Grünsfeld

Naturschutzverein Grünsfeld Kritik an Mäh- und Mulcharbeiten

Nahrungsgrundlage für Insekten beseitigt

Grünsfeld.2020 ist kein gutes Jahr für die Natur – dies vor allem wegen der großen Trockenheit, verschärft aber auch durch menschliches Handeln. Im Raum Grünsfeld haben städtische Bedienstete, nach Ansicht des örtlichen Naturschutzvereins, in diesem Jahr besonders intensiv gemäht bzw. gemulcht. So wurden auch die wenigen Blüten und damit die Nahrungsgrundlage für Insekten beseitigt. Eine beauftragte Firma war dabei auf großen Flächen besonders gründlich.

Dies gilt auch für die Anfang Oktober erfolgten Gehölzarbeiten. Naturschützer und Jagdpächter waren entsetzt über die brutalen Eingriffe, die von einem beauftragten Unternehmer durchgeführt wurden. Mit grobem Schlegelwerk wurden Gehölze zerfetzt, teilweise meterlang Bäume aufgeschlitzt. Dabei wurde auch der Fruchtbehang zerstört, eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel im Winterhalbjahr. Besonders gut zu sehen ist dies entlang des Wegs, der vom ehemaligen Aussiedlerhof Breunig in den südlichen Bereich der Markung Hof Uhlberg führt. In einigen Bereichen waren keine Eingriffe notwendig, wo Eingriffe erforderlich waren, hätte dies mit glatten Sägeschnitten erfolgen können. Eine entsprechende Mechanisierung gibt es, vermutlich etwas teurer als die gewählte Billigvariante. Stark zerfetzte Gehölze bluten aus, die Hecken werden ausgedünnt und verlieren ihre vielfältigen Funktionen. Gerade in strukturarmen Bereichen auf der Höhe sind intakte Hecken besonders wichtig.

Der Naturschutzverein Grünsfeld erhofft sich, dass nachgebessert wird, also besonders zerfetzte Gehölze bald einen sauberen Nachschnitt erhalten und derartig brutale Eingriffe künftig nicht mehr vorkommen. armhä