Großrinderfeld

Kennzeichenfund AW stand einst für amerikanische Besatzungszone

Umstellung auf TBB und MGH erfolgt erst im Jahr 1956

Archivartikel

In der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg, wo besonders in den Städten vieles in Schutt und Asche lag, wurden in den vier Zonen ab 1948 die Kfz-Kennzeichen neu geordnet.

Main-Tauber-Kreis. Die war auch im Landkreis Tauberbischofsheim der Fall. Es gab nur ganz wenige Autos – und wenn, dann wurden sie selten gefahren.

1906 eingeführt

Bei denen, die fuhren, achtete zunächst niemand auf die Beschilderung. Die alte Beschilderung nach Bundesstaaten oder Großstädten wurden 1906 eingeführt.

Berlin hatte I a, München II, Stuttgart III a, Karlsruhe IV a, Baden IV b und somit auch der Landkreis Tauberbischofsheim.

Der nördliche Teil von Baden und Württemberg gehörte unter der Bezeichnung Amerikanisch Württemberg zur US-Zone und erhielt die Buchstaben AW. Die Landkreise waren nummeriert, für Tauberbischofsheim gab es die Ziffer 80. 1956 wurde dann erneut umgestellt auf TBB beziehungsweise MGH, die Bezeichnungen, die heute noch gelten.

Auch Schlepper registriert

Registriert wurden ab 1948 neben Pkw auch Lkw, Motorräder und landwirtschaftliche Fahrzeuge, allen voran die Schlepper, die Anfang der 50er Jahre stark zunahmen. So mancher erinnert sich sicher noch daran, als beim alljährigen Herbstmarkt in Großrinderfeld die Schlepper mit den AW-Kennzeichen in Reih’ und Glied am Marktplatz und am Dorfweiher neben den neuen noch ohne Kennzeichen standen, die verkauft werden sollten.

Hin und wieder sieht man in Garagen noch die Schilder mit schwarzem Hintergrund und weißer Schrift als Souvenir an der Wand hängen. Das abgebildete gut erhaltene Zeichen wurden jetzt bei Aufräumungsarbeiten in einer Scheune „sichergestellt“ und somit der Nachwelt erhalten. rei