Grünsfeld

Leserbrief Zum geplanten "Bildungscampus" in Grünsfeld

Besorgniserregender Umgang mit Bemerkungen

Mit großem Erstaunen lasen wir den Bericht vom "Bildungscampus", der über die Gemeinderatssitzung vom 30. Mai in Grünsfeld verfasst wurde. Dieser spiegelt eine sehr einseitige Berichterstattung wider. Wir möchten hier beispielhaft einige nicht erwähnte Beiträge von betroffenen Lehrern der Grundschule Grünsfeld-Wittighausen, Eltern und Nabu-Mitgliedern nennen. Diese wurden von Gemeinderat und Bürgermeister leider nicht ernst genommen.

Besorgte Eltern brachten hierbei ihre persönliche Erfahrung als Mütter von betroffenen Kindern und gleichzeitig als Pädagoginnen in die Diskussion ein. Diese Wortmeldungen wurden untermauert durch eingeholte Einschätzungen von führenden Erziehungswissenschaftlern und Pädagogen Deutschlands zu den von der Stadtverwaltung vorgelegten Planungen. Hier wurde deutlich vor Experimenten dieser Art gewarnt, zudem noch kein gemeinsames pädagogisches Konzept vorliegt. Dies sollte generell zu Beginn einer solchen Planung stehen.

Kritisiert wurde ebenso die Raumplanung, die den Anforderungen des neuen Bildungsplanes in Baden-Württemberg nicht standhalten könne. Es ist geplant, dass die Kindertagesstätte komplett als Einheit in das obere Schulhaus einzieht, während gleich im Zimmer nebenan die Klasse 1 und 2 unterrichtet werden sollen. Die Klassen 3 und 4 werden hingegen im unteren Schulhaus untergebracht. Dies würde eine Trennung der Schule in Grünsfeld bedeuten. Wie eine Lehrerin der Schule berichtete, stellt dies eine enorme Herausforderung für die Schule dar. Sie forderte die Einheit der Schulgemeinschaft, um der vorgeschriebenen Aufsichtspflicht und der Unterrichtsversorgung gerecht zu werden. Dies könnte mit einem Anbau am unteren Schulhaus gelöst werden. Der Nabu plädierte für den Erhalt der 60 Jahre alten Blutbuche (einziger Baum dieser Art in Grünsfeld), welche für den geplanten Anbau am oberen Schulhaus zu fällen wäre. Das Abtun aller Argumente lässt sich an diesem Beispiel verdeutlichen: Ein Gemeinderatmitglied schlug lapidar vor, aus dem Holz des gefällten Baumes ein Kunstwerk zu erstellen, dann hätte man ein schönes Andenken an die Blutbuche.

Es ist besorgniserregend, wie respektlos man mit fundierten Bemerkungen und Fragen besorgter Bürger und Betroffener in einer Gemeinderatssitzung umgeht.