Hardheim

Jahresbroschüre Museumsverein Erfatal skizziert, wie es in den 50er Jahren zur Planung der Garnisonsstadt Hardheim kam

Ein Blick in die Schubladen, der sich lohnt

Hardheim.Pünktlich zum 55-jährigen Bestehen der Carl-Schurz-Kaserne sowie zur Indienststellung des Panzerbataillons 363 hat der Museumsverein Erfatal in seiner Jahresbroschüre ein äußerst aktuelles Thema aufgriffen; das aber nicht zum ersten Mal: Bereits im Jahr 2006 hat der Museumsverein das Thema „Bundeswehr in Hardheim“ mit der Sonderausstellung „Hardheim – Partner der Bundeswehr“ akribisch und detailliert aufgearbeitet. Altes und Neues, Aktuelles und Vergangenes sowie manches Kuriosum verschmolzen in einer bemerkenswerten Ausstellung. Bereits deren Eröffnung am 28. April 2006 mit Festvortrag des Brigadegenerals Wolfgang Köpke war ein riesiger Erfolg gewesen: Die Plätze in der Erftalhalle hatten aufgrund des großen Publikumsinteresses nicht ausgereicht.

In der Jahresbroschüre skizziert der Museumsverein nun, wie es in den 50er Jahren zur Planung der Garnisonsstadt Hardheim kam. Vieles findet Erwähnung, was nicht nur dem Willen der Bevölkerung entsprach; zahlreiche Errungenschaften wie auch Enttäuschungen werden aufgezählt: Nicht nur warum der Bahnhof Hardheim als Bundeswehr-Zentralbahnhof zugunsten Tauberbischofsheim aufgegeben wurde, auch von der Planung der Umgehungsstraße mit der Anhebung der Trasse am Wurmberg ist die Rede.

Natürlich blieb auch die Wohnungsfürsorge für die Soldaten ein dringendes Problem, ebenso wie der Verzicht vieler Grundstückseigentümer im Bereich des Seubentales. Bemerkenswert erscheint in diesem Zusammenhang noch heute, wie sehr schon bei der Planung der Kaserne die Auswirkungen auf die politische, soziale, wirtschaftliche und religiöse Struktur der Stadt sich zeigte und eine neue Infrastruktur im Entstehen war: Wenn die Kaserne den Namen Carl Schurz trägt, besteht vielleicht ein historischer oder gar lokaler Zusammenhang? Gab es vielleicht noch mehr Vorschläge?

Der Artikel des Museumsvereins beschränkt sich in seiner Darstellung der Kaserne nur auf die Planung und den Bau bis zum Tag der Einweihung im Jahre 1966. Aus Platz- und Zeitgründen für Recherchen wird auf die Einrichtung der Nike-Stellung und die vielen Erwägungen zum Bau und zur Zufahrt zum Gerätedepot verzichtet. So ergeht ein Appell an die Hardheimer: „Sowohl Unterlagen zu den momentanen ‚Lücken’ als auch zur weiteren Entwicklung der Bundeswehr in Hardheim seit 1966 schlummern sicher in vielen Schubladen ehemaliger Hardheimer Soldaten“, so die Verantwortlichen.

„Die Bundeswehr hat in Hardheim Geschichte geschrieben und tut das auch weiterhin – und der Museumsverein würde sich über eine Zusammenarbeit sehr freuen“. ad