Großrinderfeld

Konstituierende Sitzung Großrinderfelder Kommunalpolitiker verpflichtet und die Ausschüsse neu besetzt

Zukunft der Gemeinde mitgestalten

Die Kontinuität im Großrinderfelder Gemeinderat ist gewahrt. Das neue Gremium wurde nun verpflichtet.

Großrinderfeld. Nach dem Wahlkampf kann nun die Sacharbeit im Großrinderfelder Gemeinderat wieder beginnen. Nachdem es keine Hinderungsgründe für die neu gewählten Kommunalpolitiker gab, wurden sie bei der konstituierenden Sitzung des Gremiums am Dienstag im Rathaussaal in Großrinderfeld in ihr Amt eingeführt.

Bürgermeisterin Anette Schmidt würdigte die Arbeit des Gremiums in den letzten Jahren zum Wohle der Kommune. „Es gab faire und sachliche Diskussionen, wir haben viel auf den Weg gebracht.“ Darunter seien auch Entscheidungen, die nicht immer angenehm seien, wie etwa Gebührenerhöhungen, aber zum Funktionieren einer Gemeinde beitragen. Mit Christina Häusler, Julian Michelbach, Rainer Gerhards, Heiko Wülk und Christian Küffner nahmen fünf Neulinge am Ratstisch Platz. Rolf Freidhof, der am Dienstag verhindert war, gehörte dem Gremium bereits bis 2014 an.

Danach stand ein Wahlmarathon an. Ohne Gegenstimmen wurde Sven Schultheiß zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Zweiter stellvertretender Bürgermeister ist Peter Weingärtner, dritte stellvertretende Bürgermeisterin Helga Koch.

Neue Ortsvorsteher

Gewählt wurden die von den Ortschaftsräten vorgeschlagenen Ortsvorsteher. In Großrinderfeld wird Walter Lutz weiter die Geschicke leiten, zu seinem Stellvertreter wurde Hilmar Reinhart gewählt. Heinz Schmitt bleibt Ortsvorsteher in Gerchsheim, sein Stellvertreter ist Peter Weingärtner. In Ilmspan ist weiter Hubert Kraus zuständig, er wird von Thomas Klug vertreten. Neuer Ortsvorsteher von Schönfeld ist Ralf Schieß, ihm zur Seite steht Roland Kroyer.

Eine rasche Angelegenheit war die Besetzung der beratenden Ausschüsse. Dem Verwaltungsausschuss gehören Sybille Wirths (Stellvertreter Rolf Freidhof), Hubert Kraus (Stellvertreter Heiko Wülk), Helga Koch (Stellvertreter Rainer Gerhards) und Ralf Götzinger (Stellvertreter Christian Küffner).

Der Technische Ausschuss wird künftig nur noch aus vier statt bisher sechs Gemeinderäten bestehen. In der Hauptsatzung der Gemeinde sei die Zahl der Mitglieder festgelegt, so die Rathauschefin. Künftig gehören dem Ausschuss Heiko Wülk (Stellvertreter (Hubert Kraus), Christina Häusler (Stellvertreter Julian Michelbach), Ralf Schieß (Stellvertreter Rolf Freidhof) und Peter Weingärtner (Stellvertreter Christian Kretzer).

Vertreter der Gemeinde im Zweckverband Wasserversorgung Grünbachgruppe sind Sven Schultheiß (Stellvertreter Ralf Schieß), Ralf Götzinger (Stellvertreter Heinz Schmitt) und Hubert Kraus (Stellvertreter Walter Lutz).

Dem Gemeinsamen Ausschuss der vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit Tauberbischofsheim, Werbach und Königheim gehört Walter Lutz (Stellvertreter Sven Schultheiß) an. Mitglieder im Zweckverband Industriepark A 81 sind Helga Koch (Stellvertreter Rainer Gerhards) und Hubert Kraus (Stellvertreter Christian Küffner).

Danach begann die eigentliche Gremiumsarbeit und damit die erste Diskussion im Gremium. Die Bestätigung der durch den gemeindlichen Gutachterausschuss festgelegte Bodenrichtwert sollte beschlossen werden. Die Preise würden rückwirkend zum 31. Dezember 2018 in Kraft treten.

Bodenrichtwerte vertagt

Der Ilmspaner Ortsvorsteher Hubert Kraus sah die geplante Erhöhung kritisch. Die Bodenrichtwerte sind aus seiner Sicht zu hoch angesetzt. Für Ilmspan ergebe sich eine Steigerung um 50 Prozent. „Wir können die Fehler, die in der Verwaltung gemacht wurden, nicht auf die Bürger durch höhere Kosten abwälzen“, fand er mit Blick auf das Ilmspaner Baugebiet, auf das man 20 Jahre hatte warten müssen.

Hubert Kraus befürchtete zu hohe Bauplatzpreise im Ort. Daher beantragte er die Vertagung des Beschlusses.

Gemeinderat Manfred Wörner fragte nach den möglichen Auswirkungen, wenn die Grundsteuerberechnung geändert wird. „Wenn wir das so festlegen, zahlen unsere Bürger bei einer künftigen Grundsteuer nach dem Wert des Grundstücks mehr.“ Er hielt das für „ein Eigentor“ und plädierte für ein „defensiveres“ Agieren mit der Option einer weiteren Erhöhung, wenn „dann alles klar ist“.

Für Sven Schultheiß sind die Bodenrichtwerte keine „willkürlichen Zahlen“. Es sei aber klar, „wenn wir das festlegen, dann richten sich die Bürger natürlich danach“. Auch er sprach sich für die Vertagung aus, die bei zwei Enthaltungen beschlossen wurde.

Die Bürgermeisterin hatte keine Bedenken gegen eine Vertagung. Der Gutachterausschuss habe aber die Werte nach der aktuellen Marktlage angepasst. „Es gibt keine Zahlen, die wir hier ausdiskutieren können. Wir können die Überarbeitung nur wieder an den Ausschuss zurückverweisen.“ Ob eine Neuberechnung anders ausfallen würde, bezweifelte sie. Mit Blick auf die Grundsteuer war sie sicher, dass der Wert auf dem Land niedriger werde als in der Stadt.