Großrinderfeld

Ferienprogramm Junge Teilnehmer erstellten ihre eigene Zeitung und erfuhren von FN-Redakteurin Diana Seufert viel über die Arbeit von Journalisten

Vom Interview bis zur Rätselseite

Archivartikel

Eine eigene Zeitung mit dem Namen „Bojo, der Bär – Zeitung von Kindern für Kinder“ fertigten die jungen Journalisten beim Ferienprogramm der Gemeinde Großrinderfeld an.

Großrinderfeld. Hochkonzentriert geht es im Pfarrsaal zu. An den Tischen sitzen in Zweiergruppen eifrige Reporter. Es wird geschrieben und diskutiert, verbessert und begutachtet, Foto um Foto gemacht. Zeit zum Essen brauchen sie nicht. Alle sind ruhig und aufmerksam. Acht Kinder haben für das Gemeindeblatt eine eigene Zeitung erstellt. „Bojo, der Bär – Zeitung von Kindern für Kinder“ soll sie heißen. Und bei diesem Tag des Ferienprogramms erhalten sie von FN-Redakteurin Diana Seufert viele Informationen, wie eine Zeitung entsteht.

Wie ein Interview geführt wird, haben Greta (9) und ihre Freundin Ida (8) am Vormittag im Rathaus erprobt. Die beiden Reporterinnen fragen zusammen mit Betreuerin Verena Brand in der Verwaltung die Sekretärin von Bürgermeisterin Anette Schmidt, Monika Zeisner-Menikheim, und Monika Häusler, die für das Gemeindeblatt zuständig ist, wo dieser „Großrinderfeld Report“ dann auch gedruckt werden soll. Ob die Arbeit Spaß macht, wollen die Mädels wissen, oder auch, ob das Rathaus schon immer Sitz der Verwaltung war. „Ja, die Arbeit macht viel Spaß“, erzählen die beiden Mitarbeiterinnen. Und „nein, das Rathaus war früher die Schule in Großrinderfeld“, erfahren die Reporterinnen. „Die Kinder haben ihre Interviewpartner selbst ausgewählt und mit Fragen gelöchert“, freut sich Brand über den Einsatz der Mädels.

Einen spannenden Artikel hat nicht nur Greta über den Weltraum und Galileo Galilei geschrieben, sondern auch die sechsjährige Anna, die von einem Mondflug erzählt. Und Johannes (8) findet es gar nicht toll, dass Fischbesitzer ihre Tier aussetzen. Er hat sich mit den Fischen im Weiher vor dem Rathaus befasst und zusätzlich für die Zeitung noch so manchen „Lacher der Woche“ gefunden. Daneben gibt es ein Backrezept von Selina (9), Bastelanleitungen für eine Glückwunschkarte von den Erstklässlerinnen Lara und Hannah und knifflige Rätselseiten von Anneke (9).

„Wir haben alles, was in einer Zeitung oder Zeitschrift auch steht“, erklärt Ideengeberin Ariane Brojek, Vorsitzende des Kinderfördervereins. Zusammen mit ihrer Mutter Eva Spang, mit Verena Brand und Monika Walther hat sie das Konzept erarbeitet und die Betreuung übernommen. Die Kinder sind mit Feuereifer bei der Sache und sich einig: „Es macht total viel Spaß“, erzählen sie strahlend.

Gespannt sind sie dann auch, was eine echte Redakteurin über ihren Beruf zu erzählen hat. Die Kinder wollen wissen, wie die Geschichten in die Zeitung kommen und wer die Ideen für die Berichte hat. Johannes interessiert sich vor allem für die Sport-Seiten. Die Kinderseite kennen alle und raten eifrig beim Rätsel mit. Diana Seufert, die seit 1991 bei den Fränkischen Nachrichten in der Lokalredaktion Tauberbischofsheim tätig ist, berichtet von der täglichen Arbeit eines Redakteurs, die nicht nur aus dem Schreiben eigener Berichte besteht. Den Großteil nehme das Bearbeiten von Texten von Freien Mitarbeitern oder von Pressemitteilungen aus Verwaltungen sowie von verschiedenen Institutionen ein. Dass Redakteure auch sonntags arbeiten, ist für die Jungreporter ebenso interessant wie die Tatsache, dass sie auch am Abend oder am Wochenende häufig beruflich unterwegs sind. Die Nachwuchsjournalisten sind wissbegierig und interessiert. Nur dass sie noch so lange in die Schule und das Abitur machen müssen, finden sie nicht ganz so toll. Greta verrät, dass sie „auch mal Reporterin werden will“.

Das Schreiben der Artikel ist für die Kinder eine tolle Erfahrung. Zusammen mit den Betreuerinnen sind sie stolz, dass ihre Werke in den nächsten Wochen im Amtsblatt der Gemeinde gedruckt werden. Geplant ist, die Zeitung der jungen Großrinderfelder Reporter jeweils als Schlussseite dort zu veröffentlichen. „Bürgermeisterin Anette Schmidt war von der Idee dieser Kinderseite sofort begeistert“, freut sich Monika Walther über die Zusage aus dem Rathaus und den Einsatz der Ferienprogramm-Teilnehmer.

Die Gruppe ist mit großem Engagement dabei. Und vielleicht gibt es im Herbst eine Neuauflage ihrer Zeitung.

Kinder und Betreuer können sich das gut vorstellen. dib