Grünsfeld

Hauptstraße Grünsfeld Renoviertes Wegkreuz ruft die Bürger zum Verweilen auf

Kulturdenkmal erstrahlt in neuem Glanz

Grünsfeld.Keine Flurprozession an Christi Himmelfahrt: Wegen Corona fielen die in vielen katholischen Gemeinden üblichen Bittgänge durch die Fluren aus. Das frisch renovierte Wegkreuz in der Grünsfelder Hauptstraße ruft trotzdem zum Verweilen auf.

Die Jahre sind nicht spurlos an dem Denkmal vorübergegangen. „Eine Hand war kaputt, der Korpus verwittert“, berichtete Florian Bamberger. Das 1885 von Anna Schweinshaut gestiftete Kreuz befindet sich heute im Besitz seiner Familie. „Das Wegkreuz liegt mir sehr am Herzen“, sagte Florian Bamberger. Deshalb habe er die Renovierung in Auftrag gegeben. Das Kreuz ließ er fachkundig reinigen, die Schriften neu fassen und das ganze Objekt imprägnieren.

Das Kreuz hat eine interessante Geschichte, auf das eine neue Informationstafel hinweist. Im Zusammenhang mit dem badischen Kulturkampf war 1853 Militär in Grünsfeld stationiert. In der Folge verstärkte die katholische Kirchengemeinde die religiöse Erneuerung. Veranstaltungen im Sinne einer „inneren Mission“ zogen zahlreiche Besucher an. Die Stadtchronik berichtet, dass im Anschluss daran auf dem Weg nach Hausen ein 14 Fuß hohes Wegkreuz auf dem Weg nach Hausen vom hiesigen Rentmeister Vollrath gefertigt wurde.

„Es ist anerkennenswert, wenn junge Leute Traditionen aufrechterhalten“, betonte Christine Kastner. Die Vorsitzende des Kulturvereins nannte Florian Bambergers Eigeninitiative sehr lobenswert. Das Wegkreuz sei als erste Station ein wichtiger Bestandteil der Flurprozession an Christi Himmelfahrt. Frisch renoviert, rufe es nun zum Verweilen auf. Die Vorsitzende zeigte sich überzeugt: „Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen kann das Kreuz dem Betrachter Zuversicht schenken.“

Der Kulturverein feiert 2020 seinen 70. Geburtstag. Eines seiner zentralen Anliegen ist der Erhalt der heimischen Flurdenkmäler. Das Jubiläum nahmen Christine Kastner und ihr Stellvertreter Alfred Beetz zum Anlass, Florian Bamberger einen Scheck in Höhe von 500 Euro zu überreichen. „Eine solch vorbildliche Privatinitiative muss unterstützt werden“, erklärten die beiden unisono. feu