Hardheim

Vor 65 Jahren Grundstein für den Erfolg der Garnisonsgemeinde Hardheim gelegt

Erfolgsgeschichte kann fortgesetzt werden

Archivartikel

Hardheim.Vor 65 Jahren wurde der Grundstein für den Erfolg der Garnisonsgemeinde Hardheim gelegt (die FN berichteten). Trotz Widerstand des Hardheimer Gemeinderats verfolgt der neu gewählte Bürgermeister Kurt Schmider sein Ziel, zur weiteren und zukunftsfähigen Entwicklung der Gemeinde in Hardheim eine Bundeswehrkaserne anzusiedeln.

In der Gemeinderatsitzung vom 29. März 1957 wurde beschlossen, einen „Arbeitsausschuss für die Kasernenbelange“ zu gründen. Er bestand aus den Gemeinderäten Kieser, Wanitschek, Eckert und Henn.

In den folgenden Monaten gab es verschiedene Vorschläge für einen möglichen Kasernenstandort. Aus verschiedenen Gründen musste der Standort immer wieder geändert werden. Mehrere Vor-Ort-Termine mit Besichtigung des jeweiligen Standortes fanden statt.

Die Frage, ob Hardheim eine Kaserne erhalten sollte, wurde abhängig gemacht, ob der Staffelflugplatz in Dornberg gebaut würde. Es zeichnete sich auch ab, dass Höpfingen und Hardheim eine amerikanische Flugabwehr „Nike-Stellung“ erhalten würden.

Am 16. Oktober 1958 teilte das Regierungspräsidium Nordbaden telefonisch dem Bürgermeisteramt Hardheim mit, dass am 20. Oktober 1958 ein abschließendes Gespräch zur „Garnisons-Frage“ für Hardheim in Hardheim stattfinden sollte. Hierzu würden etwa 25 Teilnehmer erscheinen.

In diesem Gespräch wurde dem Bürgermeister von Hardheim und seinen Verwaltungsvertretern mitgeteilt, dass Hardheim eine Garnison erhalten sollte. Die Lage für ein Kasernengelände im „Seubental“ sei ideal für ein derartiges Bauvorhaben, welches mit rund 500 000 DM veranschlagt wurde.

Der „erste Spatenstich“ fand am 8. April 1961 durch Bürgermeister Kurt Schmider und verschiedene Repräsentanten des öffentlichen Lebens statt.

Bis Anfang 1966 wird an der Hardheimer Kaserne gebaut, im März 1966 konnte das Richtfest gefeiert werden. Im Juli 1966 beginnt die Belegung der Hardheimer Kaserne, die den Namen „Bauland-Kaserne“ trägt, durch ein Vorkommando des Flugabwehrbataillon 12. Im Juli / August 1966 werden Teile des Panzeraufklärungsbataillon 12 und des Ausbildungszentrum Heer 52/1 nach Hardheim verlegt.

Am 13. September 1966 präsentiert sich zum ersten Mal das Flugabwehrbataillon 12 der Hardheimer Bevölkerung auf dem Schlossplatz im Rahmen eines Truppenappells mit anschließendem Platzkonzert.

Im November 1966 erfolgte die Umbenennung in „Carl-Schurz-Kaserne“.

Am 15. Oktober 1967 gab das Flugabwehrbataillon 12 der Bevölkerung erstmals die Gelegenheit zum Kennenlernen der Einrichtung mit einem Tag der offenen Tür. Dabei wurden rund 5000 Besucher gezählt.

Bis zum Ende des Jahres 2015 gehören die Soldaten der Bundeswehr zum Ortsbild von Hardheim. So waren in der Kaserne die Flugabwehr, die 4. Panzerartilleriebataillon 365 (1973-1975), Kompanien des Instandsetzungsbataillon 12, 4. Beobachtungsbataillon 123 (Drohnenbatterie; 1988-2003), ein Sanitätszentrum und zum Schluss das Sicherungsbataillon 12.

Am 25. Oktober 2011 war vom Bundesverteidigungsministerium bekanntgegeben worden, dass der Bundeswehrstandort Hardheim mit seinen zwei großen militärischen Liegenschaften, der Carl-Schurz-Kaserne und dem Materiallager der Bundeswehr auf dem Wurmberg, komplett aufgelöst wird.

Am Donnerstag, 10. Dezember 2015, folgte die Außerdienststellung des Sicherungsbataillon 12, zum Ende des Jahres, welches die letzte Einheit in der Hardheimer Kaserne war. Am 13. September 2015 zogen bis zu 650 Flüchtlinge in die Kaserne ein, als das Land Baden-Württemberg eine Landeserstaufnahmestelle in der Kaserne einrichtete; die letzten Flüchtlinge verlassen die Kaserne am 26. September 2016.

Dank der Unterstützung der verschiedenen Abgeordneten, hier im Besonderen des CDU-Bundestagsabgeordnete Alois Gehrig, der die damalige Bundesministerin der Verteidigung Ursula von der Leyen (CDU) kannte, und weiteren Unterstützern, wie dem ehemaligen Verwaltungsbeamten Günther Eichkorn und ehemaligen Kasernenkommandeuren der Flugabwehr, war es möglich, dass erstmal eine Kasernenschließung aufgehoben bzw. ausgesetzt wurde, was am 12. Dezember 2016 von der Bundeswehr bekanntgegeben wurde.

Bereits am 4. Oktober 2017 ziehen wieder Soldaten eine Versorgungseinheit des Kommando Spezialkräfte in der Hardheimer Kaserne ein.

Als besonderes Nikolausgeschenk für die Hardheimer Bevölkerung gibt die Bundesministerin der Verteidigung auf den Truppenübungsplatz in Munster im Beisein von MdB Alois Gehrig, Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Volker Rohm am 6. Dezember 2018 bekannt, dass Hardheim Garnisonsgemeinde bleibt.

Die Erfolgsgeschichte Hardheims als Partner der Bundeswehr kann damit fortgesetzt werden.