Hardheim

Vor 45 Jahren Am 1. Januar 1975 begann für die Gemeinde Hardheim ein neuer Geschichtsabschnitt

Einwohnerzahl sprang sprunghaft von 4676 auf 7027

Archivartikel

Hardheim.Am 1. Januar 1975 – und somit vor 45 Jahren – begann für die Gemeinde Hardheim ein neuer Geschichtsabschnitt, denn: Seitdem besteht die Gemeinde Hardheim aus den Gemeindeteilen Hardheim (mit Rüdental und Breitenau), Bretzingen, Dornberg, Erfeld, Gerichtstetten, Rütschdorf, Schweinberg und Vollmersdorf. Die Einwohnerzahl war damals sprunghaft von 4676 auf 7027 angestiegen.

Den Anfang zu dieser neuen Gemeinde bildeten die freiwilligen Eingemeindungen von Bretzingen und Schweinberg zum 1. August 1971, von Erfeld zum 1. Dezember 1971 und von Gerichtstetten zum 1. Januar 1973.

Mit Vollzug des „besonderen Gemeindereformgesetzes“ wurden die Gemeinden Dornberg, Rütschdorf und Vollmersdorf zum 1. Januar 1975 eingegliedert. Die Eingemeindungsverhandlungen zwischen Hardheim und den Gemeinden Bretzingen, Schweinberg, Erfeld und Gerichtstetten wurden gemäß Darstellung im Heimatbuch sehr offen geführt. Die jeweiligen Gemeinderatsgremien wurden von den Bürgermeistern Kurt Schmider (Hardheim), Berthold Müller (Bretzingen), Robert Bundschuh (Schweinberg), Eduard Stumpf ( Erfeld) und Karl Heck (Gerichtstetten) immer auf dem laufenden gehalten und frühzeitig in den Entscheidungsprozess mit eingeschaltet. Als sehr wertvoll war bei den Verhandlungen die Beratung durch die damalige Rechtsaufsicht im Landratsamt Buchen bezeichnet worden. Die Chance durch finanzielle Sonderzuweisungen den teilweise vorhandenen Nachholbedarf an Infrastruktureinrichtungen in den Orten schneller aufzuholen, wurde immer wieder ins Gespräch gebracht. Diese Realitäten wussten auch die Verantwortlichen der aufnahmebereiten Gemeinde Hardheim und der eingliederungswilligen Orte zu sehen und einzuschätzen.

Eingliederungsvereinbarungen

Es wurden Kataloge über die vorrangig durchzuführenden Maßnahmen aufgestellt und in die Eingliederungsvereinbarungen mit aufgenommen. Für die Höhengemeinden Dornberg, Rütschdorf und Vollmersdorf gab es keine Eingliederungsvereinbarung, nachdem die Eingliederung aufgrund des Schlussgesetzes durch das Regierungspräsidium Karlsruhe mit Datum vom 23. Dezember 1974 verfügt wurde.

Eingeleitet wurde die Gemeindereform in Baden-Württemberg durch das „Gesetz zur Stärkung der Verwaltungskraft kleinerer Gemeinden“ aus dem Jahr 1968. Nach der Zielplanung der Landesregierung und nach dem 1. Gesetzentwurf waren die Gemeinden Dornberg, Erfeld, Hardheim, Höpfingen, Rütschdorf, Schweinberg, Vollmersdorf, Waldstetten und Bretzingen mit zusammen 9505 Einwohnern dem neuen Main-Tauber-Kreis mit Kreissitz Tauberbischofsheim zugeordnet. Von Hardheimer Seite wurden gegen diese Zielvorstellungen keine Einwendungen erhoben, zumal der Vorteil in der Nähe der Kreisstadt Tauberbischofsheim im Vergleich zu Mosbach eindeutig auf der Hand lag.

In der 2. Lesung im Landtag wurde die Zielsetzung bestätigt. Enttäuscht war man, als der Landtagssonderausschuss abweichend von der Regierungsvorlage die Zuordnung der genannten Gemeinden zum neuen Neckar-Odenwald-Kreis, bestehend aus den bisherigen Kreisen Mosbach und Buchen, empfahl.

In der 3. Lesung fand dieser Vorschlag auch die Zustimmung der Landtagsmehrheit. Alle Bemühungen von Hardheim um Zuordnung zum Main-Tauber-Kreis blieben ohne Erfolg. Bis allerdings die heutige Gemeinde Hardheim dann auch mit Gerichtstetten, aber ohne Steinfurt und Pülfringen, 1974 entstanden war, galt es viele Gespräche und Verhandlungen zu führen.