Hardheim

Einkehrtag Pater Konrad Schlattmann widmete sich in seinem Vortrag „Gottes Begegnung mit den Menschen“

„Ein Auffrischungskurs der Sakramente der Kirche“

Hardheim.Zu ihrem Einkehrtag hatten die Terziaren aus dem Distrikt Odenwald-Tauber Freunde und Bekannte ins Hardheimer Pfarrheim eingeladen. Der Tag stand unter dem Motto „Gottes Begegnung mit den Menschen – ein Auffrischungskurs der Sakramente der Kirche“. Als Referent fungierte Pater Konrad Schlattmann, Franziskaner aus Würzburg.

Nach dem Morgenlob konfrontierte er die Teilnehmer mit vier Fragen: „Was sind Sakramente? Was fällt ihnen dazu ein? Welche gibt es und welche Beziehung haben sie für ihr Leben? Welche Bedeutung haben sie für ihr Leben?“.

Nach einer kurzen Murmelpause gab es bereits hier engagierte Stellungnahmen und Meinungsäußerungen. Der Referent gab einen geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Sakramente und zitierte das Wort des Kirchenlehrers Augustinus: „Das Wort und ein sichtbares Element, daraus wird ein Sakrament“, ließ er wissen.

Das wichtigste Sakrament ist die Taufe, das Bad der Wiedergeburt mit dem unauslöschlichen Prägemal und der Eingliederung in die Gemeinschaft der Kirche. Pater Konrad bedauerte, dass die Gemeinden, in welche die Getauften eingegliedert werden sollen, kaum Notiz von einem solchen Ereignis habe.

Während das Element Wasser und die trinitarische Formel unbedingt dazu gehört, gibt es bei der Taufe zahlreiche ausdeutende Riten: Die Nennung des Namens, die Segnung mit dem Kreuzzeichen, die Anrufung der Heiligen, die Salbung mit Chrisam, das Taufkleid, die Entzündung der Taufkerze und der Effata-Ritus.

Nach dem Vortrag kam es zu einer lebhaften Aussprache. Auf die Firmung zu sprechen kommend nannte der Referent das sehr breit gestaffelte Firmalter und verwies auf eine Praxis der katholischen Ostkirche mit der Taufe gleichzeitig die Eucharistie und die Firmung zu spenden.

Zum Thema Beichte äußerte er zwei Meinungen: „Die Beichte ist tot. Und die Beichte lebt!“, schilderte Schlattmann – während in den normalen Gemeinden die Beichtstühle oft zur Rumpelkammer verkommen, herrsche bei den seit dem Weltjugendtag regelmäßig stattfindenden Gebetsnächten im Beichtstuhl Hochbetrieb. Auch die Klöster freuen sich allerorts über den reichen Zuspruch durch die Gläubigen, die nach dem Sakrament der Versöhnung verlangten.

Nach dem Mittagessen wurden neben einer Kirchenführung durch den Erftaldom die Möglichkeit geboten, durch zwei Beichtväter das Sakrament der Beichte zu empfangen.

Danach kam der Referent auf das Sakrament der Krankensalbung zu sprechen. Vielen war der unbiblische Begriff „Letzte Ölung“ noch geläufig. Bruder Konrad zitierte die Stelle aus dem Jakobusbrief: „Ist einer krank unter euch, so rufe er den Priester der Gemeinde. Der soll über ihn beten und ihn mit Öl salben. Das Gebet wird dem Kranken Heil bringen. Der Herr wird ihm aufrichten und wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben“.

In der Heiligen Messe kam Bruder Konrad in seiner Predigt noch auf die Bedeutung der Eucharistiefeier zu sprechen.

Mit dem gemeinsamen Plausch beim Kaffee endete der Einkehrtag. Reicher Beifall wurde Pater Konrad Schlattmann zuteil; er versprach, im kommenden Jahr auf Einladung der Franziskanischen Gemeinschaft wieder für ein geistliches Gespräch zur Verfügung zu stehen. ad