Hardheim

Kosmische Weihnachten Jupiter und Saturn begegnen sich alle 854 Jahre / Große Konjunktion am Montag

Der Weihnachtsstern aus astronomischer Sicht

Archivartikel

Hardheim.Die Weihnachtsfeiertage finden in diesem Jahr bei den meisten Menschen anders als gewohnt statt. Corona-bedingt wird es an Heilig Abend in den Kirchen und Wohnzimmern keine der gewohnten Feierlichkeiten mit weihnachtlichen Gesängen geben. Dennoch feiern die Christen die Geburt des Erlösers. Für viele Menschen bis heute ein ganz besonderes Ereignis.

Die Adventswochen gelten als die Wartezeit auf den Erlöser und sollten somit eine Ruhe- und Entspannungsphase sein. Durch den in normalen Jahren selbst gemachten „Weihnachtsstress“ verlieren viele die eigentliche Vorbereitungszeit auf die Geburt Christi aus den Augen. Viele Menschen sind der Meinung, dass Religion und Wissenschaft in einem konträren Verhältnis stehen. Dass die Wissenschaft manchmal religiöse Standpunkte beweist, sollen die folgenden Gedanken aus astronomischer Sicht zeigen: Wie verhält es sich mit dem wahren Geburtstag von Jesus Christus? Der 25. Dezember ist nicht der Tag der Geburt, sondern symbolisch zu sehen. Er ist seit dem Jahr 354 ein gesetzlicher Feiertag und geht zurück auf den „Geburtstag der Unbesiegten“ im römischen Götterglauben. Der Stern von Bethlehem, dem die Heiligen Drei Könige gefolgt sind, hat die Menschheit früh beschäftigt und die Fantasie angeregt. Bereits im Jahr 218 vertrat Oriegines von Alexandria die Theorie, dass der Stern ein Komet gewesen sei, denn er hatte den Kometen Halley gesehen. Der Märtyrerbischof Ignatius von Antiochien dachte an eine Supernova.

Die moderne astronomische Deutung des Sterns von Bethlehem ist eine andere, die auf den kaiserlichen Hofastronomen Johannes Keppler zurückgeht, welcher in Prag am 17. Dezember 1603 ein ähnliches Phänomen beobachtete. Es handelt sich um eine Begegnung der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild Fische im Jahr 7 vor Christus, welche nur alle 854 Jahre stattfindet. Dieses Ereignis kann heute aufgrund der modernen Technik sowie astronomischen und geschichtlichen Wissens und archäologischen Ausgrabungen als wahrscheinlichste Theorie anerkannt werden. Somit würde Jesus in diesem Jahr seinen 2026 Geburtstag feiern.

Was aber ist die astrologische Deutung der damaligen Zeit? Der Jupiter war in der Rangordnung der Planeten der höchste Stern, denn er war der Königsstern. Der Saturn wurde mit dem Volk der Juden gleichgesetzt. Das verstreute Sternbild Fische wurde auf Palästina angewendet. So konnten die „Magier“ (Sterndeuter oder Heilige Drei Könige) daraus deuten, dass ein König der Juden in Palästina geboren wurde. Da Jupiter sich in Sonnennähe befand, leuchtete er besonders stark, was für einen besonders mächtigen König stand. Weil sich dieses Ereignis nur alle 854 Jahre abspielt, sprachen die Menschen von einem Jahrtausendereignis. Wegen der Zerstörung des Tempels in Jerusalem und der Unterdrückung des Volkes der Juden durch die Römer, konnte dieses Ereignis nur die Geburt des erhofften Messias darstellen.