Hardheim

Walter-Hohmann-Schulverbund Ergebnisse der Befragung zum Bedarf eines Ganztagsbetriebs in der Grundschule liegen vor / Antragstellung erst zum Schuljahr 2021/22

58 Prozent der Eltern sehen einen Bedarf für ihr Kind

Die Ergebnisse der Elternbefragung zum Bedarf eines Ganztagsbetriebs in der Grundschule des Walter-Hohmann-Schulverbundes liegen vor. Der Antrag soll zum Schuljahr 2021/22 gestellt werden.

Hardheim. „In Baden-Württemberg können als Form der Ganztagsbetreuung neben dem derzeitigen freiwilligen Angebot der Gemeinde mit dem kostenpflichtigen Hort an der Schule bereits Grundschulen als Ganztagsschulen eingerichtet werden. Die Ganztagsgrundschule bietet neben den pädagogischen Vorteilen vor allem auch berufstätigen Eltern die Möglichkeit einer über den Schulalltag hinausgehenden Betreuung und setzt das umfassende Angebot der Kindergärten im Schulbereich fort.

So ist der flächendeckende Ausbau von Ganztagsgrundschulen auch Ziel der Landesregierung, die diese Schulform aktiv unterstützt und vorantreiben will. Jedes Kind und jeder Jugendliche soll die Möglichkeit haben, eine Ganztagsschule in erreichbarer Entfernung besuchen zu können.

Die Lehrer der Schule, die Gemeinde als Schulträger, die Eltern und letztlich über die Schulkonferenz auch die Schülervertretung entscheiden gemeinsam, ob eine Ganztagsgrundschule eingerichtet werden soll. Grundlage soll dabei in erster Linie der tatsächliche Bedarf der Eltern an einer Ganztagsbetreuung sein“, heißt es in einer Mitteilung des Bürgermeisteramts Hardheim, und weiter:

„Über die Sommerpause hatte die Gemeindeverwaltung Hardheim in Zusammenarbeit mit der Schulleitung des Walter-Hohmann-Schulverbunds nun diese Elternbefragung zum Bedarf eines Ganztagsbetriebs in der Grundschule durchgeführt. Mit einem Fragebogen waren die Eltern der Grundschulkinder von Klassenstufe 1 bis Klassenstufe 3 und die Eltern der Kindergartenkinder, die voraussichtlich im Schuljahr 2020/21 und 2021/22 eingeschult werden, befragt worden.

Bis Mitte September konnten die ausgefüllten Fragebögen an die Gemeindeverwaltung zurückgegeben werden. Von den angeschriebenen Eltern von 276 Kindern haben sich Eltern von 107 Kindern, was einer Quote von etwa 39 Prozent entspricht, zurückgemeldet. Von diesen Eltern haben derzeit 45 (42 Prozent) keinen Bedarf an einer Ganztagsbetreuung, 62 (58 Prozent) sehen jedoch auf absehbare Zeit einen Bedarf für ihr Kind. Davon wiederum haben 30 Eltern (48 Prozent) den Wunsch, das bisher in Hardheim praktizierte Modell mit Halbtagsgrundschule und ergänzender Hortbetreuung beizubehalten.

Den Wunsch nach einer Ganztagsgrundschule mit ergänzendem kostenpflichtigem Betreuungsangebot nach der Schule, an Freitagen und in den Ferien haben 16 Eltern (26 Prozent) und eine reine Ganztagsgrundschule ohne weiteres Betreuungsangebot wünschen sich 15 Eltern (24 Prozent).

Sollte die Ganztagsgrundschule eingerichtet werden, würden voraussichtlich 27 Eltern ihr Kind anmelden, 55 Eltern die Wahlmöglichkeit der Halbtagsgrundschule beibehalten wollen.“

Individuelle Lösungen erwünscht

Bei der Form der Ganztagsgrundschule mit drei oder vier Ganztagsschultagen sei die Meinung breit gefächert, viele Eltern wünschten sich möglichst individuelle Lösungen, wie es derzeit der Hort bietet und daher auch zunächst weitergehende Informationen, wie in der Praxis sich die Ganztagsgrundschule darstellen würde. Denn einige Eltern hätten angegeben, dass sie zwar keinen grundsätzlichen Ganztagsbedarf sehen, aber sich tageweise eine Ferienbetreuung oder ein ergänzendes Angebot an einzelnen Tagen außerhalb der Unterrichtszeit wünschen.

Mit den Ergebnissen der Elternbefragung könnte damit die Einführung der Ganztagsgrundschule ab dem kommenden Schuljahr 2020/21 beantragt werden.

„Da die gemeldeten Schülerzahlen aber nur geringfügig über der für die Beantragung erforderlichen Zahl liegen, sind Schulleitung und Gemeinde übereingekommen, dass die Antragstellung erst zum Schuljahr 2021/22 erfolgen soll. Denn dann versprechen die Rückmeldungen aus der Elternbefragung, dass mindestens zwei Ganztagsgruppen beantragt werden können mit der Folge, dass für das Angebot eine wesentlich höhere Lehrerstundenzuweisung an die Schule erfolgt und damit ein breiteres Ganztagsangebot konzipiert werden kann“, so das Bürgermeisteramt Hardheim, und weiter:

„Denn neben der Gewissheit einer ganztäglichen Betreuung zeichnet sich die Ganztagsgrundschule vor allem dadurch aus, dass eine Vernetzung zwischen Unterricht und außerschulischen Angeboten am Vor- und Nachmittag stattfindet, um Phasen der Anspannung, Entspannung und Bewegung im Lauf eines Schultages zu berücksichtigen.“

Dazu könne das aus dem Jahr 2016 vorliegende pädagogische Konzept durch eine Vorgabe des Kultusministeriums vom Juli 2019 nicht einfach überarbeitet werden, sondern es müsse ein vollständig neues Konzept erstellt werden.

Konkretes Konzept erarbeiten

Dieses dafür benötigte konkrete Konzept für eine Ganztagsgrundschule ab dem Schuljahr 2021/22 soll nun in den nächsten Monaten erarbeitet werden, ebenso sollen die dafür notwendigen Beschlüsse in den Schulgremien erfolgen.

Im Laufe des Schuljahres wird dann über die Form der Umsetzung der Ganztagsgrundschule informiert werden, damit auch diejenigen Eltern, die bislang noch unschlüssig waren, ob sie ihr Kind im Ganztagsbetrieb anmelden würden, eine verbindliche Entscheidung treffen können.

Ergänzend zur Ganztagsgrundschule soll es auf jeden Fall für Randzeiten, Wochentage, an denen es keine Nachmittagsbetreuung der Ganztagsgrundschule gibt, und die Ferienzeiten ein ergänzendes kostenpflichtiges Hortangebot geben, so dass das Betreuungsangebot insgesamt nicht vermindert wird.