Hardheim

Leserbrief Zu den Artikeln zur Aufstellung des Panzerbataillons 363 in Hardheim (FN vom 7. Dezember)

„An dem ’Sechser im Lotto’ haben mehrere mitgetippt“

Unter der Überschrift „Kein Geld verschwenden“ habe ich am 14. Januar 2015 in einem Leserbrief in den Fränkischen Nachrichten einen Aufruf an unsere damals im Wahlkreis vorhandenen vier Bundestagsabgeordneten Gerig, Horb, Warken (alle CDU) und Dr. Schlegel (SPD) gestartet, beim Bundesministerium der Verteidigung wegen der Nachbelegung der Carl-Schurz-Kaserne vorstellig zu werden, dass nicht – wie zum Jahresbeginn 2015 vom Werbebeauftragten und dem Verteidigungsministerium gefordert – Millionen Euro unnötig für die Sanierung von maroden Kasernen verschwendet werden, wenn hier eine voll funktionsfähige Kaserne mit Standortübungsplatz geschlossen wird und eine Nachnutzung in weiter Ferne steht. Den Werbebeauftragten habe ich ebenfalls in Kenntnis gesetzt und gebeten, tätig zu werden, was auch erfolgte. Ein reger Informationsaustausch zwischen den Abgeordneten und mir war die Folge und die Angelegenheit wurde auch den Abgeordneten im Verteidigungsausschuss vorgetragen.

Nach den mir öffentlich zugänglichen Quellen hatte die Bundesministerin Ursula von der Leyen bereits in einem Interview am 27. Februar 2015 auf die neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen hingewiesen und entschieden, die Panzertruppe zu aktivieren.

Auch bei den Stationierungsentscheidungen gab es noch Veränderungen. Für mich war das ein Hoffnungsschimmer, an der Sache dran zu bleiben. Auch Landrat Dr. Brötel hatte sich nochmals für den Erhalt der Carl-Schurz-Kaserne eingesetzt und bekam ebenso wie MdB Alois Gerig die Mitteilung, dass die Aufgabe des Standorts Hardheim beschlossene Sache ist.

Obwohl in Hardheim 2015 die politisch Verantwortlichen nicht mehr an eine Wiederkehr der Bundeswehr nach Auflösung der Heeresflugabwehrtruppe und des Sicherungsbataillons 12 glaubten, war ich aufgrund der militärpolitischen Entwicklung anderer Meinung.

Dann wurde ein Konversionsgutachten in Auftrag gegeben vom Gemeindeverwaltungsverband, welches am 25. Februar 2016 in der Erftalhalle Hardheim vorgestellt wurde. Offensichtlich waren die teilnehmenden Gemeinderäte aus Walldürn, Höpfingen und Hardheim vom Ergebnis so überrascht, dass nicht ein einziger Gemeinderat in der anschließenden Diskussionsrunde eine Frage stellte, wie ich erstaunt in der Versammlung feststellte. Ob die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen wegen der späteren zvilen Nutzung der Liegenschaften (Kaserne und Depots) so möglich gewesen wäre, sei dahingestellt.

Zwischenzeitlich, wie auch vorher, hatte ich auch noch Kontakt zu ehemaligen Offizieren und Kommandeuren der Heeresflugabwehrtruppe und des Sicherungsbataillons, die teilweise noch Dienst in der Bundeswehr leisten und heute in verantwortlichen Dienstposten eingesetzt sind und den Standort Hardheim kennen. Auch diese habe ich um Unterstützung gebeten. Dann kam die erste positive Weichenstellung Mitte des Jahres 2016, die stillgelegte Kaserne nicht an die Bima abzugeben, da eine Neubelegung der Carl-Schurz-Kaserne ab Oktober 2017 beabsichtigt ist. Auch die Unterbringung von Asylbewerbern war seitens der Bundeswehr räumlich und zeitlich begrenzt.

Im Jahre 2016 wurde dann die Aufstellung einer KSK-Einheit ab 1. Oktober 2017 befohlen, so dass in der Carl-Schurz-Kaserne wieder Leben einkehrte.

Mit Freude habe ich jetzt die ministerielle Entscheidung über Wiederstationierung eines Bataillons ab dem vierten Quartal 2019 in Hardheim vernommen. Danke an alle militärischen Unterstützer und politischen Mandatsträger für ihren Einsatz, dass sie alle auch an dem gepriesenen „Sechser im Lotto“ teilhaben dürfen.

Auch die jeweils objektive Berichterstattung der FN möchte ich besonders erwähnen.