Hardheim

Der 11. November

Ein Tag mit vielerlei Bedeutung

Odenwald-Tauber.Der 11. November ist ein Tag mit einer langen Tradition. Seit dem 19. Jahrhundert beginnt am „Elften im Elften“ die Fastnachtszeit. Aber schon viel früher hatte der Tag eine wichtige Bedeutung.

Der Tag ist benannt nach dem Heiligen Martin. Dieser wurde um 316/17 in Sabaria (Ungarn) geboren und wuchs in Pavia (Oberitalien) auf. Auf Wunsch des Vaters trat Martin mit 15 Jahren in das kaiserliche Heer ein und wurde drei Jahre später Offizier in der römischen Reiterei.

Der Legende nach teilte der Heilige Martin am Stadttor von Amiens im Jahre 334 seinen Offiziersmantel mit einem frierenden Bettler und wurde bald darauf getauft. Er verließ das Heer und baute sich auf der Insel Gallinara bei Albenga/Ligurien eine Einsiedelei. Später gründete er in der Nähe von Poitiers eine Zelle, die aber durch den Zuzug vieler Schüler bald zum Kloster Ligugé anwuchs.

371 wurde er Bischof von Tours und hielt sich häufig in dem von ihm 375 gegründeten Kloster Marmoutier unweit von Tours auf, das er zu einem religiösen, kulturellen und wissenschaftlichen Zentrum des gallisch-fränkischen Raums machte. Am 8. November 397 starb der Heilige Martin in Candes an der Loire.

Viele der Bräuche zum St. Martinstag haben sich erhalten, da sie nach der Kirchenspaltung auch von den evangelischen Christen übernommen wurden. Dies geht darauf zurück, dass Martin Luther (1483-1546) am 10. November zu Eisleben geboren und am 11. November getauft wurde. Des Weiteren trägt er den Namen des Heiligen Martin.

Zum St. Martinstag wechselten früher die Dienstboten und das Gesinde ihren Arbeitgeber und erhielten zum 11. November ihren Lohn. Auch war die Pacht in der Landwirtschaft zum Martinstag früher (und auch heute noch) zu bezahlen. Auch der Gänsebraten zum Martinstag hat eine lange Tradition. Selbst die Armen hatten früher ein „Stehlrecht“, da auch sie zu diesem Tag einen Gänsebraten haben sollten.

In vielen Orten finden an diesem Tag auch St. Martinsumzüge statt, wobei die Kinder mit selbstgebastelten Laternen durch das Ort ziehen. Zum Umzug gehört auch das „Nachspielen der Mantelteilung mit dem Bettler“. te