Handball

Handball Kurzinterview mit Kapitän Patrick Schmidt

„Wir leben doch für diese Momente“

Archivartikel

Herr Schmidt, das erste Heimspiel nach sieben Monaten steht an. 600 Zuschauer dürfen bei der Rückkehr des „Wolfsrudels“ mit dabei sein. Wie groß ist die Vorfreude?

Patrick Schmidt: Die Jungs brennen natürlich total drauf. Das war letztes Wochenende in Aue schon sehr emotional in der Halle mit 600 Fans, die ihr Team richtig nach vorne gepeitscht haben. Dafür wieder vor unseren Fans spielen zu dürfen, haben wir uns auch zehn Wochen lang in der Vorbereitung – auf gut deutsch gesagt – den Arsch aufgerissen. Jeder Handballer lebt doch für diese Momente.

Wie war es denn zum Saisonauftakt in der Halle beim EHV Aue? Auch wenn sie verletzungsbedingt nur von außen zuschauen mussten.

Schmidt: Wir sind schon mit Neugier hingefahren, weil wir einfach auch gespannt waren, wie das dann in der Halle alles umgesetzt wird. Wir kannten die Halle ja aus der Vergangenheit nur, dass dort jeder Platz belegt war. Es hat alles funktioniert. Außer mit den zwei Punkten für uns. Jetzt sind wir gespannt, wie das am Samstag in der s.Oliver Arena ausschaut. Auch für uns Spieler wird jetzt am Spieltag alles neu, nicht nur was die Besetzung der Zuschauerränge anbelangt. Das wird eine neue Erfahrung für uns alle. Ich bin jeden Falls sehr froh, dass die Zuschauer reindürfen.

Wie schwierig ist es unter den ungewohnten Voraussetzungen die volle Konzentration auf das Spiel zu lenken?

Schmidt: Das geht relativ einfach, weil wir einfach Sportler sind und wir unserer großen Leidenschaft jetzt endlich wieder nachgehen dürfen. Den Fokus aufs Spiel werden alle haben. Darauf haben wir uns lange genug vorbereitet. Ohne Zuschauer wäre es natürlich ein bisschen schwieriger. Wir haben ja viele Spieler, wozu ich mich auch zähle, die viel Emotionen ins Spiel bringen. Dazu braucht man natürlich die Zuschauer im Rücken. Aber selbst wenn keine da wären, dürfte das für uns keine Ausrede sein. Es ist unser ersten Heimspiel nach sieben Monaten – und es geht um Punkte.

Mit den ganzen „Nebenkriegsschauplätzen“ der letzten Wochen und Monate musstet ihr euch kaum beschäftigen. Da hattet ihr einen Roland Sauer, der die Krise im Alleingang gestemmt hat . . ..

Schmidt: Ganz großes Lob an Roland, für das was er hier das letzte halbe Jahr alles gemanaged hat. Er legt verdammt viel Energie in die Sache, obwohl er eigentlich beruflich noch tausend andere Aufgaben hat. Höchsten Respekt, dass er es geschafft hat, alles am Laufen zu halten. Für uns Spieler ist es vor allem in der derzeitigen Lage sehr wichtig in einem gutgeführten Klub unter Vertrag zu stehen. Roland hat die Grundlage geschaffen, dass alles weitergehen kann. Jetzt liegt es an uns am Samstag mit zwei Punkten gegen Hüttenberg etwas zurückzugeben. stkr