Hardheim

Im Materiallager in Hardheim Hauptmann Andreas Hofmann wurde nach 40 Dienstjahren von Oberstleutnant Peter Bartsch in den Ruhestand verabschiedet / Bürgermeister Rohm lobte Engagement

„Er hat fürs Materiallager gekämpft wie ein Löwe“

Archivartikel

„Es kommt mir so vor, als sei es nur ein Wimpernschlag gewesen“, blickte Hauptmann Andreas Hofmann auf seine 40 Dienstjahre zurück. 59 Monate hat er im Materiallager in Hardheim verbracht.

Hardheim. „Andreas Hofmann hat für das Materiallager und für Hardheim gekämpft wie ein Löwe. Er hat eine Lanze für unsere Gemeinde gebrochen.“ Diese anerkennenden Worte ließ Gemeindeoberhaupt Volker Rohm bei der Verabschiedung des Hauptmanns folgen, dessen Lebenslauf zuvor Peter Bartsch Revue passieren ließ.

Wie der Leiter des Bundeswehrdepots Süd in seiner Begrüßung am Freitagvormittag erklärte, habe man Hauptmann Andreas Hofmann erst vor wenigen Monaten an gleicher Stelle zu 40 Dienstjahren gratuliert (die FN berichteten). Seit November 2014 wirkt Hofmann als „Kommandant“ des Materiallagers auf dem Hardheimer Wurmberg.

1979 begann die berufliche Vita

des gebürtigen Heilbronners. Im „zarten Alter von 17“ sei er „eingerückt“: An diesem Dienstag, 1. Oktober, habe Hofmann „exakt 40 Jahre in Uniform als Soldat bei den Streitkräften“ verbracht.

Seine Bundeswehr-Karriere begann in Bad Reichenhall, wo er bei der Gebirgsjägerbrigade 23 die Grundausbildung durchlief. Danach leistete er unter anderem seinen Dienst in Günzburg und Ulm.

Über 2500 Rekruten ausgebildet

Von Oktober 1980 bis September 1987 war er in Ellwangen/Jagst bei der Nachschubausbildungskompanie 7/10 als Gruppen- und Zugführer eingesetzt. „Über 2500 Rekruten haben bei ihm das militärische Handwerk erlernt“, so Bartsch.

Im Oktober 1987 nahm Hofmann an der Fachschule des Heeres für Wirtschaft (Darmstadt) seine Ausbildung zum Offizier des militärfachlichen Dienstes auf. Dort wurde er in zwei Jahren zum staatlich geprüften Betriebswirt mit Schwerpunkt auf Logistik ausgebildet. In Darmstadt absolvierte Hofmann auch seinen Offizierslehrgang, ehe er im Frühjahr 1990 seine erste Verwendung als Offizier beim Verteidigungskreiskommando 511 in Stuttgart als Versorgungsoffizier antrat.

1992 wechselte er zum Militärischen Abschirmdienst, Bereich „Abwehr“. Da sei er „viel rumgekommen“. Im Sommer 2009 – und somit rund 16 Jahre später – kehrte Hofmann in die Logistik zurück und übernahm im Materiallager Königswinter bei Bonn das Kommando. Im November 2014 schließlich kam er ins Materiallager auf dem Wurmberg in Hardheim, das er seither leitet. Offiziell im Ruhestand befinde sich Hofmann ab dem 1. Oktober.

Seine Zeit als Pensionär werde er im Südschwarzwald verbringen, wo er seit einigen Jahren lebt: Er plane, den Jagdschein abzulegen und fortan mit seinen Jagdhunden in diesem Bereich aktiv zu sein, so Oberstleutnant Bartsch, der dem „erfahrenen Betriebsführer von verschiedenen Material-Lagern“ als Dank und Anerkennung eine Urkunde und ein persönliches Präsent für dessen treue Dienste überreichte.

Und mit einem Augenzwingern daran erinnerte, dass man auf Hofmanns Expertise auch weiterhin zurückgreifen könne, da dieser „dem Vater Staat ja im Rahmen von Reserve-Leistungen noch einige Jahre zur Verfügung“ stünde.

In einem persönlichen Dankeswort nutzte Hauptmann Andreas Hofmann die Gelegenheit zu einer Rückschau und ließ dabei Zahlen aus seiner eigenen Statistik folgen. So hat er 59 Monate in Hardheim verbracht – und war 70 Prozent seines bisherigen Lebens bei der Bundeswehr beschäftigt. „Es kommt mir so vor, als sei es nur ein Wimpernschlag gewesen“, schloss er, verbunden mit dem Dank an alle, die ihn in den zurückliegenden vier Jahrzehnten unterstützt und begleitet haben.

Bürgermeister Volker Rohm bedankte sich in persönlichen Worten für die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit. Seit fünf Jahren sei er Bürgermeister der Gemeinde – und habe in dieser Zeit „sehr sehr viele Berührungspunkte mit der Bundeswehr gehabt“.

„Zunächst traurige“, erklärte er und erinnerte an die Schließung der Kaserne und die Auflösung des Depots. „Das Glück des Tüchtigen und viele Mitstreiter“ hätten aber dafür gesorgt, dass Hardheim weiterhin Garnison und Standort der Bundeswehr bleibt. Dass die Carl-Schurz-Kaserne wiederbelebt wird – vor allem aber auch, dass das Materiallager weiter zur Gemeinde gehört (die Wiederinbetriebnahme beginnt 2021) – daran habe Hofmann einen nicht unerheblichen Anteil, wofür ihm Dank und Anerkennung gebühren würden. „Es war eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Andreas Hofmann hat das Herz am rechten Fleck“, so Rohm, der hinzufügte, dass er in der Gemeinde stets willkommen sei.

Anerkennende Worte an den scheidenden Hauptmann richteten im Anschluss Birgit Baumann und Astrid Wengel für die Belegschaft sowie Hauptmann Reinhard Streib, Leiter des Materiallagers in Neckarzimmern. Unter den zahlreichen Ehrengästen im Wirtschaftsgebäude des Materiallagers war an diesem Tag auch ein langjähriger Wegbegleiter Hofmanns: Gunter Gabler, Oberstleutnant a. D., früherer Kommandant des Material-Depots in Darmstadt.