Hardheim

An diesem Sonntag Lichterprozession durch die Hardheimer Straßen / Eva Maria Eiermann aus Höpfingen wird die Andacht durch ein getanztes Gebet bereichern

Der Sehnsucht nach Licht nachspüren

Hardheim.„Zeit für Neues“ ist es in gleich doppelter Bedeutung, wenn an diesem Sonntag die Lichterprozession durch die Hardheimer Straßen ziehen wird: Dem Team „Zeit für Neues“ ist es gelungen, in der Andacht einen beeindruckenden Impuls zu setzen.

„Sowohl Andacht als auch Prozession wollen die Teilnehmenden einladen, ihrer eigenen Hoffnung und Sehnsucht nach Licht nachzuspüren. Im Zentrum der Andacht steht dabei ein getanztes Gebet, das Eva Maria Eiermann aus Höpfingen eigens für diesen Abend kreiert hat. Es greife das Thema ’Sehnsucht nach dem Licht’ auf und setze es anschaulich in Bewegung um“, schildert Renate Kaufmann als Mitarbeiterin des Teams.

Der traditionelle Termin wurde in Absprache mit dem Pfarrgemeinderat in den Oktober verlegt, um durch die früher einsetzende Dunkelheit die hoffnungsweckende Wirkung des Lichtes in der Nacht tatsächlich erfahrbar machen zu können.

Das Licht entdecken

Wolfgang Kaufmann schildert die Hintergründe: „Die Tradition der Lichterprozessionen entstand in Zeiten, als es noch kein elektrisches Licht gab. Das Dunkel war greifbar und die Menschen hatten dieses Bedürfnis, gemeinsam das Licht im Dunkel zu erleben. Heute haben wir zwar die Möglichkeit, in hell erleuchteten Häusern zu sitzen und auch am Abend durch beleuchtete Straßen zu gehen, aber dennoch machen Menschen genau wie früher immer wieder Erfahrungen von innerer Dunkelheit und Hilflosigkeit. Die Sehnsucht nach Licht, Freude und Geborgenheit bewegt Menschen heute wie zu allen Zeiten.“

„Es geht darum, das Licht zu entdecken und sich bewusst dafür zu entscheiden“, beschreibt Gemeindereferentin Claudia Beger den Ausdruckstanz. Dieser Gedanke ziehe sich nicht nur durch die Andacht in der Pfarrkirche St. Alban, sondern bestimme auch die Impulse auf dem Weg der Lichterprozession.

Am Feuerwehrgerätehaus im Bereich zwischen Schlossstraße und Schulstraße werden Kinder der Grundschule auf ihre Weise eine Illumination gestalten mittels der erlebt werden kann, was geschieht, wenn der „Funke überspringt“.

Die illuminierten Bäume oberhalb der Erftalhalle sollen „den Gläubigen bewusst machen, dass mit der Entscheidung für einen persönlichen Weg mit Gott ganz individuelle Erfahrungen entstehen, die Wurzeln geben und das Leben bereichern“, wie sie betont.

Die Welt im Fokus

Auf dem Schlossplatz soll – mit Hilfe der Projektion einer Erdkugel – die ganze Welt in den Fokus genommen werden, ehe man zurück in den Erftaldom zieht. „Unterwegs sind alle Teilnehmer der Lichterprozession dazu eingeladen, ein Licht zu tragen“, erklärt Claudia Beger. So könne man die schöne Geste der Anwohner, den Weg mit aufgestellten Lampen und Lichtern zu schmücken, verstärken und mit der frohen Botschaft in Einklang bringen: „Im Vordergrund steht, dass wir das Licht bewusst in die Welt tragen und die Sehnsucht nach diesem Licht sicht- und spürbar zum Ausdruck bringen“, so die Gemeindereferentin.

Wertvolle Gaben

„Zeit für Neues“ gelingt es immer wieder, engagierte Menschen zu finden, die auf ihre eigene bemerkenswerte Weise ihre verschiedenen Talente in den Dienst der Verkündigung zu stellen: „Mit ‚Zeit für Neues’ möchten wir darauf aufmerksam machen, wie viele wertvolle Gaben in unserer Seelsorgeeinheit vorhanden sind“, betont Wolfgang Kaufmann.

Erfreut habe das Team festgestellt, meist auf offene Ohren und die Bereitschaft zur Mitarbeit zu stoßen. So konnten auch für die Gestaltung der Lichterprozession zahlreiche Freiwillige gewonnen werden – etwa Leopold Hollerit aus Gerichtstetten und der junge Hardheimer David Löffler, die für Elektro- und Lichttechnik zuständig und damit eher im Hintergrund anzutreffen sind. Sie sind natürlich auch bei den drei Proben anwesend, mit denen Illumination, Choreographie und Andacht abgestimmt werden.