Grünsfeld

50 Jahre Naturschutz in Grünsfeld Gemeinschaftsaktion von Naturschutz- und Kulturverein

Ginkgo-Baum der Freundschaft gepflanzt

Archivartikel

Symbolträchtige Aktion: Einen Baum der Freundschaft pflanzten Mitglieder des Naturschutzvereins und des Kulturvereins. Anlass war das Jubiläum 50 Jahre Naturschutz in Grünsfeld.

Grünsfeld. „Versprechen sind zu halten“, betonte Christine Kastner. Beim Festakt im Frühjahr hatte sie Alois Reinhart vom Naturschutzverein zugesagt, einen Baum setzen zu wollen. Gemeinsam schritt man jetzt zur Tat. Unter fachkundiger Anleitung von Stadtgärtner Michael Uhl pflanzten Vertreter von Kultur- und Naturschutzverein in der Grünfläche vor der pädagogischen Bildhauer- und Steinmetzwerkstatt einen Ginkgo-Baum.

„Lebendes Fossil“

Der Ginkgo gilt wegen seiner Langlebigkeit als „lebendes Fossil“. Es sind Exemplare bekannt, die 1000 und mehr Jahre alt geworden sind. Von holländischen Seefahrern wurde er im 18. Jahrhundert aus Japan nach Europa gebracht. Zum Jahrtausendwechsel erklärte ihn das Kuratorium „Baum des Jahres“ zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden.

Von einer bewussten Wahl sprach Christine Kastner. „Er symbolisiert die besondere jahrelange Verbundenheit, die gemeinsamen Interessen und Freundschaft der beiden Vereine.“ Wie der Ginkgo-Baum den Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki überlebt habe, solle die Freundschaft alle Turbulenzen überdauern. Beide Vereine haben nach Kastners Angaben das gemeinsame Bestreben, die Kultur auf vielfältige Art zu erhalten. Gemeinsame Projekte wie zum Beispiel die Apfelsorten-Ausstellung, Fledermauswanderungen und das gemeinsame Ferienprogramm festigten in der Vergangenheit die Verbundenheit. Viele Kunstwerke, die der Kulturverein in den letzten Jahren zur Schau gestellt habe, seien zudem begründet auf Natur, Landschaft und Tiermotiven.

Alois Reinhart dankte im Namen des Naturschutzvereins für das Geschenk. Der Vorsitzende wies auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit beider Vereine in der Vergangenheit hin. Die wolle man auch in Zukunft fortsetzen. „Das gemeinsame Interesse für Natur und Kultur verbindet.“

Biologische Besonderheiten

Auf die biologischen Besonderheiten des Ginkgo-Baums ging Armin Härtig ein. „Der Ginkgo ist der einzige lebende Vertreter einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Naturschutzvereins.

Von den 17 bekannten Gattungen mit zahlreichen Arten lebe heute nur noch eine Art, alle anderen seien nur noch als Fossilien aus der Jura- und Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren bekannt.

Auf guten Standorten kann der Ginkgo, so Härtig, eine Höhe wie Ahorn, Eiche oder Buche erreichen. Der Baum sei ziemlich resistent gegen Luftschadstoffe, Schädlinge und Krankheiten, die durch Pilze, Bakterien und Viren ausgelöst werden. Er eigne sich gut als Straßenbaum im innerstädtischen Bereich. In der freien Landschaft sollte dieses exotische Gehölz nach Härtigs Auffassung keinesfalls verwendet werden.

Im nächsten Jahr ist geplant, am Ginkgo-Baum noch eine Tafel anzubringen. Sie soll an den historischen Moment erinnern, an dem Naturschutzverein und Kulturverein einen Baum der Freundschaft gepflanzt haben.