Grünsfeld

Kindercampus Gemeinderat vergab Gewerke / Kostenrahmen liegt nun bei 4,9 Millionen Euro

Außenarbeiten in Kürze fertig

Archivartikel

Grünsfeld.Die Arbeiten am Kindercampus gehen voran. Wenn alles nach Plan läuft, will man Ende des Jahres fertig sein. Im Frühjahr sollen die letzten Maßnahmen an den Außenanlagen erfolgen. Dann steht dem Umzug von Kindergarten und Krippe in die neuen Räume nichts mehr im Weg. Die Eröffnung ist für 1. März geplant. Neben der Vergabe von zahlreichen Gewerken ließen sich die Gemeinderäte auch über den aktuellen finanziellen Stand informieren.

Wenn der Kindercampus mit Grundschulstandort und Kita fertig sind, wurden insgesamt rund 4,9 Millionen Euro verbaut. Bürgermeister Joachim Markert stellte die künftige Gestaltung des Außenbereichs vor, der den Kindern viel Abwechslung bieten soll. Zusammen mit dem Verein Naturspur und den Eltern soll in Kürze der erste Teil eines etwas anderen Spielgeländes entstehen, ein kleiner Klettergarten zwischen Lehrerzimmer und Hausmeisterwohnung.

In Markerts Augen ist das Geld für den gesamten Außenbereich sehr gut angelegt, eine bisherige Rasenfläche werde aufgewertet und sinnvoll genutzt. Der Gemeinderat gab grünes Licht für den Kauf von Spielgeräten der Röttinger Firma Eibe für das Außenspielgelände. 44 996 Euro werden sie kosten. Gewünscht wurde eine rund 20 Meter lange Seilbahn für die Kinder, für die von Kindergartenseite ein Betrag von 5000 Euro zur Verfügung gestellt wird.

Einen Blick auf die Kosten des Campus-Baus warfen die Gemeinderäte zusammen mit Architekt Salvatore Boccagno. Markert erklärte, dass man den gesteckten Finanzrahmen von 4,8 Millionen fast einhält, aber auch eine höhere Förderung beantragt hat, die die Überschreitungen wieder ausgleicht.

Nach den Zahlen des Architekten liegen die Ausgaben bei fast allen Gewerken über der Kalkulation. Boccagno begründete dies unter anderem mit zusätzlichen Planungen und Wünschen aus dem Gemeinderat, etwa beim Spielplatz, der in der Ursprungsplanung hinter dem Schloss vorgesehen war. Statt 236 000 Euro fielen nun 467 000 Euro fürs Außenspielgelände an. Auch für Elektroinstallationsarbeiten, technische Ausrüstung sowie Einrichtung und Mobiliar sei mehr ausgegeben worden. Einsparungen habe es dagegen bei der Baukonstruktion gegeben.

Kritik an Dokumentation

Kritik übte Gemeinderätin Isabell Noor nicht nur an den Honorarkosten für das Architekturbüro, die nach Aussagen Boccagnos im vergangenen Jahr bei 250 000 Euro gelegen hätten, wie sie betonte, sondern vor allem am Bautagebuch. „Das ist das Papier nicht wert, auf dem es steht“, warf sie ihm mangelnde Dokumentation vor. Dies wies der Planer deutlich zurück.

Einstimmig vergeben wurden zuvor bereits die Gewerke für Tischlerarbeiten in den Küchen für 29 583 Euro an die Firma Möbel Schott aus Tauberbischofsheim und für die Kastenmöbel an die VS Spezialmöbel aus Tauberbischofsheim für 16 642 Euro. Die Garderoben und Einrichtungsgegenstände wird die Firma Dieter Ertl aus Igersheim zum Angebotspreis von 85 032 Euro liefern. Nötig sind Verkehrswege- und Pflasterarbeiten sowie Arbeiten im Bereich Landschaftsbau. Gemeinderat Lothar Derr plädierte dafür, Kosten zu sparen und den Bauhof einzusetzen. Dem erteilten Gemeinderat und Bürgermeister eine Absage. Bei einer Gegenstimme wurde für 149 369 Euro die Firma Garten Stahl aus Schweigern beauftragt. Metallbauarbeiten für Zäume und Tore übernimmt bei einer Gegenstimme die Firma Kimmelmann (Igersheim) für 55 358 Euro. Natursteinarbeiten wird die Firma Albin Schreck aus Grünsfeld übernehmen. Das Angebot lag bei 21 047 Euro. Den Auftrag für die Türsprechstellen und Telefonie erhielt die Firma For.um aus Grünsfeld für 14 611 Euro. Zudem sollen die Linoleumböden im Gebäude nach der Bauphase gereinigt werden. Das übernimmt die Firma Hannweber flooring aus Dettelbach für 10 047 Euro.

Nicht nur neu gestaltet, sondern auch auf den neuesten Stand der Technik will man die Grundschule Grünsfeld-Wittighausen ausstatten. Dazu beschloss der Gemeinderat, insgesamt 28 iPads sowie ein Apple TV HD bei der Firma Cancom zum Preis von 9043 Euro zu bestellen. Angeschafft wurden bereits fünf Laptops. Das Geld wurde von Bund und Land zur Verfügung gestellt und kann unbürokratisch abgerufen werden. Nach dieser Investition habe die Kommune die ihr zur Verfügung stehenden rund 15 000 Euro fast komplett ausgeschöpft, machte Markert deutlich. dib