Handball

Verbandsliga Dittigheim/Tauberbischofsheim hat nach dem Heimsieg gegen Pforzheim erstmals ein positives Punktekonto / Viele Ausfälle hemmen zunächst

So klar wie es das Ergebnis sagt, war es lange nicht

Dittigheim/TBB – Pforzheim 31:24

Dittigheim/Tauberbischofsheim: C. Gluhak, M. Klotz (beide Tor), F. Maier (3), H. Nass (3), T. Hartmann (1), T. Keupp, Dennis Orf (7), M. Reichhard (2), N. Küpper (2), F. Bloser (6), B. Block (n.e.), H. Ackermann (1), M. Engert (6).

Was bei diesem Endergebnis wie ein souveräner Sieg aussieht, war tatsächlich ein hartes Stück Arbeit für die Hausherren. Zwar muss man von einem absolut verdienten Heimsieg sprechen, wie auch Gästecoach Timo Hufnagel nach der Partie anerkannte. Aber es gab immer wieder Phasen, in denen die Hausherren durch eigene Unzulänglichkeiten den Gegner stark machten und sich so selber das Leben gewaltig schwermachten.

Der ohnehin personell arg gebeutelten HSG fehlte in diesem Spiel auch noch der bisher erfolgreichste Angreifer Felix Rother, so dass man Schlimmes hätte befürchten können. Allerdings sprangen dafür andere in die Bresche, vor allem Felix Bloser, der mit sechs Treffern sein bisher erfolgreichstes Spiel für die HSG ablieferte, sowie Dennis Orf mit insgesamt sieben Toren. Auch Max Engert knüpfte mit sechs Torerfolgen an seine gute Leistung im Mosbach-Spiel an. Dafür tat sich die Abwehrreihe der Gastgeber gegen die schnellen Pforzheimer phasenweise schwer und ermöglichte vor allem den beiden Rückraumschützen Bujotzek (insgesamt sieben Tore) und Choetchim (fünf Treffer) zu leichte Tore aus dem Rückraum. Die HSG begann gut, zunächst hielt die Deckung, man führte früh mit 5:1, und hielt diesen Vier-Tore-Vorsprung auch später mit 8:4 und dann 10:6. Beim 12:7 nach 24 Minuten baute man die Führung sogar aus und schien die Sache sicher im Griff zu haben. Hätten die Hausherren im ersten Durchgang nicht so viele klare Torchancen vergeben, wäre eine frühe Vorentscheidung möglich gewesen. So häuften sich aber im Offensivspiel die Fehler, und die unverzagt kämpfenden Gäste schafften bis zum Pausenpfiff den Anschluss zum 11:12.

Und plötzlich führt der Gegner

Nach Wiederbeginn schaffte die TGS nicht nur den Ausgleich, sondern ging beim 14:13 nach 34 Minuten sogar wieder selber in Front – was aber die letzte Führung in diesem Spiel blieb. Die HSG glich aus und übernahm selber wieder die Führung. Mitte der zweiten Hälfte dann die wohl entscheidende Phase: Gleich zwei Zeitstrafen wurden gegen die Hausherren verhängt, und bei einer 6:4-Überzahl kamen die Gästeangreifer drei Mal völlig frei vor Chris Gluhak zum Wurf, doch der in dieser Phase überragende HSG-Goalie parierte dreimal, und die Hausherren legten in Unterzahl sogar ein Tor vor. Damit schien die Partie für die HSG zu laufen, die sich beim 21:17 wieder mit vier Toren in Front warf. Aber erneut baute man durch eigene Fehler den Gegner auf und ließ Pforzheim wieder bis auf 21:23 herankommen.

Nun merkte man aber der TGS, die nur mit zwei Auswechselspielern angereist war, einen gewissen Kräfteverschleiß an. Auch um Körner zu sparen, griff der Gästetrainer jetzt zum taktischen Mittel des siebten Feldspielers. Angriff um Angriff operierten sie in Überzahl, was sich letztlich als Glück für die jetzt wieder besser zupackenden Gastgeber erwies, denn insgesamt trafen sie nicht weniger als sechs Mal ins „empty goal“ der Gäste. So kam am Ende noch der hohe 31:24-Sieg heraus, womit Pforzheim ergebnismäßig deutlich unter Wert geschlagen wurde.

Beim anschließenden „Tauber-Talk“ verwies HSG-Coach Martin Keupp darauf, dass sein Team, bedingt durch Verletzungen, Krankheit und Quarantäne zweier Spieler, in den vergangenen Wochen praktisch nie richtig habe trainieren können. Umso mehr freute er sich über den letztlich klaren Sieg. „Das gibt der Mannschaft Selbstvertrauen, zumal sie ja jetzt gesehen hat, dass man selbst das Fehlen von Felix Rother kompensieren kann. Wenn neben Felix auch Viktor Bodo und Tobias Ehler wieder an Bord sind, und wenn sich das Team besser gefunden hat, brauchen wir keinen Gegner in dieser Klasse zu fürchten.“

Der erste Heimerfolg in dieser Saison hat auch eine positive Begleiterscheinung: Zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg in die Verbandsliga im vergangenen Jahr weist die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim ein positives Punktekonto auf.