Handball

Handball HSV Main-Tauber stellt keine erste Herrenmannschaft mehr

Ein ehrliches Eingeständnis

„Es war die letzten Jahre eine regelrechte Achterbahnfahrt mit vielen Aufs und Abs. Dass wir unsere erste Männermannschaft nun abmelden mussten, macht uns alle sehr traurig. Es ist eine schwere, aber auch die richtige Entscheidung“, so Luis Eichelbrönner, Handballabteilungsleiter beim HSV Main-Tauber.

Vier Jahre ist es her, als die Wertheimer Handballer vor einer ähnlichen Situation standen und ihr Team zurückziehen mussten. Im Jahr darauf gab es den Restart unter Trainer Konrad Michel, der es schaffte, mehrere ehemalige HSV-Spieler aus dem sportlichen Ruhestand zu reaktiveren sowie von anderen Vereinen zurückzuholen. Die dadurch entstandene Aufbruchstimmung beflügelte den Verein, der daraufhin in den ersten beiden Jahren die Meisterschaften in der Bezirksklasse und der Bezirksliga gewann.

Toptorjäger fehlen

Wenn auch die Wertheimer in der vergangenen Saison hinter den eigenen Erwartungen zurückblieben, stand außer Frage, dass man immer noch zu den Top-Teams der Liga gehörte. Die Entwicklungen in der Sommerpause lassen jedoch daran zweifeln, dass der HSV auch im kommenden Jahr noch konkurrenzfähig ist. Insbesondere die Welle an Abgängen und verletzungsbedingten Ausfällen, die die Wertheimer zu verkraften hatten, setzte dem Verein zu. Mit Christian Diehm, Julian Enzfelder, Sebastian Hingerl, Kevin Kunzmann, Philipp Merola, Marcel Michel, Kevin Roesler und Tim Roesler stehen acht Spieler aufgrund von Verletzungen, persönlichen Gründen sowie studienbedingten Umzügen gar nicht oder nur teilweise zur Verfügung. Zusätzlich zur quantitativen Komponente befinden sich in dieser Aufzählung die sieben besten Torschützen der vergangenen Saison. „Wir mussten uns eingestehen, dass wir sowohl qualitativ als auch quantitativ nicht mehr hätten mithalten können. Das wäre nicht fair gegenüber unseren Spielern gewesen, die durch die aufgestockte Bezirksliga außerdem eine noch höhere Belastung gehabt hätten“, so Eichelbrönner.

Im Hintergrund wird bereits mit Hochdruck an der Zukunftsausrichtung gearbeitet. In der Saison 2020/2021 stellt der HSV Main-Tauber erstmals seit mehreren Jahren wieder eine Jugendmannschaft. Die männliche B-Jugend geht in der Bezirksliga Nord-West an den Start und vertritt damit als einzige HSV-Mannschaft die Vereinsfarben. Für Abteilungsleiter Eichelbrönner ist die Jugend der Schlüssel, um den Wertheimer Handball auch in Zukunft fortbestehen zu lassen: „Wir wollen uns verstärkt der Jugendarbeit widmen. In den vergangenen Jahren konnten wir keine Neuzugänge aus der eigenen Jugend einbauen. Gerade an unserem Standort, sind wir jedoch auf diese angewiesen. Unsere B-Jugend hat in den letzten Monaten großartige Fortschritte gemacht und will dies auch in richtigen Spielen zeigen. Ich bin optimistisch, dass sie sich gut schlagen werden. Unser Ziel ist es, diese Entwicklung fortzusetzen. Natürlich hoffen wir darauf, möglichst bald wieder eine erste Mannschaft melden zu können und dann auch unsere Jugendspieler integrieren zu können.“