Publikum soll nach einem Auftritt zufrieden nach Hause gehen. Das allein ist der musikalische Anspruch der Band, deren Repertoire bisher rund 40 Songs umfasst, was eine reine Spielzeit von drei Stunden pro Auftritt ergibt.

Bei Auftritten immer mit im Gepäck sind Vintage-Stehlampe und Teppich. Damit wird bewusst eine gewisse Wohnzimmer-Wohlfühl-Atmosphäre erzeugt. „Wenn wir uns auf der Bühne richtig wohlfühlen, hat auch das Publikum seinen Spaß.“ So sind bis zu 15 Auftritte pro Jahr inzwischen fester Standard – etwa auf dem Tauberbischofsheimer Schlossplatz, aber auch auf rein privaten Events werden die Gitarren ausgepackt.

„Jeder Auftritt soll besonders bleiben – es handelt sich um Musik von Fans für Fans“, so Tobias Karges. Auf die Frage nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner der Band ist man sich sofort einig: „Die Liebe zur Musik und unsere Freundschaft.“