Grünsfeld

Musikverein Platzkonzert mit Jugend- und Seniorenkapelle am Schloss lockte zahlreiche Zuhörer an

Programm reichte von Klassik bis Pop

Die Zwangspause hat ein Ende: Nach Monaten der verordneten Untätigkeit präsentierte sich die Musikkapelle beim Platzkonzert am Schloss wieder der Öffentlichkeit. Zahlreiche Zuhörer kamen.

Grünsfeld. „Diesen Auftritt haben wir uns anders vorgestellt“, erklärte Elke Krappel. Die Vorsitzende der Musikkapelle machte aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Geplant war eine Serenade an einem lauen Sommerabend. Ein gemeinsamer Auftritt mit der Stadtkapelle Pfreimd hätte einer der Höhepunkte im Veranstaltungsreigen zum Stadtjubiläum sein sollen.

Dann kam Corona und der Lockdown. Nach der Zwangspause starteten die Musiker langsam den Probenbetrieb. „Mitte Juni begannen die einzelnen Register“, berichtete Krappel. Alle Musiker kamen später zu gemeinsamen Proben im Freien zusammen. „Die Darbietungen auf dem Vorplatz an der Stadthalle bereiteten den Anwohnern sichtlich Freude“, erinnerte sich Krappel. Zwei Freiluftgottesdienste am Schloss markierten die nächsten Schritte zurück in die Normalität.

Das Platzkonzert am Schloss war der erste Auftritt vor einem größeren Publikum. Trotz Abstand und Hygienevorschriften wurde es ein kurzweiliger Nachmittag, der für jeden Geschmack etwas zu bieten hatte.

Den ersten Teil des Platzkonzerts, quasi als Vorgruppe, bestritt die Jugendkapelle. Das Ensemble befindet sich derzeit im Umbruch. Einige Jugendliche haben aufgehört, Nachwuchstalente sind von der Musikschule hinzugestoßen. Jetzt ist es die Aufgabe von Dirigentin Daniela Stoy, wieder eine harmonische und leistungsstarke Formation heranzubilden. Der Neuanfang war jedenfalls vielversprechend. Pop-Hits wie „Can you feel the love tonight“, „Final Countdown“ oder „Happy“ machten deutlich, dass die Mädchen und Jungen auf einem guten Weg sind.

Der Seniorenkapelle unter der Leitung von Steffen Beetz merkte man die Freude an, nach langer Zeit wieder vor Publikum zu spielen. Die Darbietungen von Polka bis Pop gaben einen Einblick in das vielschichtige Repertoire und machten deutlich, dass die Musiker nichts verlernt haben. Programmatischen Charakter hatte dabei die „Ode an die Freude“. Beethovens Vertonung des berühmten Schiller-Gedichts brachte zum Ausdruck, was Musiker und Publikum nach Monaten der kulturellen Leere empfanden: Musik und die Freude darüber sind ein wichtiger Bestandteil des Lebens.

Klangvoll und virtuos präsentierte die Musikkapelle Jan van der Roosts Konzertmarsch. Kurt Gäbles „Perger Polka“ entpuppte sich als reizvolle musikalische Hommage an eine oberösterreichische Kleinstadt. Das gefühlvolle Tuba-Solo „Für Theresa“ hat der Herbert Hornig, Tubist der Formation „Allgäu 6“, für seine kleine Tochter Theresa komponiert und Sebastian Höglauer machte daraus ein Arrangement für großes Blasorchester. Beim Platzkonzert verzauberte Marc Kuhn mit seinem Tuba-Solo die Zuhörer.

Ein weiterer Höhepunkt war ein Medley von Thiemo Kraas. Unter dem Motto „80er KULT(tour) vereinte es Hits wie „Skandal im Sperrbezirk“, „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“, „1001 Nacht“, „Sternenhimmel“ und „Rock me Amadeus“. Die begeistere Reaktion des Publikums zeigte, dass die Popularität dieser Lieder bis auf den heutigen Tag ungebrochen ist.

Es ist eine Kunst, sich an den kleinen Dingen des Lebens zu erfreuen. Davon handelt „Nessaja“ aus Peter Maffays Musical „Tabaluga“. Mit dieser Melodie läutete die Musikkapelle das Finale ein. Die Zuhörer forderten am Ende mehrere Zugaben. Kein Wunder: Auf solche Musik hatten sie lange verzichten müssen. feu