Grünsfeld

Naturschutzverein Grünsfeld Im Rahmen der Hauptversammlung auf 2019 zurückgeblickt

Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen

Archivartikel

Grünsfeld.Ein Jahr mit Höhen und Tiefen liegt hinter dem Naturschutzverein. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Krone“ zogen die Mitglieder Bilanz.

Im Zeichen des Jubiläums

2019 stand ganz im Zeichen des Jubiläums „50 Jahre Naturschutz in Grünsfeld“. Höhepunkt war ein Kommersabend mit vielen Mitgliedern, Freunden und Gästen. „Wir sind reichlich gelobt und beschenkt worden“, erinnerte sich Alois Reinhart. Der Vorsitzende wollte die zahlreichen positiven Rückmeldungen als Ansporn verstanden wissen, sich weiterhin unermüdlich für den Erhalt der Natur zu engagieren.

Überschattet wurde das Jubiläum von der Baumfällaktion an der Dorothea-von-Rieneck-Schule. Für den Umbau am Nordgiebel von Schulhaus I musste die 60 Jahre alte Blutbuche weichen

. „Das war eine meiner größten Enttäuschungen“, erklärte Reinhart. Als Konsequenz beendete der Verein die Kooperation mit der Schule in der Arbeitsgemeinschaft „Mensch – Natur – Kultur“.

Nicht glücklich ist Reinhart auch über den Standort des im letzten Jahr angelegten Schau-Weinbergs. Hinter dem Zehntgebäude bekommen die Reben seiner Meinung nach zu wenig Sonnenlicht.

Für den Fall, dass ein weiterer Baum geopfert werden soll, kündigte er schon einmal seinen Widerstand an. „Hände weg von einer weiteren Fällung.“

Reinharts Quintessenz aus den Querelen: „Wir müssen mehr für den Erhalt der Bäume kämpfen.“ An seine Mitstreiter im Verein appellierte er: „Wir müssen mutiger sein.“

Bürgermeister Joachim Markert rechtfertigte in seinem Grußwort, dass die Blutbuche gefällt worden ist.

Die Maßnahme sei notwendig gewesen, um Platz zu schaffen für die Erweiterung der Schule zum Kindercampus. Markert versprach, dass für den Schau-Weinberg kein Baum gefällt werde. „Wir wollen an der Stelle keinen Superwein erzeugen.“ Auf besonders hohe Öchslegrade komme es nicht an.

Kritische Worte

Kritische Worte über das Verhältnis von Landwirtschaft und Naturschutz äußerte Armin Härtig. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende war selber viele Jahre sowohl in der Landwirtschafts- als auch Naturschutzverwaltung tätig. „Es gab damals wenig Konflikte“, fand er. Das Verhältnis hat sich seiner Einschätzung zufolge in den letzten Jahren sehr verändert: „Der Umgang mit der Landschaft ist deutlich ruppiger geworden, teilweise gnadenlos.“

Härtig nannte etliche Beispiele: Wege seien verschwunden, ganze Hecken habe man vollständig entfernt. Er verwies auf Lesesteine, die massenhaft in Hecken gekippt, und Grünstreifen in öffentlichem Eigentum, die umgepflügt würden. „Beim Mulchen von Wegrändern wird innerhalb kürzester Zeit kilometerweit die Vegetation niedergemacht“, so Härtig. Die bodennahe Bearbeitung zerstöre nicht nur Blüten, sondern zahlreiche Insekten und andere Kleinlebewesen. Härtig betonte, dass nicht jeder Landwirt sich so verhalte. „Es sind aber auch keine seltenen Einzelfälle.“

Dank der Einnahmen beim Adventsmarkt und eines Zuschusses für die Biotoppflege konnte Kassierer Thomas Hofmann einen Überschuss verbuchen. Der Verein – das machten seine Ausführungen deutlich – stehe auf gesunden Beinen. Kein Wunder, dass die Versammlung den Kassierer wie den gesamten Vorstand einstimmig entlastete.

Bei den Verantwortlichen des Vereins wird man sich über neue Einnahmequellen Gedanken machen müssen. 35 Jahre haben die Naturschützer sich am Adventsmarkt beteiligt. 1985 waren sie die Ersten, die ihre Produkte vor dem Rathaus verkauften.

790 Arbeitsstunden

Beim letzten Mal haben die Mitglieder nach Reinharts Berechnungen insgesamt 790 Arbeitsstunden damit verbracht, Gestecke zu binden oder Kränze zu winden. Damit soll jetzt Schluss sein. Altersbedingt könne man diesen Aufwand nicht mehr betreiben, so Reinhart. feu