Handball

Handball Die Verantwortlichen der Rimpar Wölfe arbeiten intensiv an den Planungen für die neue Saison / Treue Sponsoren

Zuversicht in zweierlei Hinsicht

Archivartikel

Der Profifußball nimmt mit dem baldigen Start der 1. und 2. Liga in Kürze wieder Fahrt auf, auch im Basketball hofft man noch darauf, dass das geplante Endrundenturnier zustande kommt, im Handball dagegen hat man sich vor drei Wochen für einen kollektiven Saisonabbruch in allen Ligen entschieden. Seither ist es ruhig geworden um die Vereine. Die Handball-Bundesligen spielt ganz bewusst auf Zeit. Im Hintergrund wird derzeit unter Hochdruck an einem Hygiene- und Sicherheitskonzept für die neue Saison, die wenn möglich im September beginnen soll, gearbeitet. Das heißt erstmal, eine ungewohnt lange Pause für die 36 Klubs, zu denen auch Zweitligist DJK Rimpar Wölfe gehören.

Dort, vor den Toren Würzburgs, scheint man die Corona-Krise gut zu bewältigen. Die Sponsoren haben auf etwaige Regressansprüche wegen nicht erbrachter Leistungen durch den vorzeitigen Saisonabbruch verzichtet, berichtet Wölfe-Geschäftsführer Roland Sauer. Auch die Gespräche mit den Sponsoren hinsichtlich der neuen Runde sollen den Umständen entsprechend ordentlich verlaufen. „Wir pflegen ein vertrauensvolles Miteinander“, erklärt Sauer: „Für die neue Saison ist noch vieles offen, aber die bisherigen Gespräche sind von großem beiderseitigem Verständnis geprägt.“

Äußerst vielversprechend verläuft eine kreative Aktion der DJK Rimpar Wölfe, als Reaktion auf die Krise. Unter dem Motto „Wölfe vs Corona“ startete der Verein eine Crowdfunding-Aktion im Internet, in der sich Unterstützer verschiedene Artikel und Aktionen kaufen können. Angefangen bei der „Wolfsmilch“, dem selbstgebrauten Bier der Rimpar Wölfe, einem virtuellen Derby-Ticket für fünf Euro, gibt es aber auch außergewöhnlichere Aktionen, wie ein persönliches Training mit Chefcoach Ceven Klatt oder gleich eine ganze (sicher noch schweißtreibendere) Trainingseinheit mit dem Wölfe-Athletiktrainer. Wer einen Wölfe-Spieler für einen Tag als Praktikant in seinem Unternehmen haben will, bekommt dies für entsprechendes Geld . Wer mit der kompletten Belegschaft ein Training mit den Rimparer Zweitliga-Handballern bestreiten will, muss 2500 Euro aufbringen. 400 Unterstützer haben sich der Aktion „Wölfe vs Corona“ bereits angeschlossen und dabei bislang 26 511 Euro gespendet. Das Ziel der Aktion ist es, 30 000 Euro zu generieren. Wenn dieser Betrag nicht erzielt wird, bekommen alle Unterstützer ihr Geld zurück. Die Crowdfunding-Aktion läuft noch bis heute Nacht.

Klatts Vorfreude

Es wäre Geld, das der Verein gut gebrauchen könnte. Durch den Saison-Abbruch gingen den Rimparern die Einnahmen aus noch vier ausstehenden Heimspielen durch die Lappen, darunter unter anderem das Derby am letzten Spieltag gegen Coburg in einer vermutlich ausverkaufen „s.Oliver Arena“. Trotzdem vermeldet Roland Sauer mittlerweile selbstbewusst „zuversichtlich in Richtung nächster Saison zu blicken – wirtschaftlich und sportlich“.

Trainer Ceven Klatt macht ebenfalls einen relativ entspannten Eindruck. Er sieht die 2. Handball-Bundesliga durch Corona nicht in allzu großer Gefahr. „Da sollte man sich um die 1. Liga wahrscheinlich größere Sorgen machen. Die Etats und Gehälter sind dort um ein Vielfaches höher. Daher sind dort hohe Einbußen zu erwarten“, meint er und fügt an: „Wir in der 2. Liga werden sicherlich auch mit Einschnitten leben müssen, aber die werden hoffentlich nicht so gravierend ausfallen“.

Klatt selbst befindet sich, wie alle Spieler der DJK, in Kurzarbeit. Die Vorbereitung der neuen Saison wird dann vermutlich zunächst mit Kleingruppentrainings beginnen können. Vieles ist da noch in der Schwebe. „Ich gehe das trotzdem mit Vorfreude und Optimismus an“, so Klatt: „Ich freue mich einfach darauf, wenn es endlich wieder losgeht und ich mit den Jungs in der Halle stehen darf“. Aktuell erarbeitet er viele Konzepte, um in ein paar Wochen auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Die gängigen Prozedere mit Trainingslager und Testspielen, werden sich komplizierter als gewohnt gestalten. „Es wird dann vor allem darauf ankommen, kurzfristig reagieren zu können“, schaut der Rimparer Coach voraus.

Schaut man sich das Krisenmanagement der Wölfe der letzten Tage und Wochen an, wird die DJK für jede Situation gewappnet sein.