Hardheim

Vor 180 Jahren Josef Alois Leiblein erblickte 1840 in Hardheim das Licht der Welt / Mann vielseitigen Wissens und reicher Erfahrungen auf allen Gebieten der Landwirtschaft

Erkenntnisse in den Dienst der Allgemeinheit gestellt

Archivartikel

Hardheim.Der 1840 in Hardheim geborene Josef Alois Leiblein ist eine Persönlichkeit, die sich im Dienste der Landwirtschaft bewährte und hervortat.

Als solche wird er in der Zeitschrift „Der Landwirth“ im Vereinskalender für das Großherzogtum Baden 1896 mit gebührender Anerkennung bedacht und gewürdigt. Dies anlässlich seines Todes, der im Jahr 1895 als schwerer Verlust für die badische Landwirtschaft angesehen und bezeichnet wurde.

Leiblein war nämlich Mitglied im badischen Landwirtschaftsrat und als Domänenrat lange Jahre Vorstand des markgräflichen Rentamtes sowie zugleich des landwirtschaftlichen Bezirksvereins Salem.

Geschätzt wurde er als Mann vielseitigen Wissens und reicher Erfahrung auf allen Gebieten der Landwirtschaft. Er sah es als wichtig an, seine Erkenntnisse und Erfahrungen jederzeit in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen.

In Hardheim ist diese Persönlichkeit zudem auch deshalb interessant, weil sie aus der traditionsreichen Familie Leiblein stammte, die lange Jahre Bäckerei und Café gleichen Namens in der Wertheimer Straße führte. Die Bäckerei wurde bereits 1774 gegründet, 1953 wurde ihr ein Café angeschlossen, das allerdings derzeit nicht mehr weitergeführt wird.

Zur Zeit des Bestehens der Landwirtschaftlichen Zentralstelle war Leiblein langjähriger Vertreter des 1. Gauverbandes (Seegau) und trat als solcher bei der im Jahr 1892 vorgenommenen Neuorganisation des Landwirtschaftlichen Vereins und bei der Errichtung eines Badischen Landwirtschaftsrates als Mitglied ein. Seine Stimme fand dort williges Gehör, sein Rat wog schwer.

Josef Alois Leiblein wurde im März 1840 als Sohn des Bäckermeisters Ferdinand Leiblein und dessen Frau Franziska (geb. Volk) geboren.

Nach dem Besuch von Volksschule, Progymnasium in Tauberbischofsheim und Gymnasium in Freiburg und dem Studium an der Universität widmete er sich dem Studium der Finanzwissenschaften an den Hochschulen Würzburg, Heidelberg und dem Polytechnikum Karlsruhe. Nach seinem Staatsexamen 1864 wurde er zum Kameralpraktikanten ernannt.

Auf seinem weiteren Weg über Gerlachsheim, Karlsruhe und Stockach auf dem Sekretariat der Großherzoglichen Domänendirektion und der Großherzoglichen Domänenverwaltung Stockach ging es für ihn im Amtsbezirk Emmendingen bei gleichzeitiger Ernennung zum Steuerkommissär weiter, ehe er in den Dienst der markgräflichen Standesherrschaft Salem berufen wurde. Dort war er bis zu seinem Tod als Vorstand des Rentamtes tätig. In dieser Zeit wurde er zum Vorstand des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Salem gewählt. Er hat sich mit seinen reichen land- und volkswirtschaftlichen Kenntnissen nützlich gemacht und setzte sich durch seine vielfachen nützlichen Anregungen und Ratschläge und sein liebenswürdiges Auftreten ein bleibendes Denkmal. Vom Prinz und Markgraf Wilhelm von Baden wurde er zum markgräflichen Domänenrat ernannt. Geehrt wurde er mit der Verleihung des Ritterkreuzes 1. Klasse des Zähringer Löwenordens durch den Großherzog. Trotz gesundheitlicher Beschwerden führte er die Geschäfte weiter, ehe er im Mai 1895 starb. Sein Tod wurde als „schwer fühlbarer Verlust“ für die badische Landwirtschaft bezeichnet.