Grünsfeld

Stadthalle Grünsfeld Traditionelles Männertanzturnier zum 20. Mal ausgetragen / Gewinner kommt aus Unterfranken

„Ture-Dancer“ holen sich den Sieg

Archivartikel

Auf nach Nimmerland: Die „Ture-Dancer“ sind die Sieger des Männertanzturniers in der Stadthalle Grünsfeld.

Grünsfeld. Die Truppe aus Zellingen gewann mit einem Ausflug ins Reich der Fantasie die 20. Austragung des Wettbewerbs. Auf den zweiten Platz kamen die „Flotten Hosen“ aus Hechingen-Stein. Das Männerballett aus Vilchband belegte den dritten Rang. An der von der Männertanzgruppe der Grünsfelder „Hasekühle“ organisierten Veranstaltung nahmen elf Formationen teil. Zu sehen war attraktiver Tanzsport mit originellen Showeinlagen.

„Dies ist Spitzentanzsport“, erklärte Moderator Tobias Sauer. Das Turnier sei ein sportlicher Wettstreit und keine Fasnachtsveranstaltung. Es gehe schließlich nicht um Orden, sondern um Pokale. Eine Jury mit externen Wertungsrichtern vergab Punkte in den Kategorien Ausführung, Choreographie, Kostüm und Idee. Wer am Ende nach der Addition der Punkte vorn lag, hatte gewonnen.

Fantasievoll

Mit Fantasie gegen die Trostlosigkeit des Alltags: Die „Ture-Dancer“ brachten die Geschichte von Peter Pan und den verlorenen Jungen kongenial auf die Bühne. Ihre einfallsreiche Darbietung bestach durch eine präzise Ausführung der dynamischen Choreographie. Lohn der Anstrengungen: Nach dem dritten Platz im vergangenen Jahr holten die „Ture-Dancer“ bei ihrer zweiten Teilnahme den Turniersieg.

Premiere und zweiter Platz hieß es für die „Flotten Hosen“ aus Hechingen-Stein. Die Männer von der Zollernalb hatten sich einiges einfallen lassen, um zu zeigen, was passieren kann, wenn das WC in der Schule defekt ist. Sogar eine Krake ließen sie dem stillen Örtchen entsteigen.

Eine emotionale Reise unternahm das Männerballett aus Vilchband. Es ging nach Afrika, wo Elephanten von Wilderern bedroht werden. Zu ihrem Schutz patrouillieren Freiwillige, die „Wächter des weißen Goldes“. Diese auf wahren Tatsachen beruhenden Begebenheiten setzten die Männer aus Vilchband mit fantasievollen Kostümen um. Die intensive Darbietung belohnte die Jury mit dem dritten Rang.

Vorjahressieger Hainstadt nahm schon zum 14. Mal am Turnier teil. Die „Heeschter Berkediebe“ zeigten, was man in einer Woche so alles macht. Nach der Arbeit kommt das Training, dann das Wochenende. Nicht alle überstehen solche Anstrengungen ohne Blessuren. Mit dieser selbstironischen Darbietung schafften die „Berkediebe“ in diesem Jahr nicht den Sprung auf das Podium.

Einen Spaziergang über den Friedhof unternahmen die Männer vom VfR Burggrumbach. Ihr Auftritt handelte von unheimlichen Begegnungen. Freddy Mercury oder Michael Jackson erwachten als Untote zu neuem Leben.

n die neue Welt machte das Männerballett des Oberndorfer Carnevalvereins sich auf, um dort auf Indianer zu treffen.

Gegensätze ziehen sich an: Engel und Teufel gaben sich ein Stelldichein beim Auftritt der „Don Promillos“ aus Urphar. Die Tänzer des SSV Mainperle waren bereits zum zehnten Mal zu Gast in Grünsfeld. Mit dem Gegensatz von Stadt und Land thematisierten die „Flamingos“ aus Oberaltertheim ebenfalls unterschiedliche Welten. Eine Versöhnung ist möglich. Am Ende wurde bei den „Flamingos“ sogar Hochzeit gefeiert.

Vom Diamantenfieber gepackt

Vom Diamantenfieber waren die „Krasse Hüpfer“ aus Krensheim gepackt. Mit List und Tücke gelang ihnen der Diamantenraub. Die Staatsgewalt schlug zurück und verhaftete die Diebesbande. Mit viel Liebe zum Detail entwickelten die Männer aus dem Grünsfelder Ortsteil ihre Geschichte.

Eine Hommage an die schwedische Super-Gruppe Abba war der Auftritt der Männertanzgruppe der Karnevalsgesellschaft „Wulle-Wack“ aus Limbach. Deren legendäre Hits schufen Discoatmosphäre im Saal.

„Wir schleppen alles ab“, versprachen die „Bischemer Bube“. Dass damit nicht nur Fahrzeuge gemeint waren, machte die Männertanzgruppe aus der Kreisstadt schnell deutlich.

Dann wurden hinter den Kulissen die Stimmzettel ausgezählt. In den Pausen zeigten die Garden der „Hasekühle“ ihr Können. Die Kindergarde freute sich darauf, dass endlich Ferien sind.

Die Juniorengarde öffnete die Büchse der Pandora. „Und ab geht die Post“: Die gemischte Schautanzgruppe präsentierte zu den Turbulenzen bei der Brief- und Paketzustellung eine rasante Choreographie. Diese Darbietungen liefen außer Konkurrenz.

Das Endergebnis war dann eine knappe Angelegenheit. Fünf Punkte trennten die Erst- von den Drittplatzierten. Am Ende hatten die Männer aus Zellingen die Nase vorn und bekamen den Pokal. Die Sieger feierten mit allen anderen Teilnehmern ihren Erfolg bis weit nach Mitternacht.