Grünsfeld

Auf dem Bauernhof Jugendhilfe Creglingen stellte ihr neues Projekt im Weiler Hof Uhlberg vor / Angebot für Kinder ab sechs Jahren

In Stabilisierungsgruppe Ruhe finden

Ihr neues Bauernhofprojekt stellte die Jugendhilfe Creglingen nun auf Hof Uhlberg bei einer Informationsveranstaltung und einem Rundgang vor.

Hof Uhlberg. In dem Weiler nahe Grünsfeld hat die Jugendhilfeeinrichtung 2017 einen alten Bauernhof erworben. Nach einer Kernsanierung ist nun das Wohnhaus bezugsfertig. Im September kann voraussichtlich in den Räumen die Stabilisierungsgruppe eröffnet werden.

Wie es im Bericht der Verantwortlichen weiter heißt, werden in der vollstationären Gruppe mit trauma-pädagogischer Ausrichtung Kinder ab sechs Jahren betreut, die in ihrem Leben schon viele negativen Erfahrungen gemacht haben und ihre eigenen Gefühle oft noch nicht in den Griff bekommen.

In der ländlichen Idylle und Stille von Hof Uhlberg sollen die teils traumatisierten Mädchen und Jungen zur Ruhe kommen, bevor sie wieder einen Kinderalltag mit Schulbesuch meistern können.

Weiter möchte man neben der pädagogischen Arbeit auch auf „tierische Therapeuten“ setzen. Durch den Kontakt und die Versorgung von Tieren können bei den Kindern durch die sogenannte tiergestützte Pädagogik heilsame Prozesse in Gang gesetzt werden. Die Mädchen und Jungen lernen, Verantwortung zu übernehmen. Über die Bindung zu den Tieren kann oft auch das Vertrauen zu Menschen wiedergewonnen werden.

Dem Besichtigungsangebot der Jugendhilfe Creglingen waren viele Anwohner, Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert und Mitglieder des Gemeinderats sowie der Leiter des Jugendamts des Main-Tauber-Kreises, Martin Frankenstein, gefolgt, um sich über den Umbau und die Stabilisierungsgruppe zu informieren.

Nach der Begrüßung des Geschäftsführers der Jugendhilfe Creglingen, Werner Fritz, dankte der Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Helmut Wörrlein, vor allem dem Grünsfelder Bürgermeister und dem Gemeinderat für die gute Zusammenarbeit und die Unterstützung, dieses Projekt umzusetzen. Da man einiges investiert habe, sei man nun froh, dass die Bauphase vorbei ist und der Gruppenbetrieb nun starten könne.

Joachim Markert bemerkte, dass „aller guten Dinge drei sind“. So sei es nun die dritte Informationsveranstaltung dieser Art. Die Jugendhilfe finde mit dem Bauernhofprojekt wieder zurück zu den Wurzeln. Deren Anfänge liegen im Kloster Frauental im Jahr 1952.

Die damals betreuten jungen Männer arbeiteten tagsüber bei den Bauern der Umgebung mit. Heute wolle man mit dem Bauernhofprojekt traumatisierten Kindern helfen und sie wieder zurück auf den richtigen Weg bringen.

Für die Kinder und Mitarbeiter der Gruppe übergab der Bürgermeister Geschenke im Namen der Stadt Grünsfeld.

Der Leiter der therapeutischen Hilfen, Thabo Held, dankte ebenfalls den Anwesenden und den Kooperationspartnern Jugendamt, der Nardini-Schule in Gerlachsheim sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Ambulanz in Tauberbischofsheim. Er freute sich, dass es nun losgehe und man den Kindern einen ruhigen und sicheren Ort geben könnte.

Nach einer Fragerunde wurden die Gäste in Kleingruppen zur Besichtigung der sanierten Räume durch das Haus geführt.

Für das Bauernhofprojekt und die tiergestützte Pädagogik werden einige Tiere benötigt. Es ist geplant, neben Kleintieren wie Kaninchen und Hühnern ein Therapiepferd und ein Begleitpferd anzuschaffen, um für die Kinder Reittherapie anzubieten. Da die Anschaffungskosten und der Unterhalt der Tiere viel Geld kosten, ist die Jugendhilfe Creglingen zur Finanzierung auf Spenden oder Patenschaften angewiesen.