Hardheim

Herbstveranstaltung Ernährungswissenschaftlerin Annette Braun referierte bei der Katholischen Landfrauenbewegung zum Thema „Essen gegen das Vergessen“

Aktivität im Alter gegen die Demenz

Körperlich und geistig fit zu sein, gerade im Alter, das wünscht sich jeder. Was man selbst dafür tun kann, erfuhren die Besucher bei der Herbstveranstaltung der Katholischen Landfrauenbewegung.

Rütschdorf. Das Interesse war groß und die Stühle im Schützenhaus reichten nicht aus. Kein Wunder, denn das Thema des Nachmittags sprach viele Bürger an. „Essen gegen das Vergessen – auch richtig ernährt im Alter?“ stand diesmal im Mittelpunkt des Nachmittags der Katholischen Landfrauenbewegung (KLFB). Dazu hieß die Regionaldelegierte und zugleich Vorstandsmitglied der KLFB Freiburg, Christel Erbacher (Vollmersdorf), neben den Bürgern der Hardheimer Höhe auch eine Reihe von Zuhörern aus der Umgebung willkommen.

Die Referentin Annette Braun, Ernährungswissenschaftlerin und Heilpraktikerin, gab den aufmerksamen Zuhörern eine ganze Reihe von Anregungen an die Hand, wie man durch eine richtige Ernährung auch als Seniorin oder Senior bis ins hohe Alter vieles für die eigene Gesundheit erreichen kann. Krankheiten wie Demenz, Alzheimer, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes könne man so vorbeugen oder entgegenwirken.

Übel der Wohlstandsgesellschaft

„Demenz ist das Übel der westlichen Wohlstandsgesellschaft“, erklärte Braun. Allein In Deutschland zähle man aktuell 1,7 Millionen Demenzkranke, Tendenz steigend. Bei den Naturvölkern hingegen seien Erscheinungen wie Übergewicht, Arthrose oder Gedächtnisverfall ein Fremdwort.

Wie man die körperliche und geistige Fitness beeinflussen kann, fasste Annette Braun in drei Komplexen zusammen. „Runter vom Sofa und hinaus in den Wald an die frische Luft“, war ihre Devise. Denn Bewegung, möglichst eine halbe bis eine Stunde am Tag, mobilisiere den Körper in jeglicher Hinsicht. Doch auch Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder Tanzen seien ratsam.

Geistiges Training sei ein zweiter wichtiger Baustein. Bücher lesen, Rätsel lösen, Sprachen lernen, Schach spielen, Singen und Musizieren sowie Zeit mit den Enkeln zu verbringen, helfe, im Kopf mobil zu bleiben.

Frische Lebensmittel verwenden

Mit entscheidend für die Gesundheit im Alter sei eine ausgewogene Ernährung. Viel Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, wenig rotes Fleisch, ein- bis zweimal die Woche Fisch und gute Fette seien von Vorteil. Die Lebensmittel sollten nach Möglichkeit frisch und wenig verarbeitet sein.

„Am besten, Sie kochen so lange wie möglich selbst“, riet Braun dem Publikum. Eine völlige Absage erteilte Braun dem Zucker, dem Rauchen, dem Alkohol und den Transfetten wie Margarine. Zudem sollte man die Aufnahme von Kohlehydraten wie beispielsweise durch Brot in Grenzen halten. Wenn schon, dann in der Vollkornvariante.

Wichtigste Getränke, etwa zwei Liter am Tag, seien Wasser ohne Kohlensäure und Kräutertee. Auch mal eine Gemüsebrühe bringe Abwechslung. Besonders sollte man auf die Darmgesundheit achten, denn von dort aus werde 85 Prozent der körpereigenen Abwehr gesteuert.

Annette Braun verwies auf die Tageseinteilung nach Hildegard von Bingen, wonach neben acht Stunden Arbeit und Bewegung, acht Stunden Beten und Studieren besonders auch ein achtstündiger Schlaf gesundheitsfördernd sei. Hinweise zu wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen rundeten den Vortrag ab.

Rege Diskussion

Im Anschluss wurde unter den Besuchern angeregt diskutiert. Die Ernährungswissenschaftlerin beantwortete zudem individuelle Fragen von Zuhörerinnen.