Hardheim

Erinnerungen von Margarete Rechnitzer Corona machte Weihnachten 2020 zu einem besonderen Fest / Unterschiede zu 1944

„Die Nähe fehlt und ist fast verboten“

Archivartikel

Hardheim.In der FN-Ausgabe vom 24. Dezember erinnerte sich Margarete Rechnitzer aus Hardheim an Weihnachten im Jahr 1944. Nun blickt sie auf das kürzliche Weihnachtsfest zurück, welches auch in vielerlei Hinsicht besonders war: 1944 war Rechnitzer vier Jahre alt – heute ist sie 80.

Geschenke in Eile kaufen

„Es ist der 24. Dezember 2020, und wir in Deutschland und der ganzen Welt wollen das Fest der Liebe, Weihnachten, feiern. Und was hält uns davon ab? Wir wollen Geschenke kaufen, aber es muss in aller Eile geschehen, da in Kürze viele Geschäfte wegen des Lockdowns schließen müssen.“ 1944 gab es kaum Geschenke: Der Puppenwagen und die Wiege wurden lediglich neu hergerichtet, das alte Bettzeug gewaschen und gebügelt. Auch die Puppe war die gleiche wie im Vorjahr. Was jedoch das jüngste Weihnachtsfest erschwerte: „Es ist vorgeschrieben, wen wir einladen dürfen, und wie viele Menschen oder Angehörige mit uns feiern dürfen“, erzählt die Hardheimerin.

Sie fügt an: „Einen Tannenbaum besorgen, das ging gerade noch. Und wann kann man in die Christmette gehen, um mit dem Priester die schönen Weihnachtslieder zu singen? Überhaupt nicht, denn das ist untersagt. Ausgerechnet, wenn wir Christen Weihnachten feiern wollen.

Ein kleines Virus hat uns alle fest im Griff, so dass wir zwar im kleinen Rahmen, mit Christbaum und Krippe, Weihnachtsessen und was dazu gehört feiern können. Aber das Wichtigste überhaupt für Kinder, die Bescherung, darf und kann nur im lieblosen Rahmen ohne Händedruck und inniger Umarmung geschehen.“

Zählen, ob Verwandte gesund sind

Das ist es, was das Weihnachtsfest so unterscheidet von Weihnachten im Jahr 1944. Die Nähe fehlt und ist fast verboten, aber warum? Das kleine Virus hat unser Land, die ganze Welt, fest im Griff. Wir können nur hoffen, dass die Pandemie bald ein Ende nimmt. Auch wir zählen, wie Weihnachten 1944, ob alle unsere Verwandten noch gesund und am Leben sind.“

„Christus, dessen Geburt wir feiern, kam auf die Erde, um den Menschen Liebe zu predigen. Wenden wir uns ihm wieder zu und versuchen wir es mit Beten, dass in diesem Jahr Weihnachten wieder zum Fest der Liebe wird – mit Umarmung. Hoffentlich läuteten die Glocken in der Silvesternacht ein besseres Jahr für uns alle ein“, so Margarete Rechnitzer. mg