Hardheim

Am Neujahrstag Pius Weniger feiert in Schweinberg seinen 90. Geburtstag / Rückblick auf ein langes, nicht immer einfaches und sehr arbeitsames Leben

Der Jubilar ist ein echtes Stehaufmännchen

Archivartikel

Schweinberg.Er ist gesellig, stets gut gelaunt und immer für ein Gespräch zu haben, gastfreundlich und gutmütig – und feiert am Neujahrstag seinen 90. Geburtstag: Die Rede ist von Pius Weniger aus Schweinberg, der nicht nur in seinem Heimatdorf bekannt und geschätzt ist.

An seinem Jubeltag blickt er auf ein langes, nicht immer einfaches und sehr arbeitsames Leben zurück. Es begann am 1. Januar 1931 in Schweinberg, wo Pius Weniger als Sohn der Eheleute Karl-Josef und Sofie Weniger geboren wurde. Nachdem er in Schweinberg die Volksschule besucht hatte, schloss er 1947 die Buchener Landwirtschaftsschule als damals jüngster Absolvent ab.

„Der Älteste war über 30, ich zählte gerade 17 Lenze“, lacht er heute. 1952 folgten Kurse an der damaligen Landvolkshochschule auf der Gamburg. Sein Berufsleben spielte sich dann fast durchgehend zwischen der elterlichen und schwiegerelterlichen Landwirtschaft und dem Bau ab; lange Jahre wechselten sich beide Elemente im halbjährigen Rhythmus ab.

Im Baugewerbe war Pius Weniger beispielsweise ab 1961 bei der damaligen Firma Jana-Bau (Tauberbischofsheim) tätig, wo er als Mitglied der „schnellen Truppe“ an zahlreichen Projekten mitwirkte. „Über das Bauunternehmen Link hatte ich sehr viel beim Bau des neuen Industriegebiets ‚Hochhäuser Straße’ sowie der Entstehung des Kreiskrankenhauses und des Oberen Brenners zu tun“, blickt er zurück.

Zwischen 1968 und 1979 war er bei der Flurbereinigung beschäftigt, eine Zeit, die leider mit einer unvorbereiteten Entlassung endete. Als echtes Stehaufmännchen steckte Pius Weniger den Kopf nicht in den Sand und kam über Stellungen beim Walldürner Bauunternehmen Bonn und der Gemeinde Hardheim zunächst zur Firma Braun nach Walldürn, wo er bis 1983 wirkte. Im gesetzteren Alter absolvierte er eine Umschulung mit Fachrichtung Metallbau und vervollständigte ab 1984 die Belegschaft der Hardheimer Maschinenfabrik Gustav Eirich.

Dort zeigte sich ein weiteres Mal, was sein tiefer christlicher Glaube und sein unermüdlicher Vorwärtstrieb – zwei wesentliche Charakterzüge des immer freundlichen Jubilars – bewirken können: Bei einem schweren Arbeitsunfall in der Spritzhalle verlor er 1987 den linken Unterschenkel. Wo andere aufgeben, fing er nach dem Anpassen einer Prothese erst richtig an. „Ich habe weiterhin gearbeitet und mich nicht hängen lassen. Der einzige Unterschied bestand darin, dass meine Autos fortan ein Automatikgetriebe besaßen“, resümiert er heute. Im Januar 1994 trat er den Ruhestand an.

Wichtig war und ist Pius Weniger stets seine Familie: Zusammen mit seiner aus Großrinderfeld stammenden Frau Maria, die er 1963 in Bronnbach geheiratet hatte, zog er drei Söhne und drei Töchter groß. Heute freut er sich über vier Enkelkinder.

Des weiteren ist der in jungen Jahren in der Landjugend, der Kolpingsfamilie und der Feuerwehr aktive Jubilar ein Freund der Bücher: „Ich war schon immer sehr wissensdurstig“, lacht Pius Weniger, der getreu seines Leitspruchs „Lesen bildet“ nach wie vor gern Sachbücher vor allem über Geschichte, Gesundheitsthemen und das Christentum liest.

Bis 2019 war er zudem mit dem eigenen Auto unterwegs: Sein Kleinwagen ermöglichte ihm die Teilnahme an zahlreichen Veranstaltungen des Hardheimer Altenwerks sowie Vorträgen und gesellschaftlichen Angeboten. Das ist heute nicht mehr möglich: „Wir sind zwar altersentsprechend zufrieden, aber bestimmt nicht zu beneiden – meine Frau sitzt im Rollstuhl, ich bin auf Gehhilfen oder den Rollator angewiesen“, erklärt Pius Weniger.

So findet auch die Feier zum 90. Geburtstag anders als geplant im engen Familienkreis statt. Sehr gern schließen sich die Fränkischen Nachrichten mit besten Glück- und Segenswünschen den Gratulanten an. ad