Grünsfeld

Galerie Kirchner Erste Ausstellung nach der Sommerpause

Stahlskulpturen und Fotomontagen zu sehen

Grünsfeld.Die Galerie Kirchner in Grünsfeld bietet in ihrer neuen Ausstellung nach der Sommerpause zwei Künstlern aus der Region die Möglichkeit, ihre Werke zu präsentieren. Zum einen ist dies Stephan Nüsslein aus Obernbreit mit seinen fast filigranen Stahlskulpturen und zum anderen Hans Siethoff aus Höchberg mit seinen faszinierenden Fotoarbeiten.

Lehr- und Wanderjahre

Stephan Nüssleins Vita ist geprägt von Lehr- und Wanderjahren. Nach seiner Ausbildung zum Schmied verbrachte er Zeit bei Metallbildhauern und Kunstschmieden in Minneapolis und Texas und schließlich auch bei dem „Schmiedepapst“ Alfred Habermann. Körper nennt Stephan Nüsslein seine feingliedrigern Stahlskulpturen aus reduzierten, klaren und meist kubischen Grundformen.

Aus Profilen und Hohlprofilen aus Stahlblech entwickelt er durch sukzessives Wegnehmen wabenartige Raumstrukturen, die ihren Reiz aus dem spannenden Wechselverhältnis von vorhandenem Material und Leerraum bzw. von positivem und negativem Raum beziehen.

Allerdings scheint das räumliche „Nichts“ eine etwas größere Rolle zu spielen als die Materie selbst. Was Nüssleins Arbeit auszeichnet, ist die Vielschichtigkeit und Mehrdeutigkeit. Er schafft Raum bezogene Objekte, die durch sein subtraktives Ausschneideverfahren bekannte Stahlformen in neuem Licht erscheinen lassen.

Hans Siethoff beschäftigt sich schon seit langem mit den Möglichkeiten der Fotografie. 2012 zeigte er erstmals eine Auswahl seiner Fotoarbeiten mit Erfolg in den Räumen der Galerie Kirchner. Sein experimenteller Umgang mit dem Ausgangsmaterial führte ihn schließlich zu einer hochkomplexen Art von Fotomontagen. Das ursprüngliche Foto wird farblich verändert, gespiegelt, gedreht, vervielfacht und schließlich als quadratische Form in neue strukturelle Zusammenhänge gebracht.

Ausgehend von gegenständlichen Abbildungen verwandeln sich die Fotomontagen von Hans Siethoff in beinahe konkrete Bildobjekte, sie machen sich völlig frei von ihrer Wiedererkennung und erscheinen in einer neuen beeindruckenden Intensität. Große Arbeiten werden aus vielen kleinen Fotoquadraten zusammengesetzt und zeigen eine strenge Ornamentik, die bei den Betrachtern freie Assoziationen und Fantasien auslösen.

Vernissage am 16. September

Die Vernissage zu dieser Ausstellung findet diesmal am Sonntag, 16. September, von 11 bis 13 Uhr statt. Die Einführung in die Werke von Stephan Nüsslein und Hans Siethoff übernimmt der Architekt Ulrich Winter.