Grünsfeld

Konzert Das Duo „Ukuleleaves“ begeisterte das Publikum im Rienecksaal mit ungewöhnlichen Klängen

Exotische Klänge weckten das Fernweh

Archivartikel

Gute-Laune-Sound aus Hawaii brachten die „Ukuleleaves“ in den Rienecksaal. Das Duo Larissa Kastner und Andreas Rottmann begeisterte das Publikum.

Grünsfeld. Die „Ukuleleaves“ überraschten mit fantastischen Klängen und weckten im herbstlichen Grünsfeld das Fernweh. Das spektakuläre Konzert beendete den Kulturherbst des Kulturvereins.

Klein, fast unscheinbar ist die Ukulele. Meist steht sie im Schatten der viel größeren Gitarre. Anders als diese ist die Ukulele eine relativ junge Erfindung. Einwanderer aus dem portugiesischen Madeira brachten das traditionelle Saiteninstrument Machete Ende des 19. Jahrhunderts mit nach Hawaii. Bald wurde es dort mit einheimischem Koa-Holz nachgebaut, was den Klang veränderte. Die preiswerten Instrumente erfreuten sich schnell großer Beliebtheit und bekamen aufgrund der Finger den Namen „hüpfender Floh“: Ukulele.

Intensive Darbietung

Mit diesen und anderen Geschichten unterhielten Larissa Kastner und Andreas Rottmann das Publikum während ihres Konzerts. Seit dem Frühjahr 2018 gibt es das Duo „Ukuleleaves“. Zwei wirbelnden Blättern gleich haben die beiden zusammengefunden. Bislang waren sie auf den Straßen der Republik unterwegs, tingelten von Festival zu Festival, um gemeinsam Musik zu machen. Zuletzt waren sie in Würzburg und Berlin zu hören.

Der Auftritt im Rienecksaal war das erste „richtige“ Konzert. Dass die beiden Straßenmusiker mit Leib und Seele sind, war in jeder Phase zu spüren.

Damit ist ein wesentlicher Vorzug des Duos gemeint. Die „Ukuleleaves“ sind es gewohnt, gegen das flüchtige Interesse des Publikums anzuspielen.

Entsprechend intensiv waren die Darbietungen im Rienecksaal. Wiederholt gelang es den beiden mit ihrer Spielfreude, das überraschend gemischte Publikum mitzureißen.

So unterschiedlich die Zuhörer, so vielseitig das Musikprogramm. Für jeden Geschmack hatten die „Ukuleleaves“ etwas dabei. Die Bandbreite reichte von der Led Zeppelin-Hymne „Stairway to heaven“ über Beethovens „Für Elise“ bis zur lateinamerikanischen Samba „Tico Tico“.

Unterstützung erhielten die „Ukuleleaves“ zwischendurch von Alexander Waken von den „Evil Cupcakes“ aus Bad Mergentheim. Mit ihm am Cajon versprühten die „Ukuleleaves“ bei Kompositionen wie „Babylon“ von Gentleman oder Bob Marleys berühmte Ballade „No woman, no cry“ karibische Reggae-Atmosphäre.

Während des Konzerts hatten Larissa Kastner und Andreas Rottmann außerdem Gelegenheit, mit Soloauftritten zu glänzen. Mit einem Medley erwies Rottmann dem Ukulele-Virtuosen Jake Shimabukuro seine Referenz. Eine andere Größe der Szene ist Taimane Gardener. Ihre Komposition „Neptune’s Storm“ interpretierte Larissa Kastner kongenial.

Eigene Arrangements

Die „Ukuleleaves“ sind zwar erst seit kurzem zusammen, feilen aber schon an eigenen Arrangements. „Breeze“ ist das erste in Kooperation entstandene Stück. Mit ihm beendeten Larissa Kastner und Andreas Rottmann ihren formidablen Auftritt.

Das „vertonte Gefühl“ wollten die beiden programmatisch verstanden wissen. „Man lässt etwas hinter sich und bricht auf zu etwas Neuem.“ Wohl war. Die Konzertpremiere war ein vielversprechender Anfang. feu