Grünsfeld

Freude in Grünsfeld Wertvolle Schnitzerei aus dem Barock stammt aus Privatbesitz

Stadt bekommt Pietà geschenkt

Archivartikel

Grünsfeld.„Wissen Sie, was eine Pietà ist?“ Mit dieser Frage wurde kürzlich der Grünsfelder Hobbyhistoriker Edgar Weinmann am Telefon gefragt. Natürlich kannte er die Antwort darauf, schließlich kümmert er sich schon seit vielen Jahren um den Erhalt von kirchlichen und weltlichen Erinnerungen aus der Grünsfelder Geschichte.

Maria als Schmerzensmutter

Eine Pietà (aus dem Italienischen für „Frömmigkeit, Mitleid“), auch Vesperbild genannt, ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus.

Im Gegensatz zur Beweinung Christi liegt der Leichnam Jesu immer in Marias Schoß, so seine Ausführung. „Da hätte ich was für Sie“, erklang es am anderen Ende des Telefons aus einem Grünsfelder Teilort.

Figur besichtigt

Also vereinbarte Weinmann einen Termin mit der Frau – und bei der Besichtigung der Pietà erkannte er schnell, hier handelt es sich um ein echtes „Schmuckstück“. Die barocke Schnitzerei ist noch sehr gut erhalten.

Das Original, so findet Edgar Weinmann etwas später heraus, war früher in einem hessischen Dom von einem bekannten Künstler erschaffen worden und steht derzeit in einem Museum.

Die hochwertige Kopie wurde nun an die Stadt Grünsfeld verschenkt, worüber sich Bürgermeister Joachim Markert sehr freute.

Die Pietà war schon viele Jahre im Besitz der spendenden Familie, die ungenannt bleiben möchte. Anscheinend war sie einer Vorfahrin der heutigen Besitzerin zum Dank für ihre kirchliche Arbeit geschenkt worden.

Würdiger Platz

Nun soll das Kunstwerk einen würdigen Platz im Familienzentrum in Grünsfeld bekommen. Markert hat auch schon einen genauen Standort im Auge, der die Figur dann gut zur Geltung kommen lassen wird.

Es handelt sich um eine noch freie Wand im Eingangsbereich, der sich dafür bestens eignet, so der Rathauschef.

Bürgermeister Joachim Markert ist recht froh, dass solche Kunstwerke erhalten werden können und Zeugnis von der reichen Vergangenheit der Stadt geben. Er dankte sowohl den Spendern, als auch Edgar Weinmann, der es immer wieder versteht, bedeutende Kleinkunstwerke aufzutreiben und für die Stadt zu sichern.