Grünsfeld

Jahresrechnung Positives Zahlenwerk vom Gemeinderat gebilligt

„Corona reißt große Lücken“

Grünsfeld.Das Jahr 2019 war noch einmal sehr positiv, wie Kämmerer Christoph Kraft bei der Vorstellung des Zahlenwerkes verkündete. Der letzte Jahresabschluss nach der Kameralistik fiel nochmal richtig gut aus.

„Trotz großer Investitionen war es ein sehr positives Jahr“, sagte auch Grünsfelds Bürgermeister Joachim Markert bei der Vorstellung der Zahlen im Gemeinderat. „Bei der Verschuldung pro Einwohner sind wir zusammen mit Boxberg in der Championsleague“, freute er sich über die kontinuierliche Verringerung des Schuldenstandes in den letzten zehn Jahren. Zum Ende 2019 betrug die Schuldenlast pro Einwohner nur noch 246,86 Euro. Vor zwölf Jahren lag man bei knapp 1000 Euro.

Pro-Kopf-Verschuldung sinkt

Dies sei vor allem der positiven Entwicklung bei der Gewerbesteuer zu verdanken, so Kämmerer Christoph Kraft. Hier schloss man 2019 mit gut 2,9 Millionen Euro ab. 2010 waren es noch 800 000 Euro. Trotzdem warnte er vor dem kommenden Jahr. „2021 muss man den Gürtel enger schnallen“. Und Bürgermeister Markert ergänzte: „Man hatte sich an die guten Einnahmesituationen gewöhnt“.

Auch 2020 entwickelte sich anfangs prächtig, „doch dann kam Corona und hat große Lücken in den Gemeinden gerissen“, nannte Kraft den Hintergrund. Vor allem für das kommenden Jahr sieht er große Herausforderungen an den Gemeinderat, der mit Bedacht das zur Verfügung stehende Geld ausgeben muss. So plante man für 2020 noch mit einer Gewerbesteuereinnahme von 2,7 Millionen Euro, wird aber letztlich bei 1,8 Millionen Euro landen.

Doch 2019 war nochmal ein Jahr mit positiven Zahlen. Man schloss mit einer Bilanzsumme aus Vermögenshaushalt und Verwaltungshaushalt von 14,16 Millionen Euro. Das seien rund 5,8 Prozent über dem Haushaltsansatz. Wegen gestiegener Mehreinnahmen aus Steuern und Zuschüssen wurde diese Mehrausgabe kompensiert. So konnten erstmals 1,932 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt zugeführt werden. Eine Summe, die in der Höhe noch nie dagewesen war. Auch die Allgemeine Rücklage wurde nochmals um 1,715 Millionen Euro gesteigert und lag am Jahresende bei 2,39 Millionen Euro. „Kredite mussten keine aufgenommen werden“, so Kämmerer Kraft.

Keine Kreditaufnahme

Bei den Investitionen waren es vor allem der Kindercampus, die Erneuerung der Brücke in der Eichendorffstraße, die Platzgestaltung in Paimar, die Umrüstung auf LED-Straßenbeleuchtung, das Familienzentrum und Grunderwerb, die sehr hohe Summen verschlangen. Viele Projekte sind nur anteilig berechnet, so Kraft, da nur die Summen einbezogen wurden, die auch 2019 anfielen. Auch für 2020 musste man keinen Kredit aufnehmen, blickte Kraft schon ein wenig voraus. Ob man dies auch 2021 so halten kann, wagte er zu bezweifeln, denn Corona werde ein großes Loch in die Finanzpolster der Kommunen reißen. Man rechnet mit Mindereinnahmen von 11,1 Prozent bei den Steuern und knapp 25 Prozent bei der Gewerbesteuer. Das überraschte die Gemeinderäte nicht, denn sie gehen mit offenen Augen durch die Stadt und sehen, was an Einnahmen kommen kann. Der Jahresabschluss wurde einstimmig genehmigt.

Ab Anfang Januar wird Milena Dix als weitere Standesbeamtin ernannt. Der Gemeinderat bestellte sie nach Feststellung der gesetzlichen Voraussetzungen. Sie ergänzt damit Bürgermeister Joachim Markert, Christina Wenz und Reiner Himmel.

Nochmals angesprochen wurde die Parksituation hinter dem Rathaus. Trotz Verbreiterung der Stellplätze komme es beim Ausparken noch immer zu Beinaheunfällen. Die Unübersichtlichkeit an dieser Stelle sei einfach sehr groß, so Thomas Heer. Er bat zu versuchen, den noch bestehenden Vorgarten des dahinter liegenden Anwesens zu entfernen, um mehr Platz zu gewinnen. mae