Handball

Handball Online-Schulungen für die Nachwuchs-Nationalteams des DHB

Von neuen Medien profitieren

Archivartikel

Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen: Seit vergangener Woche „treffen“ sich die DHB-Nachwuchs-Nationalmannschaften virtuell zum Austausch und um mit Theorie bereit für die Praxis zu werden.

Wie bringt man (National)-Mannschaften zusammen, obwohl aufgrund der Corona-Auswirkungen kein Mannschaftstraining möglich ist? Die Lösung heißt Videokonferenzen. Die DHB-Bundestrainer haben in der vergangenen Woche erstmals Online-Lehrgänge mit allen Nachwuchs-Nationalmannschaften veranstaltet. Einmal pro Woche „treffen“ sich die Mannschaften nun virtuell für rund eine Stunde, um sich auszutauschen, Trainingspläne zu optimieren sowie Taktikschulung und Teambuilding zu betreiben.

In Abstimmung mit allen Bundestrainern der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaften hat Jochen Beppler (DHB-Chef-Bundestrainer Nachwuchs) diese Online-Lehrgänge konzeptioniert und koordiniert. „Diese Lehrgänge sind ein erster und wichtiger Schritt zum Neuanfang“, betont Beppler.

Die Aufgabenstellungen für die einzelnen Mannschaften sind unter-schiedlich. Für die Nachwuchsmannschaften stehen viele Aufgaben individuell und als Gruppe auf dem Programm. Die weibliche Jugend von Maik Nowak erstellt zum Beispiel Trainingsvideos, die Junioren von Martin Heuberger analysieren WM-Spiele, die männliche Jugend muss die Grundlage des Abwehrspielszusammenfassen und später präsentieren.

„Uns ist vor allem wichtig, dass der Kontakt zu unseren Talenten nicht abreißt, und dass wir die Spieler auch begleiten, wenn wir sie persönlich nicht treffen können“, sagt Beppler. „Natürlich haben wir uns auch mit allen Spielerinnen und Spielern über ihre allgemeine Situation außerhalb des Handballs unterhalten. Und auch dabei konnten die Gruppen von vielen Tipps und Erfahrungen profitieren“, sagt Wudtke.

Am Anfang aller Online-Lehrgänge stand eine Analyse der Trainingspläne jeder einzelnen Spielerin und jedes einzelnen Spielers. „Da gab es teilweise gravierende Unterschiede, speziell was die Bundesländer und den Grad der Restriktionen betrifft. Während in einigen Vereinen schon wieder in Kleingruppen trainiert werden darf, können andere Talente nur für sich arbeiten -zum Beispiel in Sachen Kraft, Ausdauer und Athletik“, betont Wudtke. „Alle Spielerinnen und Spieler werden sehr gut über ihre Vereine mit Athletiktrainingsplänen versorgt“, sagt Beppler.

AlleTalente geben ihre Trainingsinhalte in die DHB-Datenbank ein, die Bundestrainer können diese Daten also schnell auslesen und auswerten. Im nächsten Schritt wird dann virtuell an der Taktik gefeilt, mit der Arbeit an Abwehr- und Angriffskonzepten. „Wenn sich die Spielerinnen und Spieler theoretisch mit handballspezifischen Themen befassen, fällt der Einstieg in die Praxis viel leichter“, betont Wudtke, der in seiner früheren Tätigkeit an der Kölner Trainerakademie schon häufig mit Videoschulungen und Webinaren gearbeitet hatte.

Aus dieser Zeit hat Wudtke auch seine berühmten Handball-Quizze, an der aktuell auch die Nationalmannschaften teilnehmen. „Wenn dort jüngerer gegen älterer Jahrgang oder Außen gegen Rückraum antritt, ist auch das gut fürs Teambuilding“, sagt Wudtke.

Generell lobt Beppler wie die Talente mit den Einschränkungen im Trainingsbetrieb umgehen und mit den Schwierigkeiten umgehen: „Wer seinen Weg in den Leistungssport gefunden hat, ist Beschränkungen gewöhnt und wird mit den aktuellen Maßnahmen besser fertig. Wenn die Lockerungen so weit sind, dass man wieder gemeinsam trainieren kann, muss man sensibel starten, zum Beispiel, was die Belastung der Schulter betrifft, wenn man viele Wochen nicht geworfen hat.“

Aber auch die DHB-Bundestrainer müssen Neuland betreten, mit Onlinelehrgängen sowie unterschiedlichen Tools und Programmen: „Von diesem Einsatz neuer Medien wird der DHB langfristig profitieren“, ist sich Beppler sicher. Trotz allen Vorteilen und Fortschritten mit den Online-Lehrgängen. Aber natürlich freuen sich Trainer, Spielerinnen und Spieler ganz besonders auf den Tag X, wenn es dann wieder erste echte Lehrgänge mit den Nationalteams gibt. dosb