Grünsfeld

Neujahrsempfang Bürgermeister Joachim Markert gab einen Ausblick auf kommunale Maßnahmen und das Jubiläum „700 Jahre Stadtrecht“

Signal zur Generationengerechtigkeit

Ganz im Zeichen des Jubiläums „700 Jahre Stadtrecht“ stand der Bürgerempfang in der Stadthalle. Bürgermeister Joachim Markert weckte die Neugier der zahlreichen Besucher.

Grünsfeld. In einer Urkunde aus dem Jahre 1320 findet sich die erste schriftliche Erwähnung Grünsfelds als Stadt. Das Jubiläum nimmt die Kommune zum Anlass für einen, so Joachim Markert, „bunten Strauß verschiedenster Veranstaltungen“. Der Bürgermeister versprach beim Neujahrsempfang in der Stadthalle ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Konzerten, Aufführungen, Ausstellungen und Aktionstagen.

Anderswo tut sich auch einiges. Mit einem Finanzierungsvolumen von 4,7 Millionen Euro ist der Kindercampus das größte städtische Projekt. Für das Vorhaben, bei dem Kindergarten und Grundschule auf einem Areal angesiedelt werden, erwartet Markert Zuschüsse in Höhe von 1,9 Millionen Euro.

Finanziell kann die Kommune sich diesen Kraftakt in den Augen des Bürgermeisters leisten. In den letzten fünf Jahren habe man die Pro-Kopf Verschuldung von mehr als 600 auf 246 Euro verringern können. „Dies sind hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung in den kommenden Jahren“, meinte Markert und wollte sie als „ein gutes Signal im Hinblick auf die viel diskutierte Generationengerechtigkeit“ verstanden wissen.

„Interessante Wohnprojekte“ kann das Stadtoberhaupt sich auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Seubert vorstellen. Die Stadt hat das Areal am Ortsausgang Richtung Zimmern erworben und will einen Investorenwettbewerb ausloben.

Auf rund vier Millionen Euro ist die Sanierung von Grünbachstraße, Bergweg und Klinge veranschlagt. Die Planungen dafür sollen noch in diesem Jahr beginnen. Von Infrastrukturmaßnahmen sollen auch Ortsteile wie Grünsfeldhausen, Kützbrunn und Zimmern profitieren.

Mittelfristig ist geplant, die Kreisstraße zwischen Zimmern und Messelhausen auszubauen. Die Telekom will mit einem Handymasten an geeigneter Stelle den Empfang in Zimmern und Kützbrunn verbessern. Und die Bahn hat, so Markert, verschiedene Projekte angekündigt. In Grünsfeld soll eine Lärmschutzwand errichtet werden. Zudem sei geplant, die Bahnsteige in Grünsfeld und Zimmern bis 2025 für insgesamt rund sechs Millionen Euro barrierefrei auszubauen.

Unter den zahlreichen Gästen in der Stadthalle waren auch Professor Dr. Wolfgang Reinhart, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, MdB Nina Warken sowie Bürgermeister Anton Kappl aus der Partnerstadt Leuchtenberg. Beeindruckt vom „enormen Tempo der Veränderungen“ zeigte sich Wolfgang Reinhart. Grünsfeld habe allen Grund, mit Optimismus in die Zukunft zu blicken. Die große Geschichte der Stadt biete zudem einen kulturellen Reichtum. Der Fraktionsvorsitzende versicherte, dass der ländliche Raum im Fokus der Landesregierung stehe, die deshalb zusätzliche finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt habe. Es gelte, die Zukunft der Heimat sicherzustellen: „Wenn wir nicht abgehängt werden wollen, sind Investitionen besonders wichtig.“

Nina Warken nannte Grünsfeld eine beispielhafte Gemeinde, die ihre Geschicke selbst in die Hand nehme und sich fit für die Zukunft mache. Mit dem Mut für Veränderungen sieht sie die Kommune am Grünbach auf einem guten Weg. Der Bund unterstütze diese Entwicklung mit einer finanziellen „Frischzellenkur“ für die Länder.

Anton Kappl freute sich, „unter Freunden“ sein zu dürfen. Im vergangenen Jahr habe man die Grünsfelder Gastfreundschaft genossen. Das soll 2020 eine Fortssetzung finden, versicherte Kappl und kündigte weitere Besuche im Jubiläumsjahr an.

Am Ende des Bürgerempfangs sprachen Pfarrer Oliver Störr und Pfarrerin Laura Breuninger Glück- und Segenswünsche. „In schwierigen Situationen tut Gottvertrauen gut“, meinte Störr angesichts zahlreicher Krisen und Konflikte auf der Welt. Breuninger forderte die Zuhörer auf, sich selber nicht zu ernst zu nehmen und über die Schwächen des Gegenübers auch einmal hinwegzusehen. Ihr Ausblick war voller Zuversicht: „Wenn wir einander zum Segen werden, finden wir im Miteinander Gott.“

Für die musikalische Gestaltung sorgten der Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Kützbrunn unter der Leitung von Hubert Wagner sowie die Musikkapelle Grünsfeld mit ihrem Dirigenten Steffen Beetz. Eine Abordnung der „Hasekühle“ stimmte schon einmal ein auf die närrische fünfte Jahreszeit.

Einen Vorgeschmack auf die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr gab die Musicalgruppe „Performe your style“. Das Ensemble unter der künstlerischen Leitung von Alexa Hurka präsentierte ein Medley aus dem Musical „Sternengarten“, das im April in der Stadthalle zur Aufführung kommt.

Beim Bürgerempfang wurden auch zwei Jugendliche ausgezeichnet, die aufgrund ihrer herausragenden Leistungen gute Zukunftschancen haben. Eifrig geübt hat Simon Haas in den vergangenen Wochen und legte mit Erfolg legte eine Prüfung ab. Valentin Kimmelmann zeichnete ihn mit dem Jungmusikerleistungsabzeichen in Gold und einer Urkunde aus. „Eine gute Ausbildung ist wichtig“, betonte der Bezirksvorsitzende des Blasmusikverbandes Odenwald-Bauland. Haas habe seine musikalische Reife am Schlagzeuger unter Beweis gestellt und die höchste Auszeichnung der Bläserjugend erhalten.

Ausgezeichnet wurde auch Louis Kuhn. Der Elektrotechniker hat bei Wittenstein sehr erfolgreich seine Ausbildung abgeschlossen. Als Prüfungsbester in der Winterprüfung und Kammersieger im Main-Tauber-Kreis prognostizierte ihm Joachim Markert eine erfolgreiche Karriere. Das Stadtoberhaupt ermunterte ihn, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. „Das Zeug für die Meisterprüfung hat er.“