Grünsfeld

Gesangsoase Unter dem Titel „Solo durch die Nacht“ präsentierten 13 Interpreten Lieder von Barock bis Pop im Grünsfelder Rienecksaal

Ein beeindruckender Abend mit vielen Gänsehaut-Momenten für die Zuhörer

Archivartikel

Grünsfeld.Schöne Stimmen: Die waren beim Vokalkonzert der „Gesangsoase“ von Claudia Bähr zu hören. Unter dem Motto „Solo durch die Nacht“ präsentierten 13 Sängerinnen und Sänger im Rienecksaal Lieder von Barock bis Pop.

Eine große Vielfalt der Darbietungen versprach Claudia Bähr. Den besonderen Reiz des Konzertes mache nach Auffassung der Musikpädagogin aus, dass alle Stimmen ohne technische Unterstützung erklangen.

Jana Vollmer eröffnete den Konzertabend. Für sie war es der erste Auftritt vor größerem Publikum. Die Elfjährige meisterte die Premiere mit Bravour. Ein Beispiel nahm sie sich dabei wohl an der selbstbewussten Pippi Langstrumpf, deren Lied sie vortrug. Darin heißt es nämlich, dass man die Welt so machen soll, wie sie einem gefällt.

Mit zehn Jahren war Johanna Schreck die jüngste Teilnehmerin. Die Fünftklässlerin beeindruckte das wenig. Unbekümmert sang sie Franz Schuberts Frühlingslied und Ludwig van Beethovens „Lied des Marmottenbuben“. Johanna Schreck bereitet sich schon auf den Wettbewerb „Jugend musiziert“ vor. Nach der dargebotenen Leistung scheint der Erfolg gewiss.

Ähnliches gilt für Alina Schwägerl. Auch sie ist bei „Jugend musiziert dabei“. Mit Joseph Haydns „Pastoral song“ und Robert Schumanns „Soldatenbraut“ dürftes ie gute Erfolgsaussichten haben.

Monika Comparato trug Enyas „May it be“ vor. Die Titelmelodie aus dem Kinohit „Herr der Ringe“ war ein elegisch-enigmatisches Klangerlebnis.

Jeder freut sich über etwas anderes. Birgit Nickels Liedauswahl machte das deutlich. In Franz Schuberts Lied von der Seligkeit war es die Nähe der Geliebten, die beglückte. Das Blumenmädchen Eliza Doolitle aus Frederick Loewes Musical „My Fair Lady“ träumte davon, „nur ein Zimmerchen irgendwo“ zu haben.

Religiöse Themen hatten sich Sabine Steinmetz und Elke Thimm zum Vortrag ausgesucht. Jonathan Willcocks „Lord make me an instrument“ war die Vertonung eines Gebets des Franz von Assisi. Dem von Richard Strauss komponierten „Allerseelen“-Lied diente ein Gedicht des Österreichers Hermann von Gilm als Vorlage. Beide traten beim Soloabend auch als Duett auf. Mit Benjamin Brittens „What can a poor woman do?“ widmeten sie sich dem ewigen Kampf der Geschlechter.

Die Liebe und ihre Verwicklungen standen im Mittelpunkt weiterer Liedvorträge. Nostalgisch und melancholisch zeigte sie sich in Ennio Morricones „Liebesthema“ aus dem Film „Cinema Paradiso“, das Tenor Andreas Stierle gekonnt interpretierte.

In Antonio Cestis Barockoper „Orontea“ ist die titelgebende weibliche Hauptfigur verliebt, wagt aber nicht, sich zu offenbaren. Bei der Arie, die Charlotte Wäsche vortrug, handelte es sich um einen gesungenen Liebesbrief. Eine schöne Reminiszenz in Zeiten der Handy-Kommunikation.

Erlösung durch Liebe. Davon handelt Richard Wagners „Tannhäuser“. Paul Thimm schlüpfte in die Rolle des Minnesängers Wolfram von Eschenbach, der mit dem Lied „O du mein holder Abendstern“ Elisabeth huldigt. Ausgang ungewiss.

In die glanzvolle Welt der K-u.-K-Monarchie entführte Renate Süssenguth mit dem „Frühlingsstimmenwalzer“ von Johann Strauß. Dabei verzauberte sie die Zuhörer mit ihrer leuchtend-kraftvollen Sopranstimme.

Schön zur Geltung brachte Mathias Mattmüller seine kraftvolle Bass-Stimme mit Robert Schumanns „Prinz Eugen“. Das Lied, ein vertontes Freiligrath-Gedicht, schildert, wie es zum bekannten Volkslied von Prinz Eugen gekommen ist, dem edlen Ritter, der sich erfolgreich in den Türkenkriegen geschlagen hat.

Mit Franz Schuberts Loblied „An die Musik“ setzte Daniela Rüdel den Schlusspunkt unter eine gelungene Veranstaltung. Darin heißt es, dass die Musik vermag, das Herz zu warmer Liebe zu entzünden und in eine bessere Welt zu entrücken. Schöner kann man Inhalt und Wirkung des Konzertabends der „Gesangsoase“ nicht zusammenfassen. feu