Grünsfeld

Gemeinderat Gremium erteilte Zustimmung zum Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Hauptstraße

Eigentumswohnungen im Stadtzentrum

Im Herzen von Grünsfeld soll ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten und Tiefgarage entstehen. Damit wird eine Baulücke geschlossen.

Grünsfeld. Wohnen mitten in Grünsfeld: Das wollen Stadt und Bauträger realisieren. Zwischen Hauptstraße und Treppengasse ist ein Mehrfamilienwohnhaus geplant. Insgesamt zwölf Wohnungen sollen dort auf zwei Baukörper verteilt entstehen. Der Grünsfelder Gemeinderat erteilte dem Vorhaben bei der zweistündigen am Montag im Rathaussaal sein Einverständnis. Zwischen Hauptstraße und Treppengasse hatte die Kommune marode Gebäude und Scheunen aufgekauft und gefördert durch das Stadtsanierungsprogramm abreißen lassen.

„Das Projekt passt in die Zeit.“ Bürgermeister Joachim Markert sprach von „einem wunderbaren Quartier“, das bebaut werden soll. Und er merkte an, dass in Grünsfeld Eigentumswohnungen mit 60 bis 100 Quadratmetern Fläche fehlen. Diese Nische werde nun gefüllt, so der Rathauschef.

Geschlossene Bebauung

Ulrich Hammel, Geschäftsführender Gesellschafter von Invest Concept, ging auf die Planungen ein, die von Salvatore Boccagno erstellt wurden. Der Bauträger übernimmt die dort vorrangige geschlossene Bebauung. „Wir haben hier eine große Tiefe und einen großen Höhenunterschied von der Hauptstraße zur Treppengasse zu überwinden“, so Hammel. Daher gehe man beidseitig auf die Grundstücksgrenze.

Geplant sind zwei Baukörper, die durch einen Innenhof getrennt werden. Die Belichtung der Gebäude erfolgt über die Straßen sowie den Innenhof. Der Eingangsbereich an der Hauptstraße mit Treppenhaus und Aufzug wird auch das rückwärtige Gebäude erschließen. Die Wohnungen sind über einen Laubengang zu erreichen. Beide Gebäudeteile bestehen aus zwei Vollgeschossen sowie einem Dachgeschoss. Eine Tiefgarage, die von der Hauptstraße angefahren wird, sowie Kellerräume sind geplant.

Insgesamt sollen zwölf Wohnungen mit 60 bis 100 Quadratmetern Fläche entstehen, überwiegend barrierefrei. Denn im rückwärtigen Haus ist man im Erdgeschoss immer noch nicht auf Höhe der Treppengasse. Deshalb sind dort Maisonettewohnungen vorgesehen, die über zwei Stockwerke gehen. Auch im Dachgeschoss sind Wohnungen mit Maisonette-Charakter geplant.

Die schwierige Verkehrssituation war ein Knackpunkt und sorgte in der Sitzung für Erläuterungsbedarf. Nach Angaben des Investors wurde das Haus deshalb um 3,6 Meter von der Straße zurückversetzt. Damit sei die Sicht bei der Einfahrt in die Hauptstraße besser. Die Gehwegkante bleibe, an der engsten Stelle habe man noch 1,5 Meter, so Hammel. Diese Verbesserung freute Gemeinderat Franz Ködel. Eine Verbreiterung der Straße hätte sich Markus Kurz gewünscht. Denn auch viele landwirtschaftliche Fahrzeuge müssten den Bereich passieren.

Schwierige Verkehrssituation

Für Armin Kordmann war die Engstelle dagegen eine „gute Möglichkeit zur Verkehrsberuhigung“. Auch Lothar Derr wollte alles so lassen, wie es ist. Bürgermeister Markert ergänzte, dass vor allem das zu schnelle Fahren auf dem Kopfsteinpflaster ein Problem sei.

Auch die Höhe der Gebäude bereitete einigen Gemeinderäten Sorgen. Allein der Schacht für den Aufzug sei so hoch wie der First des Nachbargebäudes, waren einige nicht ganz glücklich. Der Neubau sei massiver und höher. „Durch die veränderte Planung und die Balkone ist jetzt mehr Dachfläche zu sehen. Aber für mich ist das noch nicht ideal für eine Stadtsanierung“, so Franz Ködel. Das Ziel, in der Innenstadt Fläche zu erwirtschaften, reduziere die Fantasie für Dachformen, kritisierte er.

„Vieles ist ein Kompromiss“, so Markert über das „bedeutende Bauvorhaben“. Die Entwicklung der Innenstadt liegt ihm am Herzen. „Die Bewohner haben kurze Wege, alles ist zu Fuß zu erreichen“, fand er das Projekt „ideal“. Auch eine Delegation des Stuttgarter Wirtschaftsministerium sei bei ihrem Besuch vor wenigen Tagen von der Planung angetan gewesen, unterstrich der Rathauschef. Er lobte den Bauträger für die Einarbeitung der verschiedenen Anregungen aus dem Gemeinderat und das Gremium für die zeitintensive Beschäftigung mit dem Objekt.

Invest Concept, so Geschäftsführer Hammel, wolle in Kürze mit der Vermarktung der zwölf Eigentumswohnungen beginnen. Die Fertigstellung werde bis 2021 erfolgen. Eine Sperrung der Hauptstraße im Rahmen des Bauprojekts werde es wohl nicht geben. „Vieles soll über die Treppengasse erfolgen“, betonte Hammel auf Nachfrage.

Ebenso einstimmig wie für dieses Großprojekt votierte der Gemeinderat für den Neubau einer Lagerhalle mit Büro im Industriepark ob der Tauber auf dem Waltersberg. Die Firma WHS Sondermetalle will das neue Gebäude an einen Gewerbetreibenden vermieten.