Hardheim

OWK Hardheim Erstmals seit März wieder gemeinsam unterwegs

Auf den Spuren der Hölzerlips

Archivartikel

Hardheim.Erstmals sei März starteten am Sonntag Mitglieder des OWK Hardheim zu einer Wanderung. Los ging es morgens mit Autos nach Mülben bei Waldbrunn.

Mülben wird auch „Kleine Schweiz“ genannt. Entstanden ist dies durch die Besiedelung von Schweizer Kolonisten nach dem Dreißigjährigen Krieg.

Die Wanderung begann auf der Markgräfler Straße, weiter zum Steinernen Tisch aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts und höchster Punkt der Wanderung. Dort erzählte die Wanderführerin von der Ansiedlung am Nordhang im Wald, dem Ferdinandsdorf im 19. Jahrhundert: Die Bewohner litten Hunger und Kälte, da am Nordhang kein Ackerbau und Viehwirtschaft möglich waren, und gaben das Dorf auf.

Im Wald sind noch Ruinen zu sehen. Die Spuren der Hölzerlips führten zum Felsenhaus, ein Ort an dem sich unter anderem die Hölzerlipsbande traf: Männer, Frauen, Kinder, die keine Bleibe in den Dörfern bekamen, arme Menschen, die sich mit kleinen Diebstählen und Gelegenheitsarbeiten bei den Bauern verdingten. Ein Überfall durchziehender Fuhrwerke endete für einen Insassen tödlich. Die Hölzerlipsbande wurde gefangen genommen. Vier Mitglieder wurden nach einem unfairen Prozess erhängt. Ein großes, grausames Schauspiel für viele Menschen.

Nach dem Felsenhaus wurde zur Oberhöllgrund-Mühle am Höllbach gewandert. Dort wurde gemeinsam gevespert. Kurz vor Mülben begegnete die Gruppe den Wanderern vom Odenwaldklub Buchen, die am frühen Nachmittag von Mülben gestartet waren.