Grünsfeld

Volkstrauertag Grünsfelds zentrale Gedenkveranstaltung fand in Kützbrunn statt

Frieden nicht zum Nulltarif

Archivartikel

Grünsfeld.Tod und Terror sind alltäglich geworden. Daran und an die Toten der beiden Weltkriege erinnerte die Kommune am Volkstrauertag mit einer zentralen Gedenkfeier in Kützbrunn. Nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche zur heiligsten Dreifaltigkeit traf man sich im Friedhof, um am Ehrenmal einen Kranz niederzulegen.

„Seit 1945 leben wir in Deutschland in Frieden, Freiheit und Wohlstand“, betonte Joachim Markert. Krieg und Gewalt seien für uns weit weg. Der Bürgermeister erinnerte in seiner Ansprache daran, dass dieser Zustand nicht überall auf der Welt Normalität sei. Aktuell werde in über 300 kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit gekämpft und gestorben.

Ob die Menschen sich des Glücks, in einem der stabilsten und sichersten Länder der Welt zu leben, bewusst seien, fragte Markert. Der Wert der Solidargemeinschaft werde immer öfter zugunsten von Eigeninteressen demontiert. Unzufriedenheit und Populismus gefährdeten seiner Meinung nach die Stabilität und das Fundament des Friedens. Um ihn zu erhalten, sei der Einsatz aller vonnöten, versicherte Markert. Frieden und Freiheit seien nicht zum Nulltarif zu haben. „Nur wenn wir aus den Fehlern unserer Geschichte lernen, werden wir sie heute und morgen nicht wiederholen.“

„Der Volkstrauertag steht für Erinnerung und den offenen Umgang mit der Vergangenheit“, erklärte Reiner Schenk. Der Vorsitzende des VdK-Ortsverbands wollte den Volkstrauertag als einen Tag der Versöhnung verstanden wissen, ohne dabei die Toten zu vergessen und die Verantwortung zu leugnen. Der von Deutschland entfesselte Krieg habe nicht nur unermessliches Leid über viele Völker gebracht, sondern auch in unzähligen Überlebenden tote Seelen hinterlassen.

Aus dem Volkstrauertag erwächst nach Schenks Auffassung die Pflicht, in der Gegenwart den Frieden zu sichern. „Er ist der Kitt, der unsere vielfältige Gesellschaft lebenswert macht und zusammenhält.“ Deshalb gelte es, allen Menschen zutiefst dankbar zu sein, die sich für ein friedliches Zusammenleben einsetzen und dabei oftmals ihre Gesundheit riskieren. „Frieden braucht Mut“, befand Schenk. Der lohne sich aber, denn er schaffe die Grundlagen für ein menschenwürdiges Leben.

Ortsvorsteher Alexander Schiefermeyer erinnerte an die 29 Männer, die die Gemeinde Kützbrunn in den zwei Weltkriegen verloren hat. Ihren Tod wollte er als Mahnung verstanden wissen, ihr Andenken in Ehren zu halten. Den Nachgeborenen schrieb er ins Stammbuch, Frieden zu üben im Gespräch wie im Umgang miteinander. „Versuchen wir, einander zu verstehen in Toleranz und Geduld“, so Schiefermeyer.

Worte der Fürbitte und des Gebetes sprach Pater Josef. Er erinnerte an den Trost und die Zuversicht, die dem Glauben entspringe, und verwies auf Gott, der ein Gott des Friedens und der Verständigung sei. Im Anschluss spendete er den kirchlichen Segen.

Die Musikkapelle Kützbrunn gestaltete die Gedenkfeier musikalisch. Bürgermeister Markert und Ortsvorsteher Schiefermeyer legten am Ehrenmal einen Kranz nieder. Die Nationalhymne beendete die Gedenkfeier. feu