Grünsfeld

Galerie Kirchner In Grünsfeld stellt derzeit der Künstler Wieland Prechtl seine Werke aus

Zug zum Dramatisch-Monumentalen

Archivartikel

In der Grünsfelder Galerie Kirchner gibt es derzeit eine Ausstellung mit Werken von Wieland Prechtl.

Grünsfeld. Die großformatigen Landschaftsbilder des Malers Wieland Prechtl (derzeit in den Räumen der Galerie Kirchner, Abt-Wundert-Straße zu sehen) zeigen einen entschiedenen Zug zum Dramatisch-Monumentalen: Es sind Landschaften wie Bühnenbilder, wie Breitwand-Kino, zugleich Visionen von noch im Werden begriffenen, aufgewühlte Ur-Landschaften, gesehen und erschaut wie unmittelbar nach ihrer Entstehung (daher auch der Titel der Ausstellung „Land im Fluss“) und momentan von überwältigender ästhetischer Wirkung.

Wilde und kalte Eisformationen, seien sie nun in den Alpen oder im fernöstlichen Kamtschatka aufgenommen, gleichsam Dokumente eines zu Ende gehenden erdgeschichtlichen Äons, das im Zuge des Klimawandels nun von einem neuen abgelöst wird, gespenstisch grün wabernde Nordlichter, aber auch das extreme Gegenteil: Aus der Finsternis gelbrot aufglühende, theatralische Vulkanausbrüche, vor deren fast hyperrealistischer Umsetzung man im ersten Moment unwillkürlich zurückzuckt . . . Wie viele seiner Kollegen, stößt Prechtl durch Schaffung reliefartiger Oberflächenstrukturen aus der Fläche in die dritte Dimension vor: Potentiell alle Materialien, die sich irgendwie dazu eignen, werden von ihm dazu in selbst entwickelten Mischtechniken eingesetzt – Öl- Acryl- und Lackfarben, wie Asche, Sand, Schiefer, Steinmehl oder auch schimmerndes Metallgranulat.

Als Einführungsredner der jüngsten Vernissage in der Galerie Kirchner brachte Gunter Schmidt die Arbeiten des 1955 geborenen Bayreuthers so auf den Punkt: „Bei Prechtl ist Landschaft: Eruption, Schlucht und Katarakt, archaisch, schrundig, urvital . . .. Prechtl erschafft auf seine Art kosmische Weltentstehungsszenarien, archetypisch in ihrer urigen Kraft. Es geht um Elementares, um die Ewigkeit naturhafter Elemente, um deren potenziellen Verfall und phantastisches Wiedererstehen . . .“

Die Ausstellung dauert zu den üblichen Öffnungszeiten (sonntags 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung) noch bis einschließlich 6. Oktober.