Handball

Verbandsliga Verletzungen hemmten die Saisonvorbereitung der HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim / Jetzt mit Trainerduo Keupp und Keupp / Auftakt gegen Rot

Es darf gerne mehr sein als „nur“ der Klassenerhalt

Nach einjähriger Abstinenz schaffte die HSG Dittigheim/Tauberbischofsheim mit dem souveränen Titelgewinn in der Landesliga den sofortigen Wiederaufstieg in die Verbandsliga. Erklärtes Minimalziel in dieser Saison ist in erster Linie der Klassenerhalt, zumal die Vorbereitung zuweilen recht schleppend verlief. Verletzungen und berufliche Verpflichtungen ließen nicht immer die nötige Trainingsbeteiligung zu. Dennoch hat jeder einzelne Akteur gerade in den vergangenen Wochen hart daran gearbeitet, wieder eine erfolgreiche Runde zu spielen. Die Mannschaft möchte ihren Anhang auch in der neuen Umgebung wieder mit Kampfgeist, Leidenschaft und spielerischem Glanz mitreißen.

Einen schweren Rückschlag hatte die HSG schon vor dem Trainingsstart zu verkraften. Routinier Thomas Keupp musste aufgrund eines Knorpelschadens im Knie seine aktive Laufbahn beenden. Der „handballverrückte“ Unterfranke wollte dem Team jedoch weiter angehören. So lag es für ihn nahe, die vakante Co-Trainer Position zu besetzen. Mit seinem fundierten Sachverstand und seiner Leidenschaft wird er der Mannschaft sicher auch von draußen Impulse geben können. Fortan steht somit das Zwillingspaar Thomas und Martin Keupp gemeinsam an der Seitenlinie der HSG.

Qualifizierte Neuzugänge

Bereits in der Schlussphase der vorigen Saison kam mit Felix Rother ein junger, vielversprechender Spieler zu den „Grün-Weißen“. Er überzeugten sofort positiv und trug bereits seinen Teil zum Titelgewinn bei. Mit Tobias Karl und Jonathan Mohr schlossen sich der HSG noch zwei weitere Neuzugänge an. Mohr stammt aus Lauda und spielte beim dortigen ETSV in der E- und D-Jugend. Danach wechselte er zu den Rhein-Neckar-Löwen und wurde mit der B-Jugend des Bundesliganachwuchses zwei Mal Deutscher Vizemeister. In der vergangenen Saison legte der wurfgewaltige Linkshänder eine handballerische Pause ein, um sich auf sein Abitur zu fokussieren. HSG-Coach Martin Keupp hatte das Talent dennoch stets im Blick. Nach einem Probetraining, begeisterte er Jonathan Mohr schnell für sein Team.

Tobias Karl vom MHV Schweinfurt soll die „Grün-Weißen“ auf der Kreisläuferposition verstärken. Der 1,87 Meter große Athlet verfügt über perfekte körperliche Voraussetzungen und das nötige handballerische Talent, um der Mannschaft direkt weiterhelfen zu können.

Auf dem Wege der Besserung

Hinter dem Einsatz einiger Langzeitverletzten stehen teilweise noch Fragezeichen. Keeper Mike Biesinger befindet sich nach seinem Achillessehnenriss auf dem Weg der Besserung. Bis er ins Tor zurückkehrt braucht es jedoch noch etwas Zeit.

Volker Leikauf stieg zwar wieder ins Mannschaftstraining ein, er hatte aber einen kleinen Rückschlag zu verdauen. Alexander Bitsch konnte die Vorbereitung aus beruflichen Gründen kaum mitmachen, Viktor Bodo und Max Engert laborieren noch an kleineren Verletzungen, sollten aber bald wieder fit sein.

Insgesamt war Trainer Martin Keupp mit dem Verlauf der Vorbereitung nicht ganz zufrieden, zumal er nur selten den kompletten Kader zur Verfügung hatte. Einzelne Spieler haben noch Trainingsrückstände. Deshalb fällt es dem Coach auch schwer, eine Prognose für den Saisonverlauf zu stellen. Sein Blick ist dennoch klar nach vorne gerichtet. „Die Mannschaft arbeitet konzentriert mit und harmoniert bereits recht gut zusammen, auch wenn der Feinschliff noch etwas fehlt“, so Martin Keupp, der vor allem auf Tugenden wie Einsatz, Leidenschaft und unbedingten Siegeswillen seiner Truppe setzt.

„Wir haben alles getan, um wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen“, so der Vorsitzende Dieter Reichert, der von „seinem“ Team durchaus einen Mittelfeldplatz erwartet. Abteilungsleiter Dirk Wagner gibt sich etwas bescheidener und wäre schon mit einem Nichtabstiegsplatz zufrieden. „Viel wird davon abhängen, inwieweit die Spieler von größeren Verletzungen verschont bleibt,“ sind sich die beiden „Macher“ einig. Zu den Topfavoriten auf die Meisterschaft zählen sie neben Rot noch den Absteiger aus der Badenliga, HSV Hockenheim, den TV Eppelheim und TSG Dossenheim.

Zum Rundenauftakt am Samstag, um 19.30 Uhr in der Grünewaldhalle empfängt der Aufsteiger den TSV Rot. Die Gäste zählen zu den Topteams der Liga. Schon in der vorigen Saison kämpften sie lange an der Tabellenspitze der Verbandsliga mit, Am Ende wurde der TSV Zweiter.